Mittendrin statt nur dabei.

Über unseren Blog „Mitten im Geschehen“ bleibt ihr täglich auf dem Laufenden über alles, was im Angels Home for Children in Sri Lanka passiert. Sowohl Frank und Julia, unsere Projektleiter, als auch die Freiwilligen teilen hier ihre Erfahrungen – von witzigen Alltagsmomenten bis hin zu besonderen Einblicken in das Leben in Sri Lanka. Mit unseren Beiträgen möchten wir euch regelmäßig zeigen, was wir dank eurer Unterstützung mit dem Dry Lands Project e.V. für die Kinder vor Ort bewegen. Viel Spaß beim Lesen und Mitfiebern!

Wie sieht eigentlich mein normaler Alltag aus?

Mein Yoga heißt Gewächshaus.

Oder: Für alle, die sich fragen, was ich hier eigentlich den ganzen Tag mache. 

„Frank, was machst du eigentlich den ganzen Tag?"

Diese Frage bekomme ich tatsächlich ziemlich oft.

Und ganz ehrlich?

Manchmal frage ich mich das selbst.

Auf Facebook sieht man ein paar Bilder aus unserem Garten, lachende Kinder im Angels Home, unsere Hühner oder vielleicht die neueste Solaranlage. Das wirkt oft idyllisch und manchmal sogar ein bisschen entspannt.

Die Realität sieht allerdings ganz anders aus.

Zwischen diesen schönen Momenten liegen jeden Tag unzählige kleine und große Baustellen. Plötzlich streikt die Wasserpumpe. Der Elektriker, der eigentlich gestern kommen wollte, meldet sich nicht. Ein Kind bekommt in der Schule Fieber und muss sofort abgeholt werden. Oder eine unserer Webseiten entscheidet mitten in der Nacht, dass sie heute lieber Urlaub macht.

Genau deshalb weiß ich morgens meistens noch gar nicht, wie mein Tag tatsächlich aussehen wird. Einen festen Plan gibt es zwar – aber der hält oft nur bis zum zweiten Kaffee.


Und bevor jetzt jemand fragt, wie ein Mensch das alles überhaupt schaffen soll, gibt es direkt die ehrliche Antwort: 

Ja, ohne KI würde ich das heute gar nicht mehr schaffen.

Mein zweites Büro? Eigentlich eher meine Kommandozentrale.

Dank Johanna, die mich während ihres Praktikums im Jahr 2022 auf das Thema Künstliche Intelligenz gebracht hat, arbeite ich heute täglich mit verschiedenen KI-Systemen – und das schon, bevor ChatGPT und viele andere Anwendungen ihren großen Durchbruch hatten.

Ich investiere im Monat ungefähr 100 Euro in verschiedene KI-Systeme und Programme. Dafür spare ich viele hundert Euro und vor allem unendlich viel Zeit. Sie hilft mir bei der Programmierung unserer Webseiten, erstellt oder repariert kaputte Excel-Tabellen, unterstützt mich bei der Solaranlagentechnik, bei Google Ads, im Gartenbau, bei Übersetzungen, Auswertungen, Recherchen, Texten und neuen Ideen. Für viele dieser Aufgaben hätte ich früher jedes Mal irgendeinen Spezialisten anrufen müssen. Heute bekomme ich die Hilfe innerhalb weniger Minuten.

Aber eines kann sie nicht: für mich arbeiten. Am Ende muss ich die Ideen umsetzen, Entscheidungen treffen und die Arbeit trotzdem noch selbst erledigen.

Und genau diese gewonnene Zeit investiere ich lieber in unsere Kinder als in stundenlange Fehlersuche am Computer.

Wenn mich also jemand fragt, wie mein normaler Arbeitstag aussieht, muss ich meistens erst einmal lachen. Denn einen normalen Arbeitstag gibt es bei mir eigentlich gar nicht.

Jeden Abend mache ich mir einen Plan für den nächsten Tag. Und fast jeden Morgen wird dieser Plan innerhalb weniger Stunden wieder zerstört. Mal von einer Schule. Mal von einem Handwerker. Mal von einer elektrischen Anlage. Und manchmal auch von mir selbst, weil mir schon wieder irgendein neues Projekt eingefallen ist.

Also habe ich mir gedacht: Ich nehme euch heute einfach mal einen Tag mit.

Nicht, um zu zeigen, wie viel ich arbeite. Nicht, um zu jammern. Und schon gar nicht, um mich wichtig zu machen. Sondern weil viele Menschen unser Kinderheim seit Jahren kennen, aber nur wenige wissen, was hinter den Kulissen jeden einzelnen Tag passiert.

Also los.
Der Kaffee ist fertig.

Und wie fast jeden Morgen habe ich keine Ahnung, was mich heute eigentlich erwartet. 😄

Mein schönster Plan hält bis zum zweiten Kaffee.

Ohne Kaffee läuft bei mir morgens gar nichts.

 Irgendwann zwischen fünf und sieben wache ich auf, je nachdem, wann ich am Abend zuvor ins Bett gegangen bin.

Das Erste, was ich mache? Kaffee. Frühstück gibt es bei mir nicht, Mittagessen auch nicht. Es sei denn, es ist Mittwoch und es gibt Chicken Curry. Dann werde ich schwach. Das war schon immer das Lieblingsessen von Julia und mir.

Mit der ersten Tasse Kaffee setze ich mich an den Computer und verschaffe mir einen Überblick. Eigentlich wollte ich nur schnell meine Mails checken, WhatsApp, Facebook, Instagram, unsere Webseiten sowie Nachrichten von Pateneltern, Sponsoren, Freunden und Bekannten. Dazu kommen Geburtstage, die ich möglichst nicht vergessen möchte – von Kindern, Mitarbeitern und vielen Menschen, die unser Kinderheim seit Jahren begleiten.

Jeden Morgen denke ich: „Heute bist du richtig gut organisiert. Das schaffst du locker."

Eigentlich.

Denn kaum glaube ich, schon ganz gut vorangekommen zu sein, kommen die nächsten Aufgaben dazu.

Manchmal frage ich mich, ob meine To-do-Liste heimlich Kinder bekommt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum sie ständig länger wird.

Genau deshalb gönne ich mir auch kaum Pausen. Wenn ich einmal sage: „Ach, ich mache jetzt erstmal gar nichts", wird diese Liste innerhalb kürzester Zeit endlos lang und das absolute Chaos entsteht. Gut … Chaos habe ich zwar sowieso fast jeden Tag. Aber das wäre dann das richtige Chaos.

Während andere morgens Zeitung lesen, beantworte ich Nachrichten, prüfe Überweisungen, schaue nach unseren Webseiten und überlege gleichzeitig schon, was heute im Kinderheim oder im Garten anliegt. Und ehe ich mich versehe, ist schon wieder deutlich mehr Zeit vergangen, als ich eigentlich eingeplant hatte. 

Mein Yoga heißt Gewächshaus.

Multitasking auf Sri-Lankisch.

Nach dem ich mein Laptop zugeklappt habe, gehe in meinen Tempel. Nein, nicht in irgendeinen Meditationsraum. Ich gehe ins Gewächshaus. Viele machen Yoga, meditieren oder gehen spazieren, um abzuschalten. Ich gehe ins Gewächshaus. Das ist mein Yoga.

Eigentlich will ich dort nur mal eben kurz nach den Pflanzen schauen. Daraus wird dann: eine Tomatenpflanze kontrollieren, überlegen, warum die Erdbeeren schon wieder meckern, den EC-Wert messen, den pH-Wert prüfen, nach dem Wasser schauen und kontrollieren, ob wieder irgendein Tropfer verstopft ist. Dabei reden wir nicht über zwanzig Pflanzen. Wir reden mittlerweile über rund zweitausend Pflanzen.

Natürlich mache ich das nicht allein. Dissa hilft mir dabei. Er ist Fahrer, Security und Mädchen für alles in einer Person. Dazu kommt Saschini. Sie lebt mittlerweile seit rund 15 Jahren in unserem Kinderheim und unterstützt mich seit letztem Jahr im Garten. Und am Wochenende helfen natürlich auch viele unserer Mädels mit. Sonst wäre das alles nicht zu schaffen.

Und genau hier liegt mein größtes Problem. Ich will nur mal kurz nach den Pflanzen schauen und komme mit drei neuen Projekten wieder heraus. Ich bin mittlerweile überzeugt, dass mein Gehirn ein Eigenleben führt und mich vorher nicht um Erlaubnis fragt. 

Deshalb mache ich ständig Fotos oder spreche kurze Memos ins Handy. Nicht für Facebook, sondern damit ich später noch weiß, was mir gerade eingefallen ist. Die KI liefert mir dabei oft richtig gute Ideen. Machen muss ich den ganzen Kram trotzdem selber.

Irgendwann wird es dann so heiß, dass selbst ich einsehe, dass es Zeit ist, wieder Richtung Büro zu gehen. Nach dem dritten T-Shirt, das man eigentlich auswringen könnte, reicht es dann auch.

Also zurück. Duschen. Ventilator an. Noch einen Kaffee.

Und dann wartet schon der nächste Teil des Tages. 

 10 Uhr – Jetzt wird's ernst 

10 Uhr. Jetzt wird's ernst.

Frisch geduscht, mit einem neuen Kaffee in der Hand und der Hoffnung, heute vielleicht doch noch etwas von meinem Tagesplan zu retten, mache ich mich auf den Weg ins Büro. Ganze hundert Meter sind es bis dorthin – eigentlich genug Zeit, um optimistisch zu bleiben. 😄

Punkt zehn beginnt unser tägliches Meeting. Das ist die wichtigste Stunde des Tages, denn hier entscheidet sich oft schon, wie meine Laune in den nächsten Stunden aussehen wird.

Als Erstes sitzt meistens Shashini am Tisch. Sie kümmert sich um unsere komplette Buchhaltung, Rechnungen, Überweisungen und alles, was mit Finanzen zu tun hat. Kostenvoranschläge werden besprochen, Rechnungen freigegeben und wir überlegen gemeinsam, was sofort bezahlt werden muss und was vielleicht noch ein paar Tage warten kann. Zum Glück unterstützt uns Julia von Deutschland aus immer noch und kontrolliert am Monatsende die komplette Buchführung. So sind wir praktisch doppelt abgesichert.

Danach geht es weiter mit Menasha, meiner Assistentin. Sie ist für Internetrecherchen, Materialbeschaffung, Preisvergleiche und unsere Lager verantwortlich. Und glaubt mir, wir haben nicht nur ein Lager. Von Seife, Shampoo und Reinigungsmitteln über Werkzeuge bis hin zu Lebensmitteln wird alles in Tabellen geführt. Wenn irgendwo etwas fehlt oder bestellt werden muss, landet das früher oder später bei Menasha und anschließend auf meinem Tisch.

Dann kommt Judith. Sie ist mittlerweile seit vielen Jahren bei uns und kennt die Mädchen fast besser als ich. Mit ihr bespreche ich Arzttermine, Krankenhausbesuche, Schule, Prüfungen, Veranstaltungen und natürlich die tägliche Organisation. Wer muss wohin? Wer kann mit dem Bus fahren? Wer muss gefahren werden? Welche Kinder brauchen gerade besondere Aufmerksamkeit?

Sind Freiwillige bei uns, sitzen sie ebenfalls mit im Meeting. Dann sprechen wir darüber, wie es den Kindern geht, ob ihnen etwas aufgefallen ist oder ob unsere Psychologin am Wochenende vielleicht mit einem bestimmten Kind sprechen sollte.

Eigentlich dauert dieses Meeting ungefähr eine Stunde.

Denn eine meiner wichtigsten Aufgaben besteht darin, alle immer wieder freundlich zu bremsen. Viele unserer Mitarbeiter erzählen unglaublich gern Geschichten. Bevor sie zum eigentlichen Punkt kommen, bekommt man erst einmal die komplette Vorgeschichte erzählt. Nach einigen Jahren habe ich deshalb meinen Standardsatz entwickelt:

„Short story, don't tell your book story." 😄

Sonst könnte aus einem einstündigen Meeting problemlos ein halber Arbeitstag werden.

Und dann beginnt das eigentliche Chaos

Kaum ist das Meeting vorbei, denke ich mir jedes Mal:

„Super. Jetzt kannst du endlich mal deine eigentliche Arbeit machen."

Diesen Gedanken habe ich inzwischen fast jeden Tag.

Und fast jeden Tag hält er ungefähr drei Minuten.

Also gehe ich wieder Richtung Gewächshaus, möchte die restlichen Arbeiten erledigen und vielleicht endlich die Salate vorpflanzen oder ein paar Tomaten kontrollieren.

Dann klingelt das Telefon.

Die Schule.

Ein Kind hat Fieber und muss nach Hause.

So etwas passiert hier öfter, als man denkt. Also muss erst einmal organisiert werden, wer das Kind abholt. Dissa ist gerade unterwegs und kommt vielleicht in einer halben Stunde zurück. Falls nicht, muss eben ein Tuk-Tuk losgeschickt werden. Und wenn das auch nicht klappt, fährt eine unserer Matrons mit dem Bus.

Bei rund 60 Mädchen gehört so etwas einfach zum Alltag. Mein eigener Tagesplan ist in diesem Moment völlig egal. Erst muss das Problem gelöst werden.

Gerade denke ich noch: „Okay, das haben wir jetzt geschafft." Da klingelt das Telefon erneut. 😄

Diesmal ist es Dissa.

„Sir, ich habe einen Platten."

Na toll.

Also wieder umplanen.

Währenddessen piept mein Handy im Sekundentakt. Nachrichten von Pateneltern, Freiwilligen, Sponsoren oder Lieferanten. Irgendjemand möchte etwas wissen, braucht eine Entscheidung oder wartet auf eine Antwort.

Ich schaue kurz aufs Display und denke nur:

„Später. Später. Später."

Denn in diesem Moment stehe ich meistens mit einer Hand am Telefon und mit der anderen am Wasserschlauch oder pflanze gerade neue Salate, Basilikum oder irgendwelche anderen Gemüsesorten.

Zwischendurch kommt dann noch eine Assistentin vorbei:

„Sir, heute haben zwei Kinder Geburtstag. Wir brauchen noch Kuchen."

Meine Antwort:

„Ja, dann organisiert das doch einfach. Ruft den Bäcker an und wenn sowieso jemand unterwegs ist, soll er gleich die Kuchen mitbringen."

Eigentlich liebe ich Mitarbeiter, die selbst Entscheidungen treffen. Auf der anderen Seite weiß ich aber auch aus Erfahrung, dass manche Entscheidungen hinterher deutlich mehr Arbeit machen als vorher. Dann wird etwas gekauft, das wir längst auf Lager haben, jemand fährt quer durch die Gegend oder ein Termin wird so gelegt, dass der halbe Tagesplan durcheinandergerät.

Deshalb läuft am Ende erstaunlich viel doch wieder über meinen Schreibtisch. Nicht, weil ich alles selbst machen möchte, sondern weil ich mir dadurch später oft drei neue Probleme erspare. 😄

Gegen Mittag wird es im Gewächshaus dann so heiß, dass ich freiwillig wieder den Rückweg antrete. Also zurück an den Computer und erst einmal alles abarbeiten, was inzwischen liegen geblieben ist. Was muss sofort erledigt werden? Was kann bis heute Abend warten? Welche E-Mail ist wichtig? Welche Nachricht hat noch Zeit?

Alle wichtigen Sachen zuerst.

Das dauert meistens zwei bis drei Stunden.

Ach ja … falls ihr euch fragt, wann ich eigentlich frühstücke oder Mittag esse:

Gar nicht.

Ich koche nur abends.

Und natürlich hat das überhaupt nichts damit zu tun, dass ich dadurch mehr Zeit zum Arbeiten habe. 

Gegen 15 Uhr – Einmal quer über das Gelände.

Und Girls, was gibt es für News?

Irgendwann reicht es mir dann mit dem Computer. Nicht, weil ich fertig bin, sondern weil draußen schon die nächsten Baustellen auf mich warten. Also geht es gegen 15 Uhr wieder raus. Jetzt beginnt mein täglicher Rundgang über das gesamte Gelände.

Als Erstes werden natürlich die Kinder begrüßt. Ein bisschen quatschen, fragen, wie die Schule war und ob alles in Ordnung ist. Das dauert meistens länger als geplant, aber genau dafür bin ich schließlich hier.

Danach laufe ich einmal über das komplette Grundstück – vom Hühnerstall über die Werkstätten bis zu den Klassenräumen, Trainingscenter und Wohnhäusern. Ich schaue, ob alles sauber ist, irgendwo etwas kaputt gegangen ist oder wieder irgendjemand vergessen hat, etwas zu erledigen.

Und glaubt mir: Ich laufe selten zehn Meter, ohne dass mir etwas Neues auffällt. 😄

Also Handy raus und schnell ein Sprachmemo:

„Tür im Klassenraum reparieren."

Zehn Meter weiter:

„Bitte den Wasserhahn kontrollieren."

Noch ein paar Schritte:

„Lampe austauschen."

Dann sehe ich irgendwo Farbe abplatzen.

Also wieder:

„Bitte streichen."

Und die Kids hängen immer am Hosenbein

 Eigentlich ist das eine super Idee. Ich spreche alles schnell ins Handy und meine Assistentin trägt es anschließend in unsere To-do-Liste ein.

Eigentlich. 😄

Das Problem ist nur: In Sri Lanka ist vieles etwas … sagen wir … entspannter organisiert.

Da steht dann irgendwann in der To-do-Liste:

„Fernseher in Reparatur."

Aber seit wann steht da nicht!


Oder:

„Küchenmaschine Werkstatt."

Seit fünf Wochen.

Da kommt aber kaum jemand auf die Idee, einfach mal dort anzurufen und nachzufragen, warum das Gerät eigentlich noch nicht zurück ist. Also komme ich wieder ins Spiel.

„Bitte frag mal nach, was mit dem Fernseher ist."

Fünf Minuten später fällt mir wieder etwas ein:

„Und frag bitte auch gleich nach der Küchenmaschine."

Weitere fünf Minuten später:

„Ach ja … wo bleibt eigentlich der Kostenvoranschlag für die Reparatur?"

Jetzt sind meine Hunde dran. ❤️

 So verbringe ich jeden Tag erstaunlich viel Zeit damit, Dinge nachzuverfolgen, die eigentlich längst erledigt sein müssten. Nicht, weil jemand faul ist, sondern weil hier vieles einfach etwas anders funktioniert als in Deutschland. Und genau deshalb kontrolliere ich lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Das kostet zwar Zeit, spart mir am Ende aber meistens noch viel mehr Zeit.

So vergeht der Nachmittag oft schneller, als mir lieb ist. Kaum schaue ich auf die Uhr, ist es schon halb sechs. Also wieder nach Hause.

Dreimal in der Woche nehme ich mir ganz bewusst Zeit für meine Hunde. Damit sie überhaupt noch wissen, wer ich bin 😄, gibt es dann Selbstgekochtes von mir und nicht einfach nur Reis und Curry. Das dauert jedes Mal ungefähr vierzig Minuten, aber diese Zeit investiere ich gerne.

Danach bin ich selbst dran. Musik an – manchmal ruhig etwas lauter. Ein bisschen Party muss schließlich auch sein. 😄 Dann wird geschnippelt, gekocht und zwischendurch natürlich immer wieder probiert. Lustigerweise habe ich nach einer Stunde Kochen meistens keinen Hunger mehr.

Nach dem Essen könnte man meinen, jetzt wäre Feierabend.

Falsch gedacht.

Der Computer wartet schon wieder. Also noch einmal E-Mails, Webseiten, KI, neue Ideen und irgendwelche Projekte, die mir tagsüber eingefallen sind. Mal sitze ich dort bis zehn Uhr, mal bis Mitternacht und manchmal auch noch länger.

Vielleicht bleibt anschließend noch eine halbe Stunde für Netflix. Wobei ich dieselbe Serie mittlerweile gefühlt seit einem halben Jahr schaue, weil ich ständig einschlafe oder wieder arbeiten muss.

Dann gehe ich ins Bett. Oder ich mache mir noch schnell einen Plan für den nächsten Tag.

Den Plan, der erfahrungsgemäß ungefähr bis zum zweiten Kaffee hält. 😄Und morgen?

Wahrscheinlich wird alles ganz anders kommen, als ich es heute geplant habe. 

Und sonntags?

Da nehme ich mir jedes Mal ganz fest vor: ausschlafen, Netflix schauen, zwischendurch ein paar leckere Sachen naschen und einfach mal gar nichts tun. 😄

Die Realität sieht allerdings anders aus.

Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, hat sonntags das Personal, das mir im Garten hilft, frei. Also denke ich mir: „Ich gehe nur mal eben kurz die Pflanzen gießen."

Aber das war's dann auch … oder? 😄

Und genau deshalb gibt es hier eigentlich keinen "normalen" Alltag. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen, neue Überraschungen und meistens auch neue Geschichten. 

Manchmal bin ich abends völlig kaputt – aber wenn ich sehe, was wir gemeinsam für die Kinder erreichen, weiß ich, warum ich das alles mache.

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