Das Erlebnis „Angels Home Sri Lanka“ ? – Es war alles.


Dies soll nun mein letzter Tagebucheintrag sein – ich vergleiche ihn mit den typischen Fragen die man nach Auslandsaufenthalten meistens gestellt bekommt: „Na, wie hat es dir gefallen? Wie war es??“. Es wird mir schwerfallen, hierauf eine Antwort zu geben.

Wie soll man eine so kurze und einfache Frage ebenso kurz und einfach beantworten? Wie soll man 3 Monate voller Erlebnisse, Eindrücke und Gefühle möglichst prägnant und aussagekräftig in ein paar Sätzen wiedergeben? Ich denke ich muss ehrlich zugeben, ich habe keine direkte Antwort auf diese Fragen bzw. keine Worte, die mein Erlebtes widerspiegeln können.

Denn es war alles. Es war laut und leise, scharf und mild, sonnig und stürmisch, lustig und traurig. Es gab Freudentränen und Tränen der Verständnislosigkeit, es gab Aufregung und Ruhe, bunte Farben und graue Farben. Es gab neue Sichtweisen und Bestätigungen von alten Sichtweisen. Es gab Ratlosigkeit, Mitgefühl, Enttäuschung und Kopfschmerzen. Es gab aber auch Staunen und Freude und Lachen und Tanzen. Ich sah strahlende Gesichter, Blumen, Schmetterlinge, Lebensfreude, Gesangstalente, Fledermäuse, Pfauen, Schlangen, exotische Vögel, Kirchen, Tempel, Märkte, das Meer und seine Wellen. Ich sah aber auch Unfaires, Leid und Armut. Ich spürte Zusammenhalt, Liebe, Gastfreundschaft, Wärme, Kälte, positive Energien und negative Energien. Ich erlebte Spaß, Ausgelassenheit, schöne Gespräche und vor allem lernte ich wunderbare, herzerwärmende Menschen kennen.

Good by Angels. Ich werde euch vermissen!… Versucht man dann doch alles möglichst detailgetreu zu beschreiben und auch die Umstände eines Landes und den dortigen Lebensstandard nicht auszulassen, so sind die nächsten typischen Reaktionen von den „Daheimgebliebenen“ oft: „Ja, da lernt man das Zuhause erst mal so richtig zu schätzen..“. Schade, dass das leider tatsächlich häufig so der Fall ist. Dankbarerweise kann ich behaupten, dass ich mein Zuhause und alles was mich dort umgibt schon zu schätzen gelernt habe, bevor ich Orte sah, die einen geringeren Komfort haben. Allerdings gibt es doch eine Sache, die ich nun nochmals mit dankbareren Augen betrachte: die Freiheit! Die Freiheit, die ich in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes genieße, nahm ich für selbstverständlich. In meinem Lebensort die letzten Monate habe ich jedoch eine andere Freiheit kennengelernt. In dieser Zeit habe ich eine riesige Dankbarkeit gegenüber dem Freiheitszustand entwickelt, den ich Zuhause leben und erleben darf.

Eine weitere typische Aussage ist auch oft, dass dich das Reisen verändern würde. Ich sehe es anders. Im Grunde bleibst du doch immer dieselbe Person. Egal wohin es mich bisher verschlagen hatte, ob Russland, Afrika, Asien oder Amerika, ich nehme immer mich selbst mit. Und kehre mit meinem selben Wesen zurück. Die Sichtweisen und Erfahrungen verändern oder weiten sich, aber der innere Kern bleibt im Grunde bestehen. Wo auch immer du dich hinbegibst, was auch immer du suchst, die Suche und die Reise endet bei dir selbst. Du kehrst immer wieder zu deinem inneren Ich zurück. Schlussendlich ist die schönste Destination doch in der eigenen Mitte, die Ankunft bei dir selbst.

Nachdem sich nun das Erlebte leider nicht konkret zusammenfassen ließ, kann eines sicher gesagt werden: Es war eine extreme Erfahrung, aber eine meiner besten, die ich bisher erleben durfte. Ich kam mit Aufregung, Erlebnisdurst und Neugierde hier an und komme mit reichen Geschenken zurück: mit erfahrener Liebe, Momenten, in denen ich innerlich Purzelbäume geschlagen habe und durfte extrem starke Menschen voller Lebensfreude kennenlernen.

Viele Grüße Nadine.