Warten, bis das Licht an geht

Eine Wasserflasche auf einer Handytaschenlampe Eine Wassserflasche auf einer Handytaschenlampe

Wie zu jeder Tageszeit ist auch der Abend im Angels Home genau durchgetaktet. Um 18 Uhr beginnen die Mädchen, sich an ihrem Waschplatz zu waschen. Wenn die letzten Mädchen noch dabei sind, sich einzuseifen und ihre Kleidung zu säubern, wird es allmählich dunkel. Währenddessen spielen die kleinen Mädchen auf der Bühne Spiele mit Dishna. Wenn alle Mädchen fertig sind, wird um 19 Uhr gebetet und danach gibt es das Abendessen. In den letzten Tagen konnten wir diesen täglichen Ablauf jedoch nicht so durchführen.

Der Grund für das Durcheinander in der Angels-Home-Routine war fehlender Strom. Seit einigen Tagen gibt es starke Stromschwankungen in Sri Lanka, die mit einer extremen Hitzeperiode einher gehen. Dadurch ist leider eine Leitung in unserem Stromgenerator durchgebrannt. Wie das in Sri Lanka manchmal so ist, haben die Elektriker lange auf sich warten lassen und konnten somit den Generator nicht sofort reparieren. Aus diesem Grund hatten wir in den letzten Tagen meistens zwischen 18 und 19 Uhr keinen Strom. 

Hier mussten wir uns den neuen Bedingungen dann anpassen. Die Mädchen haben sich eine Stunde früher als sonst gewaschen. Danach hatten sie dann freie Zeit und durften solange spielen, bis es dunkel wurde. Wenn es im Angels Home kein Licht gibt, ist es nach Sonnenuntergang wirklich stockdunkel. Dann heißt es warten, bis das Licht an geht.

Alle Angels Home Bewohner versammeln sich dann am großen Esstisch, wo eine aufgestellte Campinglampe wenigstens ein wenig Licht abgibt. Das Warten fällt den Mädchen jedoch nicht sehr schwer. Während wir in Deutschland wahrscheinlich Langeweile hätten, so ganz ohne Strom, finden die Mädchen immer einen Weg, sich zu beschäftigen. Sie flechten sich gegenseitig die Haare oder erzählen sich Witze. Sie tauschen noch den Klatsch und Tratsch des Tages aus oder spielen Klatschspiele.

Irgendwann geht das Licht dann wieder an und wir alle können ganz normal den Angels-Home-Alltag weiterführen. Auch tagsüber kommt es gelegentlich vor, dass der Strom ausfällt. Das heißt, es gibt keinen Internetzugang und für uns Praktikantinnen kein fließendes Wasser. Das kann natürlich ganz schön nervig sein. Ich finde, in solchen Situationen sollte man dann einfach einen Perspektivwechsel vornehmen. So ein Stromausfall bringt nämlich Abwechslung in den Alltag und ist in der Dunkelheit auch mal ein bisschen aufregend. 

Erleuchtete Grüße von eurer Theresa.

Die Mädchen spielen im Dunkeln Klatschspiele.
Langweilig wird ihnen dabei nicht.
Auch Lena werden die Haare geflochten.
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