Zutaten für einen gelungenen Ausflug

Die kleine Mayomi und ich bei der Jeep Safari. Die kleine Mayomi und ich bei der Jeep Safari.
Letzte Vorbereitungen vor der Abfahrt

Am Samstag war es wieder einmal soweit; unser Jahresausflug mit allen Mädchen und dem gesamten Personal aus dem Angels Home stand auf dem Plan. Mittlerweile ist dies eine logistische Herausforderung, denn die Personenanzahl ist im Vergleich zu unserem letzten Ausflug doch rapide angestiegen. Wenn man jedoch mit guter Vorbereitung und ein wenig Geduld an die ganze Sache herangeht, so kann man auch mit 77 Leuten einen tollen Tag verbringen. Mein persönliches ABC der entsprechenden Zutaten soll dies verdeutlichen:

A wie Aufregung: Schon seitdem ca. Anfang August feststand, dass wir in diesem Jahr wieder einen Ausflug machen werden, waren die Mädels total aus dem Häuschen. Wo geht es hin? Wann fahren wir los? Wer fährt mit? Und was ziehe ich an? Das waren die Fragen der Fragen. Doch das Personal und wir haben dicht gehalten. Erst am Freitagnachmittag während der Spielzeit haben Frank und ich verkündet, wohin der diesjährige Ausflug gehen wird. Und spätestens dann war die Aufregung noch größer.

Irgendwie fanden alle Platz im Bus.

B wie Bus: In diesem Jahr war es gar nicht so einfach, den passenden Bus zu finden, in dem zumindest ansatzweise alle einen Sitzplatz hatten und wo wir außerdem noch unsere ganzen Sachen verstauen konnten. Von unschätzbarer Bedeutung für die Mädels ist außerdem eine entsprechende Musik-Anlage, die während der langen Fahrt für beste Unterhaltung und tanzbare Rhythmen sorgt. Gott sei Dank wurden wir fündig und der fahrbare Untersatz stand pünktlich um 5.30 Uhr vor den Toren des Angels Home bereit.

C wie Chaos: Trotz guter Vorbereitungen läuft so ein Ausflug natürlich nicht reibungslos und es gibt immer wieder kleine Dramen zu bewältigen. Haben wir auch wirklich alles eingepackt? Wie kommt man am besten von A nach B? Wer hat seine Wasserflasche vergessen? Wo kann man mit 75 Mädchen und Frauen aufs Klo? Warum dauert das so lange? Und wann sind wir endlich da?

D wie Dambulla: Unser erstes Ziel an diesem Tag waren die Höhlentempel in Dambulla, welche die meisten unserer Mädchen noch nicht gesehen haben. Hier gibt es viele historische Malereien aus dem Leben von Buddha sowie unzählige Statuen zu besichtigen. Wer jetzt meint, unsere Mädchen finden solche geschichtsträchtigen Ausflugsziele eher langweilig, liegt weit daneben. In Sri Lanka interessiert sich Jung und Alt für historische Kunst, außerdem spielt dabei auch die Religion eine wichtige Rolle.

E wie Eintritt: Leider mussten wir uns hier ganz schön ärgern, denn Frank und mich hat man trotz Residence Visa nicht umsonst in den Tempel gelassen. Stattdessen hätten wir - genauso wie für unsere Praktikantin Laura - schlappe 1.500 Rs. (ca. 7,50 Euro) Eintritt bezahlen sollen. Dies haben wir natürlich aus Prinzip nicht getan, sondern stattdessen ein wenig die gigantische Aussicht genossen und 1,5 Stunden auf alle anderen gewartet. Es ist sehr frustrierend und meiner Meinung nach auch diskriminierend, dass man in Sri Lanka sehr oft trotz Residence Visa darüber verhandeln muss, weshalb man für öffentliche Sehenswürdigkeiten nicht den Touristenpreis zahlen möchte. Zum Glück hatten wir etwas Zeit, um unseren Ärger zu verdauen, bevor die Mädchen aus dem Tempel zurück zum Bus kamen.

Mit Frank, Dishna und Subashini
Frühstück am See

F wie Frühstück: Unsere fleißigen Ladies aus dem Angels Home haben an alles gedacht und so gab es unterwegs in Kurunagala an einem schönen See das erste Picknick des Tages. Mit frischem Brot und scharfem Zwiebelmus stärkten wir uns für den Tag und während einige Mädels die Frühstücks- zur Pinkelpause machten, nutzten Andere die Gelegenheit für ein kleines Fotoshooting am See.

G wie Gegacker: Wenn man mit 75 Hühnern und 2 Hähnen unterwegs ist, gibt es eigentlich kaum einen Moment, wo nicht irgendwo geschnattert, gekichert oder herumgealbert wird.

H wie Haare: Und zwar viiiiieeeele Haare... lange Haare, kurze Haare, lockige Haare, glatte Haare, Haare im Zopf, Haare als Dutt, Haarreifen, Haarspangen, geflochtene Haare, offene Haare, zersauste Haare, Haare im Essen, fliegende Haare im Bus, Haare auf meinem Schoß... Nur eines hatten alle Haare außer die von 3 Köpfen gemeinsam; allesamt sind schwarz wie die Nacht... :-) 

I wie Internet: Glücklicherweise konnten wir unterwegs über Google Maps noch einen alternativen Badeplatz für die Mädchen finden, da der ursprünglich geplante See leider ausgetrocknet war. Außerdem konnten wir herausfinden, dass der Nationalpark nur bis 18 Uhr geöffnet hat, weshalb wir uns beim Mittagessen ganz schön beeilen mussten.

Spaß bei der Jeep-Safari

J wie Jeeps: Davon brauchten wir eine ganze Menge! Für die geplante Jeep Safari am Nachmittag hat unsere gute Freundin Chamali 11 Fahrzeuge für uns reserviert, da in einem Jeep nicht mehr als 7 Personen mitfahren dürfen. Also haben wir unsere Mädels in 11 Gruppen mit jeweils 1-2 Erwachsenen aufgeteilt. Die Geländewagen waren für unsere Mädels das absolute Highlight und sie hatten riesigen Spaß, wie wir in der ganzen Fahrzeug-Kolonne stehend durch tiefe Fahrtmulden gehüpft sind.

K wie Kaudulla: Das war der Nationalpark, in dem wir ca. 2 Stunden lang unterwegs waren. Er hat eine Fläche von 6900 Hektar und ist in erster Linie für die erhöhte Elefanten-Population bekannt.

L wie Lachen: Egal, ob über eine schlafende Matron im Bus oder über Franks vom Winde verwehter Kappe auf der Jeep-Safari - zu lachen hatten wir jede Menge!

Das Mittagessen musste schnell gehen.

M wie Mittagessen: Um auch für jeden ein Lunch-Paket mitnehmen zu können, sind unsere Köchin Nadisha sowie einige Betreuerinnen und große Mädels bereits um 2.30 Uhr aufgestanden, um Rice & Curry für alle zu kochen. An einem Badesee haben wir schließlich unsere großen Matten ausgebreitet und jeder hat sein Päckchen bekommen. Anschließend blieb uns noch eine halbe Stunde für eine kurze Erfrischung im See, bevor wir zum Nationalpark fuhren.

N wie Natur: Wir haben viele tolle Landschaften gesehen und die Mädchen staunten über die Schönheit, die Sri Lanka zu bieten hat.

O wie Ohrstöpsel: Die hätte ich mir im Bus zwischendurch gewünscht...

P wie Polizei: Tatsächlich wurden wir unterwegs von einer Polizeistreife angehalten und während die beiden Busfahrer und unser Dissa mit den Beamten verhandelten, wussten wir im Bus zurück Gebliebenen gar nicht wirklich, um was es eigentlich geht bzw. was unser Fahrer falsch gemacht hat. Schnell stellte sich raus: gar nichts... Trotzdem musste er 500 Rs. (ca. 2,50 Euro) Strafe zahlen, weil unsere Mädels sich während der Fahrt aus dem Fenster gehangen haben... Da gab es dann mal kurz P wie Probleme, aber danach war zum Glück wieder alles gut.

Ein Teil unserer Rasselbande

Q wie Quälerei: Während der Busfahrt liefen auf einem kleinen Bildschirm durchgängig singhalesische Musikvideos, in denen es ausschließlich um gescheiterte Beziehungen, Verluste, Unfälle und Intrigen ging. Die Mädchen waren hin und weg von diesen sinnfreien Videos und ich habe sie mit einem Unfall verglichen: man möchte das eigentlich gar nicht sehen, kann aber irgendwie auch nicht wegschauen.

R wie Rasselbande: Davon haben wir mittlerweile eine ziemlich große und jedes kleine Mitglied ist auf seine Art etwas ganz Besonderes

S wie Schlaf: Ein jeder unserer 77-köpfigen Reisegruppe wurde zwischenzeitlich mal übermannt und konnte die Augen nicht mehr offen halten. Die kleinen Mädels schliefen bevorzugt auf dem Schoß der Erwachsenen, doch auch diese mussten sich gelegentlich aneinander anlehnen, um sich der Müdigkeit hinzugeben.

T wie Tiere: ... jede Menge Tiere... Vor allem waren unsere Mädels natürlich von den Elefanten auf der Jeep Safari angetan, aber wir haben auch viele Affen, Büffel, Vögel und sogar große Marder gesehen.

U wie Umarmungen: Je später es wurde, umso müder wurde unsere Reisegruppe und so kamen immer mehr Mädels gelegentlich vorbei, um sich eine Umarmung abzuholen.

V wie Vertrauen und Vernunft: Trotz des kleinen Ausrutschers mit der Polizei bin ich immer wieder erstaunt, wie lieb und "pflegeleicht" unsere Mädels doch sind. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Ausflug mit so vielen Kindern und Teenagern in Deutschland wesentlich mehr Probleme mit sich bringt. Ein bisschen macht mich das auch stolz, dass wir mittlerweile so viele vernünftige junge Damen haben, auf die man sich wirklich verlassen kann.

W wie wunderbare Erinnerungen: Alles in allem hatten wir einen richtig gut gelungenen Ausflug mit vielen unvergesslichen Erlebnissen für die Mädchen und auch für uns. Zum Schluss möchte ich euch die schönsten Schnappschüsse nicht vorenthalten.


X, Y, Z... Jetzt ist es Zeit fürs Bett!

Liebe Grüße aus Marawila,

Julia. 

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Ein Tag auf dem Spielplatz - A day out at the play...
Angels auf Tauchstation