Julia Fischer. Wer ist Angels Home Sands Star? 22.09.2010


  Am Sonntag sollte endlich der nächste Wettbewerb zu unserer Suche nach dem Angels Home Mega Star stattfinden. Dieses Mal haben wir auf die Idee einer zukünftigen Praktikantin zurückgegriffen, die uns vorschlug, das Ganze doch mal am Strand zu veranstalten und jedes Mädchen im Sand ein kleines Kunstwerk anfertigen zu lassen. Somit lautete das Motto dieses Mal: Angels Home Sands Star... 

Gegen 15 Uhr machten wir uns auf den Weg, bewaffnet mit großen und kleinen Schüsseln, die als Hilfsmittel und Wasserspender dienen sollten. Wir mussten zunächst ein ganzes Stück gehen bis wir an die momentan einzige Stelle an Marawilas Strand kamen, die noch einigermaßen ungefährlich ist und wo man Kinder noch unbekümmert am Wasser spielen lassen kann.

Die Kids waren sofort hellauf begeistert und begannen damit, in den seichten Wellen herumzuplantschen. Bisher hatten sie noch keine Ahnung, was wir wohl mit den ganzen Schüsseln am Strand machen würden. Einige vermuteten, wir würden uns alle gemeinsam im Meer waschen. (Viele Singhalesen benutzen zum Waschen Plastikschüsseln, mit denen sie sich das Wasser über Kopf und Körper laufen lassen.) Ich blieb jedoch felsenfest bei meiner Behauptung, wir würden heute der Umwelt mal etwas Gutes tun und den gesamten Strandabschnitt sauber machen, wobei wir den Müll in den Plastikschüsseln sammeln werden. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, wie ihr euch bestimmt denken könnt... 

Irgendwann wollte ich die Kids jedoch nicht länger auf die Folter spannen und eröffnete ihnen, dass wir heute einen neuen Wettbewerb starten und jeder für 30 Minuten seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen, schnappten sich in Grüppchen 2-3 Schüsseln und suchten sich ein wellensicheres Plätzchen. Jeder begann zu buddeln und zu formen, um das schönste, größte und ausgefallenste Kunstwerk zu errichten. So ausgelassen wie am Strand sieht man unsere Mädchen nur selten und deshalb ist es jedesmal etwas ganz Besonderes für sie, bei einem Ausflug mal nicht auf ihre guten Klamotten achten zu müssen, sondern einfach nur im Sand herummatschen zu dürfen. Selbst unsere Ältesten Udeshika, Mali und Saduni genossen es, mal wieder richtig Kind zu sein.

Innerhalb der nächsten halben Stunde entstanden wirklich erstaunliche Sandbauten, in die sogar der herumliegende Müll mit integriert wurde. Die Gruppe von Shakina, Kumari, Dinesha, Shanika und unserem Neuzugang Sawani errichtete beispielsweise ein ganzes Höhlendorf mit Zufahrtsstraßen. Unsere Künstlerin Chathumini grub aus einem Stück Strand einen wunderschönen Stern heraus, den sie sogar mit unterschiedlich farbigen Sand verzierte. Anne baute für sich allein eine Dagoba mit rundem Torbogen und weißer Spitze. Die Gruppe von Chanchala, Surangika, Hasini, Kavindiya und Hiruni baute eine große Tempelanlage, die mit zahlreichen grünen Blättern verziert wurde. Unsere kleinen Mädchen wie beispielsweise Subani, Piumi und Asadi konnten sich nicht so recht entscheiden und hatten eindeutig mehr Spaß daran, einfach im Sand herumzuwühlen, anstatt ein konkretes Kunstwerk zu bauen. 

Marawila Sand StarMarawila Sand StarMarawila Sand Star

Marawila Sand StarMarawila Sand StarMarawila Sand Star

Irgendwann war die halbe Stunde fast abgelaufen und ich wollte gerade eine Ansage machen, dass die Mädchen langsam zum Schluss kommen sollen. Dann kam leider das Unerwartete: Eine riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeesengroße Welle schwappte an den Strand und riss alle mühsam erbauten Kunstwerke unserer Kids mit sich ins Meer... Entsetzen, Wut und Schweigen bei unseren Mädchen... Zum Glück hielten diese Gefühle jedoch nicht allzu lange an und verwandelten sich stattdessen in herzhaftes Gelächter und ausgelassenes Herumtoben.

Marawila Sand StarMarawila Sand StarMarawila Sand Star

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Am Ende unseres Strandausfluges haben wir beschlossen, dass es eben keinen Angels Home Sands Star gibt, weil es das Schicksal halt nicht so wollte. Trotzdem hatten wir einen wunderschönen Tag und als wir den Heimweg antraten, gab es nicht einen einzigen Millimeter trockenen Stoff, dafür aber 48 glückliche Kinderaugen, die nun langsam müde wurden...