Tagebuch Julia. Unterstützung für das Behindertenheim. 11.03.2008


 Am Sonntagmorgen kam Petra Wysk wieder einmal zu Besuch ins Angels Home. Schon mehrfach hat sie Frank besucht und mit der Unterstützung des Forum Romanums oder auch im Alleingang einige Geldspenden überbracht. Bei jedem ihrer Besuche bekam auch das Behindertenheim in Wennappuwa die eine oder andere Zuwendung. So hatte Petra dieses Mal insgesamt 400 Euro für diese Einrichtung dabei, welche nun sinnvoll investiert werden sollten. Außerdem hatten wir noch zwei kleinere Geldspenden von meinen Eltern sowie von Horst Peter Engel, welche auch für das Behindertenheim gedacht waren.

Deshalb bin ich gestern gemeinsam mit Petra und Rukmal dorthin gefahren, um erst einmal nachzufragen, welche Sachen momentan am Dringendsten benötigt werden. Mittlerweile ist die Einrichtung von Wennappuwa nach Negombo umgezogen, da der Heimleiter ebenfalls Probleme mit seinem abgelaufenen Pachtvertrag hatte. In Negombo hat er sich nun selbst ein weitaus größeres Haus für seine lohnenswerte Arbeit aufgebaut. 

BehindertenheimTrotz dieser Fortschritte ist der erste Eindruck immer noch erschreckend, wenn man das Behindertenheim betritt. Momentan sind dort 36 Personen untergebracht, die teils geistig und teils körperlich behindert sind. Die Altersspanne liegt nach meinen Schätzungen zwischen 7 bis 50 Jahren, obwohl man dies bei den meisten Behinderten nur schwer einordnen kann.

 

Einige Menschen sind stark unterernährt und verbringen die meiste Zeit des Tages zusammengekauert in einer Ecke. Selbst das neue Gebäude riecht teilweise schon nach Urin und das wenige (und teilweise noch sehr junge) Personal scheint mit der Betreuung überfordert zu sein. Einige Kinder werden zwischenzeitlich in Gitterbetten „verfrachtet", die leider noch nicht alle mit Matratzen ausgestattet sind, um sich vorerst um die Bedürfnisse der anderen zu kümmern.

Behindertenheim in Sri LankaBehindetenheim

Der Heimleiter teilte uns mit, dass es nach wie vor sehr schwierig ist, ein wenig Mitgefühl und Engagement von der singhalesischen Bevölkerung zu bekommen, da das Thema Behinderung hier weitestgehend tabuisiert und kaum als eine Form menschlichen Lebens betrachtet wird. Aus diesem Grund sei es auch sehr schwer, liebevolles und fürsorgliches Personal für seine Einrichtung zu finden.

Nach Besichtigung der Räumlichkeiten und eingehendem Nachfragen erzählte uns der Heimleiter, dass er am liebsten zunächst einmal die Baumaßnahmen am neuen Haus abschließen würde. Dazu fehlte ihm noch einiges an Zement, Stahl sowie verschiedene Elektrizität. Da Petra und ich jedoch auch gerne alle Betten mit Matratzen und Moskitonetzen ausstatten wollten, haben wir uns darauf geeinigt, zunächst diese Sachen einzukaufen und das übrige Geld dann in Baumaterialien zu investieren. Wir sind dann gemeinsam mit dem Heimleiter sowie dem Sekretär seiner Foundation in die Stadt gefahren, um dort in einem ca. 3stündigen Einkauf alles zu besorgen. Insgesamt wurden ca. 100 Euro für Moskitonetze, Matratzen sowie Gummiunterlagen und ungefähr 330 Euro für Baumaterialien ausgegeben. Danach sind wir noch einmal zum Behindertenheim gefahren, um die Sachen dort abzuliefern.

BehindertenheimBehindertenheimBehindetenheim

Der Heimleiter und auch das angestellte Personal haben sich sehr über unsere Sachspenden gefreut. Ich hoffe wirklich sehr, dass diese Einrichtung weiterhin Bestand hat und irgendwann auch die nötige Anerkennung und Unterstützung aus der Bevölkerung erhält. Gelegentliche Besucher, welche die Mahlzeiten oder auch andere Kleinigkeiten für die Behinderten bringen, sind zwar ein Anfang, aber es ist sicherlich noch ein langer und harter Weg für den Heimleiter und sein Team.