Und zack... sind schon 5 Wochen rum


Es ist kaum zu glauben, aber die ersten fünf Wochen hier im Angels Home sind schon vorbei! Ein Arbeitstag kann hier einem schon ziemlich lang vorkommen, aber rückblickend ist die Woche dann doch rasend schnell vorbei. Aber erstmal von vorne! 😊

Nadine und ich kamen am 01.10.2018 um ca. 2.00 Uhr in der Nacht in Sri Lanka an. Als wir bei Frank und Dissa (unserem Fahrer) ins Auto stiegen, waren wir trotz langer Reise hellwach. Auf dem Weg in das Angels Home waren wir hauptsächlich damit beschäftigt aus dem Fenster zu schauen und alles Neue und die Umgebung aufzusaugen.

Die Ankunft im Heim war überwältigend. Inmitten einer Kokosnussplantage liegt das Angels Home. Am liebsten hätte ich sofort alles angeschaut. Doch da es schon sehr spät war, musste ich bis zum nächsten Tag warten.

Lernstunde mit den MädchenDie Mädchen und das Personal begrüßten mich am nächsten Morgen sehr herzlich und offen. Jeder fragte nach meinem Namen und ich glaube, dass ich an einem Tag noch nie so oft nach meinem Namen gefragt wurde wie an diesem.

Die ersten Tage hatten wir mit dem Klima und vor allem mit dem scharfen Essen zu kämpfen. Doch nach einer Woche machte uns das Klima nicht mehr allzu viel aus. Auch an die Schärfe haben wir uns gut gewöhnt und unsere Gesichter wechseln nicht mehr die Farbe von weiß zu ziemlich rot 😊.

Das nächste war, sich all die Namen der 60 Mädchen, als auch die der Matrons (Erzieherinnen) zu merken. Es dauerte eine Woche bis ich alle Namen und die dazugehörigen Gesichter auf dem Schirm hatte. Denn bei den Namen Dilmi, Dilini, Thilini und Dinithi kann man schonmal den Überblick verlieren. Auch das es hier viele Geschwisterpaare und sogar zwei Zwillingspaare gibt hat mich oft sehr verwirrt.

Doch nach einer guten Woche sitz alles! 😊

Ich habe mich relativ gut eingelebt und mich auch an den strukturierten Tagesablauf gewöhnt. Jetzt, da das meiste mir schon bekannt ist, hat man mehr Zeit nachzudenken. Das Heimweh schleicht sich dann ganz langsam an. Meistens ist es am schlimmsten, wenn an einem Tag einfach alles schiefläuft oder man Stress hat, dann wünscht man sich schon manchmal nachhause. Doch wie in meinem Blogeintrag „Kleine Pflaster“, sind die Mädels dann doch ziemlich gute Seelentröster.

Kleines PflasterSo sehr ich die Mädels auch mag und ich sie gerne um mich herumhabe, so sehr genieße ich aber auch meine Off- Days (freien Tage), die ich bisher im fünf Kilometer entfernten Club Palm Bay Hotel verbringe. Dort kann ich für einen Tag einfach mal abschalten und die Ruhe genießen. Niemand streitet, niemand schreit, niemand weint und niemand zieht an meinem Rochzipfel 😊

Wenn ich dann zurückkomme, so kommen gleich die Angels auf mich zu und freuen sich das ich wieder da bin und fragen wo ich den war und sagen mir manchmal unnötigerweise „You get red colour“ (Sonnenbrand).

Es wuseln immer ein paar Mädels um mich herum und lachen und erzählen was und man fühlt sich eigentlich integriert. Doch dann gibt es auch diese Momente, in denen ich mich wieder ausgeschlossen fühle, wenn die Mädels beispielsweise auf Singhalesisch reden und ständig zu mir schauen. Oder wenn die Matrons miteinander sprechen und du nicht weißt geht es gerade um mich?

Lachen gegen HeimwehDas löst in mir immer ein komisches Gefühl aus und das Heimweh macht sich wieder bemerkbar. Man weiß in solchen Situationen einfach nicht woran man bei den Mädchen ist und was sie von einem halten.

Doch zum Glück hält dieses Gefühl nicht allzu lange an und man vergisst die Situation auch ganz schnell wieder😊

Nach fünf Wochen ist eines meiner schönsten und unvergesslichsten Erlebnisse, ein Morgen mit allen Angels am Strand gewesen. All meine Sorgen und Zweifel wurden von der Meeresluft weggeblasen und ich saugte dieses Erlebnis in mich auf und speicherte alles in meinem Kopf ab und tankte so Energie für die nächsten Wochen.

Liebe Grüße und bis bald

Katharina

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