Es war wieder einmal so weit: Frank gab uns vier Tage frei, um Sri Lanka weiter zu erkunden. Dieses Mal zog es uns in den Süden, nach Weligama. Früh am Morgen ging es los. Zuerst mit dem Bus nach Colombo und von dort aus mit dem Zug weiter Richtung Süden. Die Zugfahrt dauerte etwa dreieinhalb Stunden und führte direkt an der Küste entlang. Diese Strecke gilt als eine der schönsten Bahnstrecken des Landes und man versteht sofort warum. Immer wieder öffnet sich der Blick aufs Meer, Palmen ziehen vorbei und zwischen den kleinen Häusern entdeckt man Menschen, die ihre Bettwäsche oder Kleidung direkt neben den Gleisen in der Sonne trocknen. Langweilig wird es auf dieser Fahrt definitiv nicht.
In Weligama angekommen trafen wir uns direkt zum Brunch mit zwei Freunden von mir, die zufällig auch gerade dort waren. Wir verbrachten die nächsten Tage zusammen, erkundeten Orte wie Mirissa und Ahangama und liessen uns einfach treiben. Der Süden von Sri Lanka fühlt sich teilweise ganz anders an als viele andere Regionen des Landes. Man merkt sofort, dass hier viel internationaler Tourismus ist. Überall kleine Cafés, Surfshops, westliche Restaurants und viele Reisende. Manchmal fühlt es sich fast ein bisschen so an, als wäre man gar nicht mehr in Sri Lanka, sondern irgendwo in einem tropischen Surfspot mit starkem westlichen Einfluss.
Dabei merkt man aber auch, dass aus dem Tourismus manchmal noch mehr gemacht werden könnte. In manchen Cafés arbeiten gefühlt zehn bis zwanzig Leute gleichzeitig: einer bringt die Menükarte, der nächste nimmt die Bestellung auf, jemand anderes bringt die Getränke, wieder jemand das Essen und eine weitere Person kommt später mit der Rechnung. Das wirkt manchmal etwas chaotisch, aber irgendwie gehört es auch zum Charme dazu.
Ein besonderes Highlight war ein Tuk-Tuk-Fahrer, den wir kennengelernt haben. Sein Tuk-Tuk war komplett mit Schweizer Flaggen dekoriert. Schweizer Gäste hatten ihn finanziell unterstützt, damit er sich seinen Traum erfüllen konnte, Tuk-Tuk-Fahrer zu werden. Am Ende wurde er praktisch unser privater Fahrer für die Tage. In seinem voll geschmückten „Schweizer Tuk-Tuk" herumzufahren hatte fast etwas Heimisches.
Neben all den Ausflügen gab es aber auch genau das, was man sich im Süden Sri Lankas wünscht: wunderschöne Strände, warme Wellen, Surfer im Wasser und King Coconuts zum schlürfen. Man konnte einfach am Meer sitzen, einen guten Kaffee trinken und das langsame Tempo der Tage geniessen.
Ein Abend führte uns sogar zu viert in eine kleine Pizzeria. Und überraschenderweise war die Pizza wirklich eine 10/10.
Die Tage im Süden waren insgesamt eine perfekte Mischung aus Entdecken, Strand, gutem Essen und entspannten Momenten.
Nun freuen wir uns, wieder zurück im Angels Home zu sein!
Liebe Grüsse
Maura und Alessia