Tagebuch Linus, meine Reise in die Camps rund um Trincomalee. Teil 1.


Teil 1. 

  Vorgesehen war, dass wir am 05.06. nachts gegen 2 Uhr starten. Doch Rukmal rief mich gegen 22 Uhr an und meinte, wegen den verstärkten Kontrollen wäre es besser, schon gegen 23 Uhr loszufahren. Von Marawila bis Trincomalee sind es ca. 250 km und bei den Straßenverhältnissen kann man mit ca.8 Stunden fahrt rechnen.

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  Wir haben fast 10 Stunden gebraucht, da auf der A6 mehr Checkpoints waren als wir dachten. Allerdings hatten wir Glück und es wurden nur die Ausweise kontrolliert.  

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  In Kantale verließen wir gegen kurz nach 6 Uhr die A6. Wir fuhren fast 3 Stunden durch eine wunderschöne Landschaft, allerdings auch über eine holprige, teilweise schwer passierbare Schotterstraße.

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 Die Landschaft war traumhaft: weder Menschen noch Häuser, einfach nur Natur. 

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  Was das Bild allerdings trübte, waren die Soldaten, die immer wieder aus ihren Verstecken kamen, um uns zu kontrollieren.

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  Unser erster Stopp sollte das Transit Camp in Kilivedi sein, aber vorher mussten wir noch zu Rohan, ein guter Freund von Rukmal und mir. Ohne die Hilfe von Rohans Schwiegervater, der einen Ministerposten in Trincomalee hat,  hätten wir bestimmt einige Probleme mehr an den Checkpoints gehabt. Nach einigen Schweißausbrüchen und Muskelkater von den Schlaglöchern trafen wir gegen 9 Uhr auf Rohan, der schon an einer Kreuzung auf uns wartete. Wir fuhren zu ihm nach Hause, wo uns Rohans Freundin schon erwartete. 

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  Von wegen Freundin, nun sind die beiden verheiratet und das ganz heimlich! Na das nennt man Freunde...grins. 

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  Die beiden haben ohne Einverständnis der Eltern geheiratet, was auf dem Land im Gegensatz zur Großstadt überhaupt nicht geht und soweit führen kann, dass sie im Elternhaus nicht mehr erwünscht sind. Aber das ist ein anderes Thema.
Nachdem wir gefrühstückt hatten, sollte es eigentlich losgehen, aber kurz vorher bekam Rohan noch einen Anruf, dass er mal kurz den Einachser zu den Reisfeldern bringen sollte. Mal kurz! Das "mal kurz" hat dann ca. 2 Stunden gedauert, aber dafür war es interessant! 

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  Mittlerweile war es schon 12 Uhr und nein, ich war nicht hektisch, da es schon so spät war...lach. Wir mussten ja schließlich noch einige Kilometer fahren, da auf meinem Plan 3 Camps standen. Aber gegen 13 Uhr trafen wir dann endlich im Transit Camp Kilivedi ein, wo wir auch schon vom Manager erwartet wurden. 

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  Obwohl man uns nicht kannte und wir auch nicht zu den Hilfsorganisationen gehören, die viel bewegen können, bekamen wir aber die höchste Aufmerksamkeit und alle Fragen, die wir hatten, wurden ganz genau erklärt.

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  In den vier Camps, die hier alle dicht nebeneinander liegen, leben ca. 14700 Familien. Diese vier Camps werden von 23 Hilfsorganisationen betreut (siehe Fotos). Aber es war wohl gerade Mittagszeit und wir konnten weder ein Fahrzeug noch irgendwelche Mitarbeiter ausfindig machen. Allerdings muss ich auch eingestehen, dass in dem Haupt-Camp nur 16 Hilfsorganisationen tätig sind Stirnrunzeln.

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  Morgen geht es weiter mit Teil 2.