Der 1. Oktober ist in Sri Lanka World Children's Day und dieses Jahr sollte der Tag im Angels Home vor allem eines sein:
ein Tag zum Spielen, Lachen und Zusammensein.
Die Mädchen hatten sich gewünscht, an diesem Tag keine alltäglichen Aufgaben wie beispielsweise die Gartenarbeit erledigen zu müssen. Stattdessen sollte einfach Zeit für Spaß und gemeinsame Aktivitäten sein.
Für mich war es gleichzeitig etwas Besonderes, mein erstes eigenes kleines Projekt im Angels Home umzusetzen.
Gemeinsam gestalteten wir ein großes Bild mit einer Weltkugel in der Mitte. Die Mädchen konnten die Erde mit ihren Fingerabdrücken in Blau und Grün bemalen und rundherum ihre bunten Handabdrücke hinterlassen. So entstand Stück für Stück ein gemeinsames Kunstwerk, an dem jede durch ihren individuellen Handabdruck beteiligt war.
Und zwei Tage später ging es für alle Mädchen und uns als Personal, noch einmal zu einem großen Children's-Day-Event für Kinderheime aus der gesamten Nordwestprovinz. Organisiert wurde es von den Probation and Child Care Services und dem Child Development Center.
Schon die Eröffnung war etwas Besonderes: Musik, Tanz und das feierliche Entzünden eines Feuers sorgten für eine festliche Stimmung. Danach wurde gerannt, angefeuert und mit vollem Einsatz an Rundstrecken und Staffelläufen teilgenommen.
Und die Mädchen haben wirklich alles gegeben. Trotz der großen Hitze wurde gerannt, bis die Kräfte nachließen.
Am Ende konnten wir uns sogar über den 1. und 3. Platz im 100-Meter-Lauf und den 2. Platz im 200-Meter-Lauf freuen.
Für mich war es besonders schön, die Mädchen einmal in diesem Rahmen zu erleben. Ich stand oft am Rand, habe mitgefiebert und hatte immer wieder Gänsehaut, wenn ich sie laufen und sich anschließend über ihre Erfolge freuen sah.
Noch schöner war aber, dass es an diesem Tag nicht nur ums Gewinnen ging. Viele Mädchen trafen Freundinnen aus anderen Kinderheimen – manche sogar ihre Geschwister, die in einer anderen Einrichtung leben. Zwischen den Spielen, Tänzen und Wettkämpfen entstanden dadurch viele kleine Momente der Begegnung.
Am Nachmittag gab es noch verschiedene Gruppenspiele für die Jüngsten und es wurde ordentlich getanzt, bevor wir uns am Abend müde auf den Rückweg machten. Im Bus wurde es schnell ganz still – nach einem Tag voller Bewegung, Aufregung und Freude schliefen schließlich fast alle Mädchen ein.