Tagebuch Julia. Unser Besuch und meine Zukunft. 20.01.2008


  In Franks letztem Tagebucheintrag habt ihr ja schon erfahren, dass wir momentan sehr viel Besuch in Marawila haben. Deshalb ist es auf der Homepage auch etwas ruhiger geworden. Da mein letzter Eintrag nun jedoch schon über 3 Wochen her ist, möchte ich heute auch mal wieder etwas schreiben.

Franks Eltern und seine Schwester Petra sind nun schon seit 06.01. hier und leider endet ihr Aufenthalt in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch schon wieder. Franks bester Freund Jan kam am 08.01. und bleibt noch bis 27.01. Die vier haben von letzten Sonntag bis Donnerstag gemeinsam mit Frank eine Tour nach Hikkaduwa zum Baden und Relaxen gemacht. Bereits am Freitag sind dann Jan und Petra noch einmal mit Rukmal losgefahren, um zusammen den Adam´s Peak zu besteigen und sich das World´s End anzusehen. Vermutlich kommen sie heute oder morgen im Laufe des Tages wieder zurück.

Meine Eltern sind seit 12.01. hier und bleiben nun noch bis Samstag. An ihrem Ankunftstag hatte zufällig auch noch ihr Patenkind Anne Geburtstag, so dass sie gleich einen Kindergeburtstag im Heim miterleben durften. Bei so vielen Besuchern haben sich unsere Mädels natürlich auch wieder richtig ins Zeug gelegt und ein super Programm aufgeführt. Mich hat es besonders gefreut, dass meine Eltern vom Angels Home und von unseren 20 Mädchen total angetan waren. Nun können sie sich endlich mal ein Bild davon machen, wie ich hier so lebe und warum mir diese ganze Sache so sehr am Herzen liegt. Es ist eben doch etwas anderes, ob man dieses Projekt nur von Bildern und Erzählungen kennt oder ob man selbst schon einmal hier gewesen ist.

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Am Dienstag habe ich mit meinen Eltern in Negombo eine kleine Bootstour gemacht, bei der wir ein paar Warane gesehen haben und u.a. eine kleine Schnapsbrennerei besucht haben.

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Von Donnerstag zu Freitag waren wir dann zusammen in Kandy, wobei wir die typischen Sehenswürdigkeiten mitgenommen haben: Spice-Garden, Elefantenwaisenhaus, Kandy-Dance, Zahntempel und Botanischer Garten. Auf dem Rückweg haben wir schließlich noch einen Abstecher ins Hochland gemacht, um dort die Teefabrik zu besichtigen. Alles in allem hat meinen Eltern unsere kleine Tour sehr gut gefallen, auch wenn sie im Vergleich zu ihrem letzten Sri Lanka Besuch im Jahr 1995 viele Veränderungen feststellen konnten. 

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Seit nun bereits einer Woche ist unsere liebe Hana leider wieder in Deutschland. Ich habe sie in der Nacht von Sonntag auf Montag zum Flughafen gebracht (Frank war ja bereits in Hikkaduwa) und der Abschied ist ihr wirklich nicht leicht gefallen. Im Heim gab es auch wieder viele Kinder-Tränen, da die Mädels sie in der kurzen Zeit wirklich sehr ins Herz geschlossen haben. Frank und ich möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Hana für ihre Unterstützung bedanken: Es war wirklich eine super Zeit mit dir, in der wir viel Spaß hatten und interessante Gespräche geführt haben! Wir und die Mädchen würden uns freuen, dich irgendwann mal wieder hier zu haben! Außerdem weißt du ja, wie du´s machen musst. Wir sagen nur „Apfelkuchen"... Winken

Zum Schluss noch ein paar persönliche Worte von mir: Ich habe mich nun entschieden, meinen Aufenthalt in Sri Lanka zu verlängern und nicht - wie ursprünglich geplant - im Februar zurück nach Deutschland zu fliegen. Viele von euch wissen ja bereits, dass mir beim Dry Lands Project nicht nur die Kinder sehr ans Herz gewachsen sind... Aus diesem Grund würde es mir doppelt schwer fallen, meine Zelte hier abzubrechen und mir in Deutschland irgendeinen stupiden Job zu suchen, an dem ich keinen Spaß hätte. Ich bin mir sicher, dass ich hier etwas wirklich Sinnvolles tue, womit ich das Leben unserer Mädels wenigstens ein bisschen schöner gestalten kann. Warum sollte ich es dann nicht auch tun? Ich bin schließlich noch jung und kann später noch viele Jahre in Deutschland Geld verdienen, wenn ich das möchte. Sicherlich fragt ihr euch nun, von was ich hier leben möchte, aber auch dazu haben Frank und ich bereits eine kleine Idee. Allerdings ist diese noch nicht ganz ausgereift und deshalb müsst ihr euch da noch ein wenig gedulden. Außerdem sind meine Eltern vom Angels Home so sehr angetan, dass auch sie mir versprochen haben, mich noch für eine gewisse Zeit finanziell zu unterstützen. Auch wenn ich weiß, dass dies keine Dauerlösung ist (abgesehen davon möchte ich das auch nicht), bin ich ihnen dafür sehr dankbar! In dieser Hinsicht sind Mutti und Vati einfach klasse und deshalb hab ich sie auch so lieb...

Wie auch immer, ich bin froh, dass ich diese Entscheidung nun getroffen habe, denn leicht ist sie mir gewiss nicht gefallen. Sicherlich werde ich hier noch viele wertvolle Erfahrungen sammeln, die mir später keiner nehmen kann und deshalb werde ich diesen Schritt garantiert niemals bereuen.