Vom Putzen, Abnehmen und der Rhöner Waldluft.


Papa Fischer Schlehen-Pflücken Es ist wirklich Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Nun bin ich schon wieder 1,5 Monate in Deutschland und mir kommt es noch gar nicht so lange vor. Es hat sich auch hier schon fast wieder so etwas wie Alltag eingeschlichen und zu dem gehört nun einmal ganz automatisch auch 8.000 km entfernt das Angels Home dazu. So bin ich eben trotz der Distanz fast jeden Tag mit Frank in Kontakt, beantworte meine Emails, rühre fleißig die Werbetrommel und rufe die Mädels an, die zwischendurch Geburtstag haben, um „Happy Birthday“ zu trällern... Trotzdem ist es auch mal ganz schön, etwas anderes sehen und hören zu können, wenn einem danach ist. Ich freue mich darüber, mal wieder im „Hotel Mama“ zu leben, mit meinem 91-jährigen Opa einen Jägermeister zu trinken und mit guten Freunden lange Gespräche zu führen oder einfach mal einen draufzumachen.

Aber natürlich soll das Leben hier in Deutschland auch nicht nur „Friede, Freude, Eierkuchen“ sein und deshalb hab ich mich von Anfang an dazu entschieden, während meines Aufenthaltes auch wieder ein paar Wochen arbeiten zu gehen. Und ob ihr´s glaubt oder nicht, schon ziemlich früh war mir klar, dass es diesmal kein Aushilfsjob in einem Kindergarten oder einer Behindertenschule werden sollte. Nein, auf keinen Fall etwas Soziales oder eine Arbeit, wo ich den ganzen Tag auf einem Bürostuhl sitze und mich mit Menschen unterhalten muss. Ich wollte etwas unkommunikatives, geistig nicht anspruchsvolles und dafür körperlich etwas mehr Bewegung. Da lag es nahe, meinen Nachbar zu fragen, ob er mir nicht in seiner Reinigungsfirma einen Job besorgen kann. Dort habe ich früher zu Schulzeiten auch öfters gearbeitet und es hat auch diesmal wieder auf Anhieb geklappt. So habe ich nun bereits die letzen vier Wochen Computertastatur, Aktenordner und Schulschrankschlüssel gegen Eimer, Wischmopp, Staubwedel und gelegentliche Rückenschmerzen eingetauscht. Und ich kann euch sagen: Mein Leben lang würde ich das auch nicht machen! Es ist schon ganz schön krass, unter welchem Zeitdruck Reinigungskräfte so stehen und wie man bei dieser Arbeit auch körperlich an seine Grenzen kommen kann. Mal ganz davon abgesehen, dass ich momentan morgens um 4 Uhr aufstehen muss, wenn man den ganzen Tag nichts anderes macht als große Flächen mit dem Wischmopp zu bearbeiten oder auf Knien in Badezimmer umherrutscht, um Farbspritzer von den Fliesen zu klubbern, da weiß man abends, was man gemacht hat. Aber ich will mich nicht beschweren; es ist genau das, was ich während dieser Zeit machen wollte und für mich ist es auf jeden Fall auch mal wieder eine Erfahrung , das Arbeitsleben in Deutschland mitzuerleben. Ein bisschen stolz bin ich auch auf meinen jetzigen Job, den ich noch bis Ende nächster Woche machen werde. Ich bin bei der Grundreinigung des Meininger Theaters dabei, welches nun fast 2 Jahre lang Schließzeit hatte, weil es komplett renoviert wurde. Meiningen wäre ohne sein Theater nicht Meiningen, wie man es kennt und deshalb macht es schon auch ein bisschen Spaß, dieses ehrenwürdige Gebäude wieder aufzupolieren...

So weit, so gut. Die gewollte körperliche Anstrengung hatte natürlich auch noch einen anderen Grund. Frank und ich haben in diesem Jahr ganz gut an Gewicht zugelegt und da muss langsam echt mal was passieren, damit diese überschüssigen Pfunde wieder etwas weniger werden. Deshalb haben wir beide eine spannende Wette abgeschlossen: Wer am Ende der 3,5 Monate, die ich nun in Deutschland bin, mehr abgenommen hat, bekommt vom anderen nach meiner Rückkehr im Dezember ein 5-Gänge-Menü gekocht. Super Wetteinsatz, da kann man sich dann das, was man mühselig abgenommen hat, an einem Abend wieder drauffressen... Winken Naja, über Erfolge und Rückschläge dieser kleinen Wette sei an dieser Stelle mal nicht berichtet. Denn wie sagt man so schön; am Ende werden die Toten gezählt!

Was ich hier zurzeit wirklich sehr genieße, ist die Natur sowie lange Spaziergänge durch Wiesen und Wälder. Meist schließen sich da auch meine laufbegeisterten Eltern mit an, wie zum Beispiel gestern, als wir im Wald Schlehen gesammelt haben. Mein Papa macht davon dann immer selbst Wein, Likör sowie Gelee und wie man sehen kann, ist er stolz über jeden vollen Eimer. Grinsen

Julia Fischer mit Mutti Fischer :-)Die Ausbeute eines Schlehensammlers :-)

Ansonsten war und bin ich in den letzten Wochen auch stark damit beschäftigt, meine Veranstaltungen in Hamburg, Osnabrück und Meiningen zu planen. Dazu muss letztendlich doch eine ganze Menge organisiert werden und ich bin froh, dass ich meine ganzen fleißigen Helferchen hatte, die mir in den einzelnen Städten unter die Arme gegriffen haben bzw. auch jetzt noch tun. Hier noch einmal die Daten im einzelnen:

Hamburg: 04.11.2011, ab 18 Uhr, Gemeindesaal der Kirchengemeinde Sankt Thomas-Morus, Koppelstraße 16, 22527 Hamburg (Stellingen)

Osnabrück: 11.11.2011, ab 18 Uhr, Spitzboden der LAGERHALLE Kultur & Kommunikation e.V., Rolandsmauer 26, 49074 Osnabrück

Meiningen: 19.11.2011, ab 19.30 Uhr, Kleinkunstbühne Rautenkranz, Ernestinerstraße 40, 98617 Meiningen

Zur Veranstaltung in Meiningen steht der Flyer leider noch nicht, da wir das Programm noch planen müssen. Dort wird es in jedem Fall auch wieder einen Kulturbeitrag und ein amüsantes Unterhaltungsprogramm geben. Man darf also gespannt sein!

Für die beiden Vorträge in Hamburg in Osnabrück bin ich gerade noch dabei, Zeitungen und Radiosender zu kontaktieren, um das Ganz ein wenig bekannt zu machen. Wer diesbezüglich einen guten Tipp für mich hat, kann sich gerne bei mir melden. Ich freue mich über jeden Hinweis!

Soviel für heute erstmal wieder von mir. Die Sonne scheint schon wieder und was kann man da besseres machen, als einen ausgiebigen Spaziergang an der frischen Luft?

Liebe Grüße,

Julia.