Zwischen zwei Welten und zurück in der Heimat


Nachdem ich nun schon seit fast einer Woche wieder in meiner Heimat, der Vorderen Rhön in Südthüringen, bin, wird es langsam Zeit, dass ich euch etwas von meiner kleinen Rundreise und den damit verbundenen Vorträgen berichte.

Hana mit Hunde-Dame MalouLos ging´s am 03.11. nach Hamburg, wo mich unsere liebe Freundin und langjährige Projektpatin Hana am Nachmittag vom Bahnhof abholte. Nachdem mir meine riesige Reisetasche beim ersten Anlauf auch glatt die Sicht auf unseren Treffpunkt versperrte, haben wir beschlossen, erstmal in Hanas Wohnung zu fahren, um meine Sachen abzuladen. Dort lernte ich dann endlich die Tibet-Terrier-Dame Malou kennen, von der ich schon so wahnsinnig viel gehört habe und die Hanas Ein und Alles ist. Später am Abend waren wir noch superlecker (ich glaube, portugiesisch) Essen und ich habe mich gleich in der ersten Nacht bei Hana heimisch gefühlt.

Am nächsten Tag sind wir zu den Landungsbrücken gefahren, wo wohl jeder Tourist in Hamburg einmal gewesen sein muss. Von dort aus starteten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Bus, wo man die wichtigsten Touristenattraktionen gezeigt und erklärt bekommt. Das war ganz gut, um mal so einen Gesamtüberblick von der Stadt zu bekommen. Nach kurzer Besichtung des Rathauses und der Binnenalster sind wir dann zurück zu Hana gefahren, um uns noch ein wenig aufs Ohr zu hauen. Bei mir war allerdings nicht viel mit Ruhe, denn ich war zu diesem Zeitpunkt schon viel zu aufgeregt. Schließlich sollte am Abend mein erster Vortrag der Reihe „Zwischen zwei Welten“ in Hamburg sein und ich musste meine Präsentation im Geiste noch einmal durchgehen. Gegen 17 Uhr haben wir uns dann auf den Weg zu der Kirchengemeinde gemacht, die uns Projektpatin und gleichzeitig Hanas Freundin Uta kostenfrei für die Veranstaltung organisiert hat. (An dieser Stelle noch einmal ganz, ganz lieben Dank!) Wir haben alles aufgebaut, sogar etwas Tee und Kaffee gekocht und es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Gäste kamen. Vortrag in HamburgMit Hilfe einer Powerpointpräsentation habe ich den 18 aufmerksamen Zuhörer dann berichtet, wie unser Projekt entstanden ist, was wir in den letzten Jahren erreicht haben und welche Ziele wir mit unserer Arbeit verfolgen. Im Anschluss daran haben wir noch das letzte Angels-Home-Video geschaut und ich habe den Abschlussbericht unserer ehemaligen Praktikantin Simone Schöll vorgelesen, die mir quasi mit jedem Satz aus der Seele spricht und einen guten Überblick über die vielfältigen Erfahrungen gibt, die man während eines Aufenthalts bei uns sammeln kann. Mit einer netten Gesprächsrunde, in der die Zuhörer Fragen stellen konnten, haben wir die Veranstaltung ausklingen lassen. Anschließend sind wir noch mit einer kleinen Gruppe von Paten und anderen Interessenten chinesisch Essen gegangen. In meiner Spendenbox lagen am Ende des Abends 105 Euro – vielleicht nicht ganz so viel, wie ich mir von Hamburg erhofft hatte, aber es war trotzdem eine gelungene Veranstaltung. Außerdem muss man dazu sagen, dass ausschließlich Zuhörer da waren, die unser Projekt ohnehin schon kannten und größtenteils auch bereits regelmäßig unterstützen.

Besuch bei Rieke und ChristofIn den folgenden Tagen habe ich noch einige Bekannte in Hamburg besucht und mir einiges von dieser wunderschönen Stadt angesehen. In den ersten Tagen war ich bei Rieke und Christof, auch langjährige Freunde und Unterstützer unserer Arbeit. Mit Rieke war ich im Hamburger Dungeon, eine Art Gruselkabinett, in dem man einiges über die Geschichte der Stadt erfährt.Las Vegas bei Nacht im Miniatur-Wunderland Außerdem habe ich mir noch das Miniatur-Wunderland angesehen, die größte Modellbahn-Anlage Europas, wo man einen Teil von Hamburg, Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA, Skandivavien und sogar einen Flughafen im Kleinformat bestaunen kann. Dort habe ich ca. 4 Stunden zugebracht und war wirklich beeindruckt von der gesamten Anlage, in der zwischenzeitlich sogar künstlich Nacht erzeugt wird. Mit Heidi Klum im WachsfigurenkabinettAnschließend war ich noch im Wachsfigurenkabinett Panoptikum, wo man neben zahlreichen Figuren wie Robby Williams, Steffi Graf, Napoleon, den Beatles und Heidi Klum auch zu sehen bekommt, wie eine Wachsfigur entsteht und welch aufwendige Arbeitsschritte insbesondere für die Gestaltung des Kopfes erforderlich sind.

Am Dienstag habe ich noch einen kleinen Abstecher nach Schiphorst (zwischen Hamburg und Lübeck) gemacht, wo ich Franks Schwester Heide und ihre Familie besucht habe. Zum Abschluss ging´s dann am Mittwochabend noch einmal mit Hana auf die Reeperbahn, wo wir natürlich auch die zahlreichen Mädels begutachtet haben, die dort an jeder Ecke stehen. Für mich als Kleinstadtkind war das auf jeden Fall auch mal ganz interessant.

Am Donnerstagmorgen ging´s dann mit dem Zug weiter nach Lengerich, Franks Heimatstadt, wo mich seine Eltern Horst und Renate auch gleich liebevoll empfangen haben. Dort konnte ich mich vom Hamburger Großstadt-Stress ein wenig erholen und am Freitagvormittag ein superleckeres Frühstück im Cafe Rabbel in Tecklenburg genießen.Vortrag in Osnabrück Am Abend des 11.11. stand dann mein nächster Vortrag in Osnabrück auf dem Programm, wofür wir den Spitzboden der Lagerhalle gebucht hatten. Inhalt und Ablauf waren ähnlich wie in Hamburg, aber zu meiner großen Freude konnten wir hier ca. 33 Gäste begrüßen, unter denen ich sogar einige neue Gesichter erkennen konnte. Geld zählen macht SpaßNachdem wir den Abend wieder mit Pateneltern und Freunden bei einem guten Essen im Flammkuchenhaus ausklingen ließen, fuhr ich mit Franks Eltern wieder nach Hause und wir konnten es schon auf der Heimfahrt kaum noch erwarten, die Spendenbox (liebevoll auch „Porzellan-Frank“ genannt) zu öffnen. In der Küche war es dann soweit; wir zählten die Einnahmen des Abends und stellten überrascht fest, dass 400 Euro zusammengekommen sind. Darauf mussten wir natürlich noch einen Jägermeister trinken! 

Die folgenden Tage habe ich bei unseren guten Freunden Nicole und Kai verbracht, die ein ganz zauberhaftes Häuschen mit riesigem Garten und tollem Ausblick in Ibbenbüren bewohnen. Mit Labrador Ulan sind Nicole und ich viel spazieren gegangen und ich habe die frische Luft, die netten Gespräche und die viele Bewegung sehr genossen. Am Montag war ich dann noch eine Nacht bei Franks anderer Schwester Petra, die mich auch gleich noch mit zu ihrer wöchentlichen Sportgruppe genommen hat. Es ist doch immer wieder überwältigend, wo man überall Muskeln besitzt, die man erst dann so richtig wahrnimmt, wenn man Muskelkater hat... Naja... Die letzte Nacht habe ich dann noch einmal bei Franks Eltern verbracht und am Mittwoch gegen Mittag hat mich Horst wieder zum Lengericher Bahnhof gebracht.

Soviel zu meiner Tour von Meiningen über Hamburg nach Osnabrück und wieder zurück. Es waren auf jeden Fall 2 sehr erlebnisreiche Wochen, in denen ich viel gesehen und nette Kontakte geknüpft habe. Im Endeffekt darf man natürlich nicht nur die hängengebliebenen Spendengelder betrachten, sondern die beiden Veranstaltungen haben beispielsweise auch eine neue Kinderpatenschaft, zwei mögliche Praktikantinnen und eine interessierte Fotografin hervorgebracht, die uns demnächst besuchen möchte. Man muss also immer das Gesamtpaket betrachten und damit bin ich für meinen ersten Versuch einer Vortragsreihe mehr als zufrieden! Ich möchte mich auch noch einmal ganz herzlich für die Gastfreundschaft all unserer Pateneltern, Projektpaten und Freunde bedanken, die mich alle so lieb bei sich aufgenommen und versorgt haben. Ich habe mich bei euch sehr wohl gefühlt!

Freundin und Organisatorin Kathi BaumannSchauspielgruppe „Tohuwabohu“Am Samstag stand dann aber noch eine Veranstaltung ganz anderer Größenordnung auf dem Programm. Meine Freundin Kathi Baumann und ich hatten uns vor einiger Zeit überlegt, dass es doch ganz nett wäre, in Meiningen wieder ein Benefizkonzert zu Gunsten des Angels Home auf die Beine zu stellen, sozusagen „Kultur für Sri Lanka – die Zweite“. Dieses Mal konnte Kathi den neuen Chor namens „Chorisma“ der Max Reger Musikschule gewinnen, einige Lieder für den guten Zweck zum Besten zu geben. Außerdem sorgte die Schauspielgruppe „Tohuwabohu“ für einen amüsanten Beitrag. Moderiert wurde das Ganze von unserem guten Freund Fabian Giesder, der einfach für so etwas geboren ist und seinen Job wieder einmal ganz klasse gemacht hat! Nachdem wir bei der letzten Veranstaltung im Jahr 2010 gemalte und gerahmte Bilder von unseren Mädchen versteigert hatten, wollten wir auch dieses Mal wieder ein Spiel bzw. eine Versteigerung einbauen. Auch darum hat sich Fabi im Vorfeld gekümmert und in Meiningen und Umgebung Preise eingeheimst, die wir dafür nutzen konnten. So kamen beispielsweise 2 dreitägige Berlin-Rundfahrten, Karten für die Biathlon-MeisMeininger Vocalensemble „Chorisma“terschaften, zahlreiche Bilder ansässiger Künstler, Bücher, Gutscheine für Essen, Übernachtungen Moderator Fabian Giesderund Schwimmbad zusammen. Kathi und ich waren erstaunt, wo er die Sachen alle aufgetrieben hatte. Nach dem kulturellen Programm konnte also wieder ersteigert werden, was das Zeug hält. Und auch da muss man sagen: Hätten wir Fabi nicht als Moderator gehabt, hätten wir vermutlich nur die Hälfte der Sachen an den Mann bzw. an die Frau gebracht... 

Der Meininger Rautenkranz war gut gefüllt.Alles in allem ein sehr gelungener, sehr amüsanter und sehr gewinnbringender Abend im Meininger Rautenkranz. Mit Spendeneinnahmen in Höhe von 1.900 Euro konnten wir sogar unser Ergebnis vom Vorjahr toppen, worauf wir natürlich sehr, sehr stolz sind! An dieser Stelle auch noch einmal ein recht herzlicher Dank an alle Mitwirkenden! In Kürze wird im Meininger Tageblatt auch noch ein Pressebericht zur Veranstaltung folgen.

 

Tja, ihr Lieben, so viel erstmal zu meiner kleinen Vortragstour in Deutschland. Abschließend kann ich sagen, dass sich diese Aktionen auf jeden Fall gelohnt haben und ich könnte mir gut vorstellen, bei meinem nächsten Deutschland-Aufenthalt etwas ähnliches auf die Beine zu stellen. Nun werde ich meine restliche Zeit in Deutschland aber noch ein wenig genießen, bevor ich am 27.12. zurück nach Sri Lanka fliege. Aber eins sei an dieser Stelle schon mal verraten: Ich freue mich riesig darauf, Frank und die Mädels endlich wieder zu sehen!

Ganz liebe Grüße aus Südthüringen,

eure Julia.