Wofür bist du heute dankbar?

Bei dieser Aussicht kann man ja nur dankbar sein Bei dieser Aussicht kann man ja nur dankbar sein

Ich finde alle Menschen, vor allem aber wir Europäer sollten uns regelmäßig daran erinnern wofür wir eigentlich dankbar sind. Ich versuche diesen Gedanken immer in meinen Alltag einzubauen und mir selbst bewusst zu werden, was ich alles habe. Wie viel Glück ich habe, in Deutschland geboren zu sein und wie selbstverständlich die Dinge für mich sind. Unser Leben, wie wir es Leben ist überhaupt nicht selbstverständlich! Diese Dankbarkeit und Fähigkeit mein Leben zu schätzen vergesse auch ich im Alltag immer wieder, aber sobald ich eine meiner vielen Reisen antrete erinnere ich mich, täglich Dankbar zu sein. 

Hier waschen und trocknen wir Praktikantinnen unsere Wäsche
Hier waschen die Mädchen ihre Wäsche und danach sich selbst

Ich liebe zwar dieses einfache Leben, brauche nicht viel Materielles um Glücklich zu sein aber trotzdem sind mir hier schon in den ersten zwei Wochen einige Dinge bewusst geworden, die ich in meinem Alltag nicht mehr missen möchte. Ich bin dankbar, für meine Waschmaschine zu Hause und mein fließendes Wasser. Hier im Angels Home waschen wir unsere Kleider nämlich von Hand. Selbst die ganz kleinen wissen schon wie sie ihre Outfits am Abend zu waschen haben. Für die Kinder und Erwachsenen hier ist es etwas ganz normales, am Abend die Kleidung zu schrubben und sich danach selbst mit einem Eimer Wasser und einem Stück Seife zu waschen, für uns fast schon unvorstellbar!  Ich bin dankbar für meine Kaffeemaschine in Deutschland, ich weiß seit ich hier bin erst so richtig zu schätzen dass ich jeder Zeit einfach auf den Knopf drücken und mir einen Kaffee auslassen kann, für mich wird mein täglicher Kaffee ab jetzt etwas ganz besonderes sein. Ich bin dankbar, für meinen Kühlschrank, den ich einfach zu jeder Zeit öffnen, und mich daran bedienen kann, bei 60 Kindern ist das unmöglich! Die Kinder essen was auf den Tisch kommt (wobei das Essen hier wirklich sehr gut ist!). Die Freiheit, sich selbst zu jeder Tages-und Nachtzeit bedienen zu können ist schon etwas ganz besonderes. Ich bin dankbar, in Deutschland als Frau die selben Rechte zu haben wie Männer sie haben, mich kleiden darf wie ich es möchte, ohne in eine Schublade gesteckt zu werden. Ich bin dankbar, dass ich das Haus verlassen darf, wann ich will, dass wir keine Ausgangssperre brauchen um in Sicherheit zu sein. Aktuell sind hier nämlich wieder die Tore für uns geschlossen und auch der Zugang zu den sozialen Medien ist gesperrt. Ich bin dankbar, eine gute Schule besucht zu haben und dafür, dass mir jetzt fast alle Wege offen stehen. Ich kann studieren, eine Ausbildung machen, nach Sri Lanka fliegen und ein Praktikum absolvieren und vieles mehr. Ich bin dankbar, hier sein zu dürfen, Erfahrungen zu sammeln, die Welt kennen zu lernen und schätzen zu können, was ich alles habe. Wir denken immer, wir brauchen mehr, mehr, mehr aber wenn man erst einmal erfährt wie wenig die Menschen in fremden Ländern haben und wie viel glücklicher und dankbarer sie sind als die Menschen in unserer Heimat, wird einem bewusst, dass man Glück nicht kaufen kann!

Die Tore bleiben zu unserer eigenen Sicherheit erstmal verschlossen.

Wir haben, vor allem in Deutschland doch alles was wir brauchen, trotzdem ist das niemals genug. Heute sollten wir uns alle einmal vor Augen halten was wir haben und nicht, was wir brauchen. In diesem Sinne bin ich sehr dankbar, hier mit offenen Armen aufgenommen worden zu sein, täglich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert zu bekommen und selbst von fremden Menschen auf der Straße gegrüßt zu werden, auch das ist in Deutschland nicht selbstverständlich. Ein Lächeln zu geben und dafür eins zurück zu bekommen ist einiges Wert, versuchs doch heute auch mal!  

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Es gab viel zu entdecken!
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