Tagebuch Julia. Ein Unglück kommt selten allein!. 07.10.2007


 Momentan haben wir hier mit einigen kleinen Problemen zu kämpfen, welche die Stimmung nicht gerade auf Hochtouren bringen...

Seit Mittwoch ist unser Wasserhahn in der Küche kaputt. Ich wollte Wasser raus lassen und plötzlich kam es nicht vorne, sondern oben am Wasserhahn raus und ließ sich auch nicht mehr stoppen. Also haben wir das Wasser zu dieser Leitung erst einmal abgedreht und die ganze Sache dem Vermieter mitgeteilt. Dieser wollte auch gleich jemanden vorbei schicken, doch heute haben wir schon Sonntag und es ist immer noch nichts passiert. Zwar war am Mittwoch ein Monteur hier und hat sich das Problem auch angeschaut, aber als Frank nur mal kurz verschwunden war und zurück kam, war der gute Mann auch schon wieder weg. Ein erneuter Anruf beim Vermieter machte dann klar, dass er erst noch Material besorgen muss, um den Schaden zu beheben. Hm... Ich frage mich gerade, ob er dafür vielleicht nach Jaffna gefahren ist? Unentschieden

So, und weil ein Wasserproblem ja noch nicht ausreicht, kam gestern Abend auch gleich noch ein zweites hinzu. Im unteren Badezimmer haben wir bei der Dusche einen kleinen Wasserhahn in der Wand, der schon seit einigen Wochen nicht mehr richtig abgedichtet ist, so dass kontinuierlich ein wenig Wasser die Wand herunterläuft (ist nicht ganz so tragisch, da sich der Abfluss von der Dusche auch gleich da befindet). Als Frank gestern im Bad war, hat er versucht, den Hahn ein wenig zu drehen, um ihn so vielleicht wieder dicht zu machen. Doch es kam, was kommen musste: Der Wasserhahn ist in einer Ebene zur Wand einfach abgebrochen und das Wasser kam mit hohem Druck heraus gespritzt. Durch Finger-Draufhalten hat Frank dann den Strahl wenigstens so unter Kontrolle gebracht, dass nicht das ganze Badezimmer geflutet wurde und dann hieß es: Durchhalten bis der Wassertank leer ist. Zwar habe ich zwischenzeitlich versucht, draußen bei der Pumpe die Hauptwasserleitung zu zu drehen, jedoch haben meine weiblichen Kräfte dafür leider nicht ausgereicht... Verlegen  Also habe ich alle noch funktionierenden Leitungen aufgedreht und innerhalb von ca. 20 Minuten war dann endlich der Tank leer.

Heute morgen waren die Mädels dann natürlich nicht so begeistert, dass sie ungeduscht zum Heim fahren mussten, aber zum Glück hat Frank später noch einen alten Wasserhahn gefunden, den er nun erst einmal provisorisch angebracht hat, so dass wir die Pumpe wieder einschalten konnten. Nun hoffen wir natürlich, dass so schnell wie möglich jemand vorbei kommt und beide kaputten Wasserhähne repariert. Aber da wir ja hier in Sri Lanka sind, könnte es durchaus sein, dass dieser Zustand noch eine Weile anhält... Winken

Das nächste Problem dreht sich mal wieder um das Thema Computer. Franks Laptop gibt so nach und nach seinen Geist auf und er hatte es nun schon bereits das zweite Mal in Wennappuwa bei einem „Spezialisten" - leider wieder ohne Erfolg. Der Rechner hängt sich zwischendurch einfach auf und muss dann jedes Mal neu gestartet werden, was allerdings auch nicht immer funktioniert. Aus lauter Verzweiflung hat Frank nun den Computer aus dem Heim zu uns geholt, damit er ersatzweise daran arbeiten kann. Allerdings hat auch der so seine Macken und der Monitor ist so schlecht, dass man auf Dauer Kopfschmerzen davon bekommt. Da die Arbeit am PC aber hier das A&O unserer Arbeit ist, hat Frank sich nun ein gebrauchtes Laptop bei Ebay bestellt und wir hoffen, dass es bald hier ankommt und auch voll funktionsfähig ist.

Als ob das alles nicht schon genug wäre, machen uns nun auch noch jeden Abend kleine Besucher aus Nachbars Garten das Leben schwer. Dort hängt nämlich ein Riesen-Bienennest im Baum und sobald es dunkel wird, kommen die natürlich dahin, wo Licht brennt. Wir haben jeden Abend ca. 30-40 Bienen im und am Haus und es scheint fast wie ein Wunder, dass noch niemand von uns gestochen wurde.

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 Nun noch ein kurzes Update über die letzten zwei Tage: Gestern Vormittag habe ich bereits zum dritten Mal am Kandy-Dance-Unterricht teilgenommen. Zwar schwitze ich mich bei den Aufwärmübungen immer noch zu Tode, aber ich werde langsam besser und gestern wurde ich auch das erste Mal von der Tanzlehrerin gelobt, worauf ich natürlich megastolz bin... Grinsen Allerdings habe ich mir bei einer Übung wohl irgendwie eine Sehne im Fuß verrissen, so dass dieser zu späterer Stunde höllisch wehgetan hat (An dieser Stelle geht ein ganz fetter Dankeschön-Knutscher an meine Mama, die mir Voltaren-Schmerzgel in meinen Koffer gepackt hat!) Am Nachmittag sind Mira, Anna und Alina nach Negombo zum Shoppen gefahren. Frank hat zu Hause an der Homepage gearbeitet und somit war ich alleine im Heim. Da auch nur die buddhistischen Kids da waren (die anderen sind Samstag Nachmittag immer in der Kirche), war es ein sehr ruhiger Tag, was auch mal ganz angenehm war. Asadi, Sujeeva und Nisansala haben fast den ganzen Nachmittag geschlafen und ich habe mit Dinesha, Dishna und Emesha „Mensch ärgere dich nicht" gespielt. Nachdem Dishna jedoch irgendwann nach ca. 20 Runden immer noch keine 6 gewürfelt hatte und ihre Figuren alle draußen waren, war sie etwas bockig und hatte keine Lust mehr. Also haben wir zu dritt weiter gespielt.

Heute Nachmittag haben wir endlich mal zusammen mit allen Kindern und Praktikantinnen „Elle" gespielt (das ist eine srilankanische Abwandlung von Cricket). Das Motto lautete: Sri Lanka gegen Germany. Also haben Frank, Anna, Alina, Mira und ich kurzerhand ein paar Mädels für das Spiel zu „German Girls" erklärt und dann ging's los.

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 Als erstes war das Sri Lanka Team mit Schlagen und Laufen an der Reihe und als sie im Endeffekt 31 Punkte ergattert haben (wobei aber zwischendurch mal wieder die Spielregeln so ausgelegt wurden, wie man's gerade brauchte), wogen sie sich schon in Sicherheit, gegen uns zu gewinnen.

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 Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen und gaben nach dem Wechsel beim Schlagen und Rennen unser Bestes. Obwohl wir am Ende nur noch 2 Mitspieler hatten, konnte das Team Germany mit 32 Punkten als Sieger hervorgehen... Lachen