Die Achterbahn geht weiter


Ein ganzer Monat und eine Woche sind nun vergangen. Das Leben hier ist für mich so normal geworden und doch erlebe ich immernoch Dinge, die mich zum Staunen bringen.

Voll und ganz werde ich mich wohl nie an das sri-lankische Leben gewöhnen, aber immerhin konnte ich schon Vieles kennenlernen.

Das Angels Home ist ein bunter Haufen von knapp 60 Mädchen plus Matrons und Praktikantinnen. Hier leben so viele Menschen unter einem Dach. Es ist kein Wunder, dass hier jeden Tag so viel passiert, so viele Emotionen herrschen und so viele verschiedene Eindrücke auf mich einwirken. Am Abend falle ich dann immer sehr müde ins Bett, da so ein Tag schon sehr facettenreich ist.

Immer ein lachen im GescichtAls ich mit meiner Freundin in Südostasien unterwegs war, haben wir die Reise immer mit einer Achterbahn verglichen. Es macht großen Spaß, es ist aufregend, es gibt Hochs und Tiefs und alles Neue passiert so schnell aufeinander folgend.

So ähnlich ist es auch hier im Angels Home. Manchmal geht es wirklich drunter und drüber. Immer passiert irgendetwas, die Arbeit hier macht Spaß, kann aber auch an deinen Nerven ziehen und die Zeit vergeht wie im Flug.

Die Hälfte meiner Zeit hier ist nun um und ich bin froh, dass sich mittlerweile eine neue Praktikantin (Lena) im Angels Home eingefunden hat. Es ist schön, sich nun mit einer Verbündeten auszutauschen und zusammen den Alltag im Heim zu meistern. Die Zeit alleine war zwar eine interessante Erfahrung für mich, aber ich habe es doch lieber mit einer netten Praktikantin an meiner Seite. Es macht viel mehr Spaß, Ideen zusammen zu gestalten und umzusetzen.

Das Leben in Sri Lanka ist schon ziemlich anders als in meinem vertrauten Hamburg. Ich merke, dass die Mädchen mit anderen Sitten und Gepflogenheiten groß werden. Die Kultur ist mir teilweise noch fremd und Religion spielt hier eine große Rolle. Frauen werden in Sri Lanka anders behandelt und wahrgenommen als in Deutschland und daran muss ich mich hier anpassen. Diese Kulturunterschiede machen den Tag noch aufregender und eindrucksvoller, als er ohnehin schon ist.

Ganz besonders froh bin ich über die Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Reale Begegnungen sind immer etwas sehr Kostbares und bringen einem so viel bei. Jedes Mädchen hier im Heim ist ganz besonders und einzigartig. Somit hat mir jede, auf ihre Art und Weise, etwas mit auf den Weg gegeben. Seien es interessante Gespräche, neue Sichtweisen, ein einfaches Lächeln oder die Fähigkeit, sich ganz ohne Worte zu verständigen.

(Bild 2 Spielen im Sand) Mir fällt immer wieder auf, dass die Mädchen ein Talent dafür haben, bei allem, was sie machen, ihren Spaß zu finden. Beim Volleyballmatch zum Beispiel lachen die Mädchen fast durchgehend. Wenn der Ball knapp an der Mauer des Nachbarn vorbei fliegt oder versucht wird mit einer eher uneleganten Bewegung den Ball übers Netz zu feuern, die Mädchen haben immer ihren Spaß. Auch Langeweile herrscht hier nicht sehr oft, denn wenn jemand Meister im Spielen, Basteln und Werkeln ist, dann sind es die Mädchen des Angels Home. Sie können aus ein paar Blättern und Steinen eine ganze Naturküche gestalten oder mit ein paar Spielkameradinnen ein kleines Sportspielevent erschaffen. Die Mädchen sind immer in Bewegung, am Singen und Tanzen und voller Leben sprudelnd.

So werde ich tagtäglich mitgenommen auf eine schwungvolle Fahrt durch den facettenreichen Alltag im Angels Home. Mit viel Gelächter, Bewegung und Energie geht es mal hoch und runter, mal nach links oder nach rechts. Kein Tag gleicht dem anderen. Bin ich froh, dass so eine Achterbahn ganz viel Spaß machen kann.

Liebe Grüße,

eure Theresa.

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