Ein Urlaub mit 3 Überraschungen und vielen Highlights – Teil 1


Wie in meinem Blog schon angekündigt, möchte ich euch hier noch ein wenig über meinen kürzlichen Urlaub in Deutschland berichten. Dieser war bereits seit Januar geplant, wurde diesmal jedoch streng geheim gehalten.

Der Grund dafür war schlicht und einfach, dass im Juni 3 liebe Menschen Geburtstag haben, die ich gerne als Gast auf ihrer eigenen Feier überraschen wollte. Außerdem boten sich während der 3 geplanten Wochen zufälligerweise noch andere Höhepunkte wie das Meininger Stadtfest, eine Taufe und der Abiball meiner Nichte. Doch dazu später mehr…

Wer so strahlt, muss wohl Geburtstag habenDie erste und wohl wichtigste Person, die ich überraschen wollte, war mein lieber Papa, der am 12.06. seinen 75. Geburtstag feierte und bis dahin absolut keine Ahnung hatte, dass seine weit entfernt geglaubte Tochter bei diesem Event dabei sein würde. Einen Tag vorher bin ich in Frankfurt gelandet und mit dem Zug zu meinem großen Bruder Marco gefahren, der ebenfalls schon seit Anfang des Jahres in die ganze Sache eingeweiht war und sozusagen meinen Komplizen spielte. Er besorgte einen großen Karton, in dem ich auf einem stabilen Bodenbrett im Schneidersitz Platz nehmen konnte. Das Rein- und Rausklettern übten wir vorher mit 2 kleinen Leitern, da der Karton so groß war, dass ich nicht einfach darübersteigen konnte. Hier war definitiv ein wenig Geschicklichkeit gefragt, aber das größte Problem stand uns noch bevor: Wie sollten wir den Karton mit dem (zugegeben nicht mehr so leichten) Inhalt vom Parkplatz in die Gaststätte transportieren? Während ich Marcos Vorschlag einer Sackkarre im Januar noch müde belächelte und sicher war, dass uns noch etwas anderes einfällt, so schien dies am Ende doch die effektivste Lösung zu sein. Zum Glück hatten wir mit den Freunden meiner beiden Nichten 2 starke Helfer, die gemeinsam mit meinem Bruder den großen Karton über einige Treppenstufen in die Gaststätte hineinrollten. Ich kann euch sagen, es ist ein interessantes Gefühl, im Schneidersitz mal eben um 45 Grad nach hinten gekippt zu werden, während man versucht, im Dunkeln die Balance zu halten und mit jeder Treppenstufe die Eisenstangen der Sackkarre im Rücken spürt. Verbuchen wir das mal unter „Erfahrungen, die man machen kann, aber nicht muss“. Egal, irgendwann stand ich also in meinem Karton an Ort und Stelle und die Show konnte beginnen. Obwohl ich erst ca. 10 min im Karton war, verstand ich zu diesem Zeitpunkt schon die Warnung einer Bekannten, auf ausreichende Luftzufuhr zu achten. Es wurde verdammt warm da drin und auch der Trageschlitz des Kartons, der sich direkt vor und hinter meinem Kopf befand, konnte daran nicht viel ändern. Bewegen konnte ich mich auch kaum, da dies zu viele Geräusche verursachte und obwohl ich gut und lange im Schneidersitz aushalten kann, war dies schon eine besondere Situation. Hinzu kamen dumpfe Schläge aus dem Nichts, die auf meine kleine Höhle einprasselten, während jemand sagte: „Was da wohl drin sein wird?“ Wenn man diese Geräusche nicht kommen sieht, kann man sich da im Dunkeln schon ganz schön erschrecken. Aber da musste ich jetzt durch! Ich hoffte einfach, dass unser Plan nicht mehr allzu lange dauern würde, während ich der Geräuschkulisse entnahm, wer alles da war und wie mein Bruder eifrig Leinwand und Beamer aufbaute, um eine vorgetäuschte Live-Schaltung nach Sri Lanka in die Wege zu leiten. Mit der Erklärung, dass dieses große Geschenk von uns Kindern sei und ich dazu ein paar Worte für unseren Papa vorbereitet hätte, rief Marco schließlich bei Frank an, der natürlich ebenfalls in das Ganze eingeweiht war. Mit großem schauspielerischem Geschick gratulierte er meinem Papa zum Geburtstag und entschuldige mich, da ich gerade auf dem Klo sei und mit dem scharfen Chicken vom Mittag kämpfe. Super! Danke, Hase! Bei einem zweiten und dritten Versuch, eine Verbindung zu Frank und mir herzustellen, spielten wir meinem Papa eine schlechte Interverbindung vor und Marco bedauerte sehr, dass man nun wohl auf meine Worte verzichten müsse. Ich dachte, ich höre nicht richtig, als mein wie immer super geduldiger Papa sagte: „Och, das macht doch nichts! Dann warten wir halt noch eine halbe Stunde und versuchen es dann noch einmal. Solange kann das Geschenk noch warten.“ Ähm, nein… kann das Geschenk nicht. Dem Geschenk geht nämlich langsam die Luft aus. Zum Glück ließ er sich schließlich doch überreden und alle waren nun gespannt, was in dem Karton wohl drin sein wird.

 

Wie ihr in dem kleinen Video sehen könnt, hat mein Papa sich riesig gefreut und er hat überhaupt nicht damit gerechnet, mich in dem Karton zu finden. Erst hatte ich überlegt, ihm voller Elan entgegenzuspringen, sobald er sich am Deckel zu schaffen macht, doch dann war mir das Risiko des Erschreckens seinerseits einfach zu groß, sodass ich in Ruhe abwartete, bis er mich entdeckte. Anschließend gab es aus dem Karton heraus noch ein paar gedichtete Zeilen mit guten Wünschen zum Geburtstag und ich verkündete bei dieser Gelegenheit auch gleich, dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe, was für meine Eltern wohl die größte Überraschung und Freude des Tages war.

In Deutschland macht Fahrradfahren super viel SpaßDie nächsten Tage in der Heimat verbrachte ich viel mit Faulenzen, Arztterminen und Fahrradfahren am Morgen, wenn es noch nicht so heiß war. Im Vergleich zu Sri Lanka können wir Deutschen uns wirklich glücklich schätzen mit den super ausgebauten Radwegen durch die Natur. So habe ich während meines Heimaturlaubs Meiningens Umgebung mit Mamas Drahtesel erkundet. An meinem ersten Wochenende hatte ich zufällig das Glück, auch seit Jahren mal wieder am Stadtfest in meiner Heimat teilnehmen zu können. Hier stellt Meiningen als Kleinstadt immer Einiges auf die Beine und bereits am ersten Abend traf ich sehr viele Leute, die ich ewig nicht mehr gesehen hatte. Überall in der Innenstadt war Musik und obwohl man zu Fuß locker in 20 min alles einmal gesehen hat, konnte ich an dem Abend nur 2 ganze Runden drehen, weil ich ständig irgendwo jemanden getroffen und mich unterhalten habe. Als ich heim bin, wurde es schon langsam hell… Am zweiten Abend hielt ich deshalb nicht mehr ganz so lange aus, aber das war nicht so schlimm, da für Sonntag ein Tagesausflug mit meinem Papa und meinem Bruder auf dem Plan stand, was quasi unser Geburtstagsgeschenk war. Wir fuhren nach Erfurt und besuchten einen sogenannten Escape Room – ein Riesenspaß, den ich jetzt hier im Einzelnen zwar nicht erklären, aber trotzdem jedem empfehlen kann. Anschließend waren wir Steak essen, wie es sich für einen richtigen Männer-Ausflug gehört und für meinen Papa als Thüringer-Bratwurst-Fan ging es danach noch ins Bratwurst-Museum nach Holzhausen. Ja, ihr habt richtig gehört: Es gibt ein Bratwurst-Museum und auch mir war vorher absolut unklar, was es da wohl zu sehen gibt. Von der Geschichte der Wurst, über verschiedene Rezepte, Sagen, Bekanntheit im Ausland bis hin zur Verkostung wurde hier ziemlich viel geboten. Mein persönliches Highlight war ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Lieber Gott, schütze uns vor Regen, Sturm und Wind und vor Bratwürsten, die nicht aus Thüringen sind!“ 😊

Mit Papa und Marco im Escape Room in Erfurt

Im Bratwurstmuseum in Holzhausen

Am nächsten Tag ging´s dann direkt weiter mit Geburtstagsüberraschung Nummer 2, doch dazu dann mehr in Kürze mit dem 2. Teil meines Tagebucheintrags...

Beste Grüße aus Sri Lanka,

Julia.

3 Überraschungen und vielen Highlights Teil 2