Tagebuch Julia. Tierische Erlebnisse. 14.02.2008


  Bisher bin ich ja eigentlich immer ganz gut verschont geblieben, was die Begegnung mit reptilienartigen Inselbewohnern angeht. In der letzten Zeit glaube ich jedoch, die haben´s auf mich abgesehen... Überrascht

Vor einigen Tagen war ich mit Jasintha und einigen Mädchen hinter dem Haus an unserem Schrank mit den Schulmaterialien, um einige Sachen auszugeben. Während ich einige Hefte und Blätter heraussuchte, standen die Kids und Jasintha vor der Tür und haben gewartet. Plötzlich schauten alle wie versteinert zum Dach und machten erst mal 10 Schritte zurück. Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, wollte ich natürlich wissen, was da los ist und steckte meinen Kopf ganz selbstbewusst zur Tür heraus, um an den Dachbalken zu schauen. Da hörte ich schon die ernste Stimme unserer Heimleiterin: "Julia, you go... go inside!" Erst in diesem Moment habe ich realisiert, dass sich gerade heimlich, still und leise eine Schlange über unseren Köpfen ihren Weg gebahnt hat. Als ich sie gesehen habe, brauchte mir Jasintha nicht noch einmal sagen, was ich tun sollte. Mit einem Satz bin ich wieder zurück in den Raum, habe mich hinter der Schranktür versteckt und wartete auf die Dinge, die dann kamen. Es dauerte keine 2 Minuten und das gesamte Personal und alle Mädels waren hinter dem Haus versammelt, um einen Blick auf die Schlange zu ergattern. Sie war zwar nicht sonderlich dick, aber dafür ca. 1,50 Meter lang und die Farbgebung sah auch nicht gerade harmlos aus. Jasintha hat das Tier dann mit einem dicken Stock verscheucht und seitdem haben wir sie auch nicht wieder gesehen. Trotzdem schau ich mir jetzt immer erst die Dachbalken genau an, bevor ich den Raum betrete.

Als ob diese Begebenheit nicht schon genug wäre, gab´s gestern gleich die zweite tierische Begegnung. Frank und ich wollten uns gerade auf den Weg zum Heim machen als plötzlich unser Nachbarshund "Waldi" (so nennen wir ihn einfach mal) mit lautem Gebell und Geknurre auf unsere Haustüre zugestürmt kam. Normalerweise kommt der nicht in unser Haus und ehe ich mich wirklich fragen konnte, was wohl mit ihm los sei, schaute ich an mir herunter zu meinen Füßen und da saß doch tatsächlich ein mittelgroßer Waran. Ich glaube, so sehr wie in diesem Moment habe ich mich schon lange nicht mehr erschrocken. Ich stieß erstmal einen lauten Schrei aus und gleichzeitig machte ich einen filmreifen Sprung in die Höhe. Dann rannte ich einfach nur noch zum Schlafzimmer und verschloss die Tür. Mein Herz pochte wie verrückt. Immerhin kann so ein Waran ganz schön zubeißen, wenn er sich bedrängt fühlt und klein war der ja auch nicht gerade. Ich hörte es ein paar Mal in der Küche scheppern und bin dann ums Haus herum zur Eingangstür gegangen, um zu sehen wie Frank mit dem uneingeladenen Besucher kämpfte... Lachen Leider musste er ihn kurz aus den Augen lassen, da jemand vor unserer Tür stand und mit Frank sprechen wollte. Nach dem Gespräch gingen wir wieder hinein, aber der Waran war spurlos verschwunden. Das war ziemlich merkwürdig, weil es eigentlich keine Stelle gab, wo er hätte rauskommen können. Wir haben dann das ganze Haus und alle Ecken durchsucht, aber das Tier nirgends gefunden. Tja... also sind wir zum Heim gefahren und als wir am späten Nachmittag zurück kamen, war da immer noch keine Spur. Nun wissen wir quasi nicht wirklich, ob sich der Waran noch immer im Haus befindet oder ob er doch irgendwo einen Weg nach draußen gefunden hat. Nun ja... Ich hab hier schon besser geschlafen als in der vergangenen Nacht, aber ich hoffe einfach mal, dass unser Kumpel sich irgendwie befreit hat... Unentschieden

Schade ist natürlich, dass wir von beiden Tieren mal wieder kein Foto machen konnten, aber wie sagte Frank gestern so schön: Man kann die Digicam ja auch nicht ständig um den Hals hängen haben. Außerdem versucht wohl jeder vernünftige Mensch in so einer Situation erst einmal, sich in Sicherheit zu bringen anstatt ein Foto zu machen. Nagut... außer man heißt Frank Lieneke, aber ich sprach ja auch von vernünftigen Menschen... Zunge rausstrecken