Das Ungewohnte wurde zum Alltag


 frech in die Kamera gelachtMein Aufenthalt im Angels Home for Children ist Geschichte. Die Kinder, welche ich am 1 Tag nicht voneinander unterscheiden zu vermochte, zeigen sich mir nicht mehr als unbekannte Gesichter. Im Gegenteil, sie sind vielfältige Persönlichkeiten, keine gleich wie die Andere. Kleine Mädchen, grosse Charakter. Viele Geschichten.

Was die Eine nicht hat, hat dafür die Andere. Was die Eine nicht kann, kann dafür eine Andere. So ist es mit vielen Dingen hier, so nehme ich das zumindest wahr.
Das Leben hier erscheint mir oft als eine Wanderung zwischen zwei Welten.

Eine Gratwanderung zwischen singhalesischer Kultur und meiner Europäischer Erziehung.
Zwischen alten Traditionen Sri Lankas und dem westlichen Einfluss der sich auf der Insel deutlich zeigt.
Zwischen gastfreundlichen Singhalesen und Misstrauen erweckenden Tuk Tuk Fahrern.
Zwischen Chris Brown und Kavindya Adikari.
Zwischen Armut in den Fischerdörfern und dem Touristentreiben im Süden der Insel.
Zwischen Gesprächen mit den älteren Mädchen des Heimes und den Telefonaten in die Schweiz.
Zwischen Akzeptanz und Verständnis und völligem Unverständnis gegenüber der Kultur und der singhalesischen Denkweise.
Zwischen Singhalesisch, Englisch, Deutsch und Schweizerdeutsch.
Zwischen Staunen und Ekel. (Ratten, Skorpione, Kakerlaken)
Neugierde und Angst. (Schlangen!)
Zwischen Vorurteilen und Privilegien, die einer Europäerin zu Teil werden.
Gewonnener Vertrautheit und völliger Fremdheit am ein und demselben Ort.
Zwischen süss und scharf.
Spannung und Langeweile.
Sonnentanken und sich vor ihr flüchten.
Zwischen genervt sein von 51 Mädchen und sie alle mit nach Hause nehmen wollen.
Zwischen Heimweh und Reisefieber.
Zwischen Vorfreude nach Hause zu kommen und Wehmut gehen zu müssen.

Nur der Reis, der zieht sich durch die Tage durch… ????

 

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