Das Angels Home - Die kleine große Welt


Nun bin ich schon über zwei Wochen hier im Angels Home. Ich kann sagen, dass ich mich schon ganz gut eingelebt habe. Ich mag es, morgens hier aufzuwachen, da mich warme Temperaturen und Palmen begrüßen.

Die Mädchen habe ich jetzt schon wirklich sehr gerne. Jede von ihnen hat ihre ganz eigene, liebenswerte Art.

Blick auf die PalmenObwohl ich vorher schon mit einer Freundin durch Südostasien gereist bin und daher schon einiges kennengelernt habe, kann ich sagen, dass Sri Lanka und mein Leben hier, nochmal ganz anders sind. Die Arbeit im Angels Home ermöglicht mir einen ganz neuen Blick auf mein Zuhause und auf die große, weite Welt. Meine Heimatstadt Hamburg kommt mir nun so viel kleiner vor und die Welt da draußen so viel größer. Sie ist facettenreich, bunt, seltsam, verrückt und außergewöhnlich.

Zum ersten Mal entdecke ich eine ganz neue Lebensweise und werde sogar Teil dessen. Ich sehe, wie die Mädchen hier ihre Zeit verbringen mit Hausaufgaben machen, Bücher lesen, waschen, essen, spielen. Ich sehe, wie sie leben und ich sehe, wie sie sind. Sie sind Mädchen, die ganz viel kichern, viel reden und Witze machen, aber auch mal traurig, wütend oder frustriert sind. (Hier im Angels Home können die Emotionen auch mal überkochen.) Ich bemerke viele Gemeinsamkeiten mit ihnen und mir und doch auch so viele Unterschiede. Das Leben in Sri Lanka ist eben ganz anders als in Deutschland. Genau das ist es aber, was mich so fasziniert und zum Denken anregt. Ich merke schon jetzt, dass mich die Zeit hier sehr prägen wird und dass ich viele Erkenntnisse mit nach Deutschland nehmen werde.

Zurzeit bin ich die einzige Praktikantin im Angels Home. Das heißt ich verbringe auch dementsprechend viel Zeit mit mir selbst. Dies ist eine neue Erfahrung für mich, denn ich war in meinem Leben sonst die meiste Zeit mit Menschen umgeben, die mir nahestehen, seien es nun Freunde oder Familie. Ich muss sagen mir gefällt aber diese Erfahrung, denn man wird so mit sich selbst vertraut.

Zusammensitzen mit den MädchenIch verbringe aber auch viel Zeit mit den Mädchen. Sie haben das Talent mir immer ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich bemerke dabei, wie herzlich und lieb sie sind. Jeden Tag werde ich morgens mit einem müden Lächeln begrüßt, mittags ruft man mir ein "Good Afternoon, Resa!" entgegen und vorm Schlafengehen ist es ein liebevolles "Good Night". Obwohl man hier mit viel Aufmerksamkeit, Umarmungen und netten Worten überhäuft wird, bemerke ich, dass ich doch oft eine Außenstehende bin. Ich spreche weder singhalesisch, noch wachse ich so auf wie sie. Diese Erfahrung zu machen, gehört aber eben dazu. Die Erfahrung sich an einem Ort auch mal fremd zu fühlen.

In der kurzen Zeit, die ich schon hier bin, habe ich jetzt schon so viele neue Einrücke, Erkenntnisse und Erfahrungen gesammelt. Ich bin dankbar dafür und freue mich sehr auf die Zeit, die noch kommt.

Liebe Grüße,

Theresa.