So schnell ist alles schon wieder vorbei


Seit meinem letzten Bericht ist jede Menge passiert. Ich habe meine letzten Tage im Angels Home verbracht, mich auf meine Reise vorbereitet, vieles geplant und mich dann letztendlich von allen verabschiedet…

Bilder von meiner Reise nach dem PraktikumEs war nicht ganz einfach, ‚goodbye‘ zu sagen. Man hat sich in den letzten Monaten an so vieles gewöhnt und sich so gut eingelebt. Dann wenn man alles kennt muss man wieder gehen. Mein letzter Moment mit den Mädchen war der morgendliche Schulweg, den ich am Tag meiner Abreise mit ihnen gelaufen bin. Ganz schön unwirklich, wenn knapp 60 Mädchen wie jeden Morgen in die Schule gehen und ich mich auf meine Reise mache und sie so schnell vermutlich nicht mehr wieder sehen werde…

Bilder von meiner Reise nach dem Praktikum

In den letzten zwei Wochen meiner Reise habe ich wieder so viel Neues erlebt und so viele Eindrücke gesammelt. Durch diese vielen neuen Erlebnisse kommt es mir so vor, als ob meine Zeit im Angels Home schon viel länger zurück liegt, und doch ist sie eigentlich noch so nah. Wenn man Kinder in Schuluniform am Strand spielen sieht oder einer Gruppe Schüler im Bus begegnet, wird man sofort wieder zurück geworfen und erinnert sich an die Zeit mit den Mädchen im Heim. Ich glaube jedoch, so richtig begreifen und die Erlebnisse des Praktikums verarbeiten, kann man erst in Deutschland. Wenn man wieder in einem gewohnten Umfeld ist und nicht jeden Tag so viel Neues erlebt.

Bilder von meiner Reise nach dem PraktikumAber was ich jetzt schon weiß ist, dass das Praktikum im Angels Home mich persönlich als auch in beruflicher Hinsicht weiter gebracht hat. Ich habe gelernt alleine in einem fremden Land zurecht zu kommen. Ich habe gelernt mich an gegebene Bedingungen anzupassen. Ich habe gelernt manche Dinge nicht so ernst zu nehmen. Ich weiß jetzt auch, dass ich lieber mit einer kleinen Gruppe oder sogar in Einzelarbeit mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten möchte, anstatt mit einer großen Gruppe. Und ich kann mir immer besser vorstellen eine Weile außerhalb Deutschlands zu arbeiten.

Bilder von meiner Reise nach dem PraktikumDrei Monate in einem Land wie Sri Lanka rücken manche Dinge wieder in ein ganz anderes Licht. Man merkt, was einem wirklich wichtig ist oder was einfach nur gesellschaftlich erwünscht ist. Ich habe drei Monate lang quasi aus einem Rucksack gelebt und das hat absolut gereicht. Alle materiellen Dinge, die ich brauchte, haben in einen Rucksack gepasst. Ich hoffe, dass gewisse persönliche Einstellungen, Meinungen und Werte auch in Deutschland anhalten und nicht den gesellschaftlichen Wünschen zum Opfer fallen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schnell es passiert, dass man sich wieder an die Gesellschaft anpasst und vielleicht nicht so frei handelt, wie man es gerne würde.

Bilder von meiner Reise nach dem PraktikumAbschließend hoffe ich, dass ich durch meine Zeit im Angels Home den Mädchen auf ihrem Weg in eine gute Zukunft ein Stück weiter helfen konnte, auch wenn es nur für einen kurzen Zeitraum war. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei allen Mitarbeiter_innen bedanken, die immer freundlich und herzlich waren und mir bei allen Fragen weiter geholfen haben. Auch möchte ich mich bei meinen beiden Mitpraktikantinnen Laura und Sophie bedanken, mit denen ich ein paar schöne Wochen verbringen durfte. Und schließlich natürlich auch bei den Mädchen, die mir einiges abverlangt haben, aber mir auch so vieles gegeben haben.

Das war’s von mir. Ich hoffe meine Berichte konnten einen Blick ins Leben im Angels Home in Sri Lanka geben und haben beim Lesen Freude bereitet.

Liebe Grüße,

Lisa

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