Tagebuch Julia. Spass mit dem Kameramann... 23.08.2007


 Also ich muss schon sagen: Der Kameramann, den sie uns hierher geschickt haben, trägt enorm zu unserer Belustigung bei... Lachen  Eigentlich sollte man vielleicht eher über ihn eine Reportage drehen, wie er mit seinem Kulturschock in Sri Lanka so klar kommt. Ich glaube, mit den kleinen Kriech- und Krabbeltierchen, an die ich mich mittlerweile schon ganz gut gewöhnt habe, hat er’s nicht so. Aber er ist ja nun auch erst den zweiten Tag hier, kann ja nur noch besser werden...

Heute morgen sind wir nach dem Frühstück ins Heim gefahren, um dort noch einmal eine kleine Einführung für Mira vor laufender Kamera zu machen. Valeska und ich haben uns das Erklären der Räumlichkeiten und des allgemeinen Alltags im Heim aufgeteilt, da ich ja nun auch schon seit 6 Monaten nicht mehr hier war und bezüglich der täglichen Abläufe noch einiges dazulernen muss.

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  Als wir gerade beim Mittagessen waren, wurde vom Department of Probation and Childcare mal wieder ein neues Mädchen gebracht. Da ich in Zukunft solche Sachen auch selbstständig erledigen werde, hat Frank mir erklärt, wie so ein Aufnahmegespräch abläuft. Es ist natürlich wichtig, dass wir die entsprechenden Papiere über das Kind bekommen, d.h. Geburtsurkunde, Schulzeugnisse, Papiere von den Eltern sowie vom Amt. Später habe ich mir dann von Latta die wichtigsten Informationen über Chathumini übersetzen lassen und in einem kurzen Text zusammengefasst, den ihr auf der Seite über die Patenkids lesen könnt.

Am Nachmittag habe ich Anne ein kleines Geschenk von meinen Eltern gegeben (sie sind ihre Pateneltern), natürlich so, dass es die anderen Kinder nicht mitbekommen haben, sonst hätte es wahrscheinlich wieder lange Gesichter gegeben. Als ich es ihr gegeben habe, hat sie übers ganze Gesicht gestrahlt und es gleich in ihrem Schrank versteckt. Erst als ich ihr im Fotoschrank das Bild von meinen Eltern gezeigt und ihr erklärt habe, dass es ein Geschenk von ihnen ist und sie es nun auch öffnen darf, hat sie ganz vorsichtig das Geschenkpapier abgemacht und hinein geschaut. Es war eine kleine silberne Kette mit einem Pferdekopf als Anhänger. Diese sollte ihr dann auch gleich dranmachen und sie ist zu Latta und Deepanie gerannt und hat ihnen den neuen Schmuck gezeigt.

Nach der Teatime haben wir dann noch meine Reisetasche mit den Anziehsachen für die Kinder ausgepackt und verteilt. Die Sachen sind von meinen beiden Nichten, die mittlerweile zu groß dafür geworden sind (an dieser Stelle auch noch mal ein Dankeschön an meinen Bruder Marco und meine Schwägerin Katja). Einige der Klamotten stammen sogar noch aus meiner Kindheit. Als ich dem Personal und den Kindern ein Kleid zeigte, welches ich früher schon an hatte, fanden sie das total witzig und haben mir kaum geglaubt.

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  Morgen machen wir mit den Kindern einen Ausflug zum Elefantenwaisenhaus nach Pinnawela. Das wird sicherlich ein sehr schöner Tag für sie und ich freue mich schon auf die strahlenden Gesichter.