Auf Wiedersehen Perle im indischen Ozean


Nach einer etwas längeren Zeit, die mir rückblickend doch relativ kurz vorkommt, in der ich jedoch mit sehr viel Neuem konfrontiert wurde und aus der ich einiges mitnehmen konnte, sitze ich jetzt wieder in Frankfurt und versuche mich in meinem Alltag einzufinden.

Und dabei wird mir immer wieder bewusst, dass drei Monate zwar als knapper Zeitraum aufgefasst werden können, jedoch viel in einem auslösen können. Der Sommer ist mittlerweile auch zu Hause angekommen und alles erblüht in den verschiedensten Grüntönen, die mich an die Teeplanatgen in Ella zurückdenken lassen. Sobald ich aus dem Fenster schaue ist da kein riesiger Garten mehr, kein Anblick von Kokosnussbäumen, das Meer ist verschwunden und es ist schon fast wundersam, wenn das Zwitschern eines Vogels die Geräuschkulisse der Stadt durchbricht. Durch diese veränderte Wahrnehmung der Umebung und noch zahlreiche andere Eindrücke, wird einem doch relativ schnell deutlich, dass man sich wieder auf dem Heimatkontinient befindet. Die Lebenswelt Sri Lankas scheint dabei sehr weit weg zu liegen. Und trotzdem wird mir mein Aufenthalt in Sri Lanka als eine besondere Zeit im Gedächtnis verweilen. Die letzten Momente, die mit den Mädchen geteilt wurden und die anschließene Reisezeit, haben zu einem schönen Abschluss der gemeinsamen Zeit beigetragen.

Das wunderbare EllaAls ich nach meinem Aufbruch den ersten Bus nach Galle genommen habe- zwischen Unmengen anderer Menschen, die ganz darauf bedacht waren, nicht dem abenteuerlichen Fahrstils des Busfahreres zum Opfer zu fallen- ist mir erst bewusst geworden, wie eingebunden ich in die Lebenswelt des Angels Home war und das jetzt eine Konfrontation mit anderen Facetten des Landes bevorstand. Dort angekommen war ich erstmal ganz überfordert vom Anblick der ganzen Urlauber, als mir im Lokal Messer und Gabel zum Mittagessen gereicht wurden und ich wieder darauf achten musste, meine Schuhe überall mit hinzunehmen.

Und trotzdem gab es natürlich auch Momente, in denen ich wieder kulturellen Besonderheiten, Eigenarten und Traditionen begegnet bin, die mir bereits aus dem Angels Home vertraut waren. Dadurch hatte ich auch das Gefühn von einer Art Verbundenheit mit dem Land und ich bin davon überzeugt, dass das Kennenlernen Sri Lankas auch erst daduruch zur unvergesslichen Erfahrung geworden ist, weil man sich der dortigen Lebenswelt zum Teil auch aus der Perspektive derjenigen Menschen genähert hat, die darin aufwachsen und es prägen.

Die Elefanten im UdawalaweUnd auch wenn Sri Lanka ein relativ beschaubare Dimension auf dieser Erde hat- als kleine Perle des indischen Ozeans scheint es neben Indien nicht sehr stark aufzufallen- war der Schritt aus dem Angel Home hinaus, erstmal ein Schritt hinein in eine ganz andere Art von Chaos und Unruhe. Aber durch die Vielfalt Sri Lankas konnte man dann auch Orte des Rückzugs erreichen, den Wellen am Strand lauschen und Elefanten im Udawalawe bestaunen oder einfach die Zugfahrt im Hochland von Ella nach Kandy genießen.

Zugfahrt von Ella nach KandyUnterwegs war dann doch alles etwas anders, als im Angels Home, trotzdem konnte ich mich oftmals auf Erinnerungen zurückbesinnen, konnte sie auch mit anderen Menschen teilen. Musste mal schmunzeln, wurde mal nachdenklich.

Der Ausblick am Fort in GalleJetzt wieder hier zu sein, bedeutet meine Zeit in Sri Lanka abgeschlosen zu haben und gleichzeitig werden die damit verbundenen Gefühle, Gedanken und Erinnerungen fortbestehen. Obwohl jetzt der Aufbruch in eine andere Richtung bevorsteht, wird man sich doch immer darauf zurückbesinnen, welchen Weg man vorher bestritten hat.

Liebe Mädchen, ich wünsche euch alles Gute auch auf eurem künftigen Weg, wo immer er euch auch hintragen mag. Eure Stärke, eure Aufgewecktheit und euer Lebensmut sind beeindruckend und bewundernswert. Danke für die Zeit, die ich bei euch verbringen durfte.

Liebe Grüße,

eure Tara

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