Meine ersten Highlights im Angels Home


Bild Nr. 1 die frecheHallo zusammen, heute ist mein zehnter Tag im Angels Home und ich kann gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist!

Sie waren gespickt von neuen Eindrücken, Gefühlsschwankungen, viel Regen und zahllosen schönen Momenten mit den Mädchen.

Zu Beginn kam ich mir oft fehl am Platz vor, zwischen 45 Mädchen, die sich so ähnlich sehen, deren Namen ich nicht kenne und deren Sprache ich nicht verstehe.

Das alles hat sich mittlerweile fast gänzlich in Luft aufgelöst. Natürlich verstehe ich die Sprache immer noch nicht, aber ich bin mir sicher, dass das manchmal vielleicht auch besser so ist! zwinkernd

Eine besondere singhalesische Tradition konnte ich auch schon beobachten. Udenika, ein Mädchen aus dem Angels Home, hat nämlich letzte Woche zum ersten Mal ihre Periode bekommen und ist somit zur Frau geworden. Was bei uns in Deutschland eher als Tabu-Thema gilt, wird hier regelrecht zelebriert. Udenika musste eine Woche lang in einem gesonderten Raum verbringen, den sie nicht verlassen durfte. Sie durfte zwar Besuch von den Mädchen und uns bekommen, es was aber sehr wichtig, dass sie auf keinen Fall von einem Mann gesehen wird.

neuer SchmuckNach einer Woche kamen dann Udenikas Eltern zu Besuch. Sie wurde von ihrer Mutter gewaschen, hat ein neues Kleid bekommen und wurde dann ihrem Vater und allen anderen Anwesenden als Frau präsentiert. Zur Feier des Tagen bekam sie Schmuck und viele gute Speisen. Anschließend wurde sie beglückwünscht und dann war der Trubel auch schon wieder vorbei. Ich fand es sehr interessant eine solche Zeremonie mitzuerleben, auf die die Betroffene eine ganze Woche hingefiebert hat. Und es zeigt wieder, wie unterschiedlich verschiedene Kulturen mit selben Situationen umgehen.

Kochen auf offenem FeuerEin weiteres Highlight meiner ersten Tage ist auf jeden Fall das Essen hier. Ich hatte ja etwas Respekt vor der Schärfe und natürlich komme ich doch das ein oder andere Mal ins Schwitzen, aber nichtsdestotrotz ist das Essen hier im Heim unglaublich lecker. Es wird mit sehr vielseitigen und exotischen Lebensmitteln gekocht und so hatte ich in der letzten Woche fast jeden Tag etwas für mich komplett Neues auf dem Teller, wie z.B. Süßkartoffeln (gelbe faserige Kartoffeln, die nicht mit der Süßkartoffel vergleichbar ist, die wir kennen), Nelum Ala (Lutus-Wurzel), Okraschoten, Jackfruit und vieles mehr. Oft gibt es Fisch, den Frank auf einem Fischmarkt in Negombo gekauft hat und der unheimlich gut schmeckt. Wenn die Mädchen in der Schule sind, helfen wir auch in der Küche, was mir sehr viel Spaß macht. Dort schneiden wir Gemüse und können beobachten wie die Köchin die Gerichte über dem offenem Feuer kocht. Ich hoffe, ich kann zumindest ein paar Rezepte mit nach Hause nehmen und so meine Familie und Freunde an diesem Teil meiner Reise teilnehmen lassen.

Batiken im HinterhofGestern war ich mit Sophie ein paar Erledigungen machen und dabei haben wir bei einem Batik-Geschäft Halt gemacht. Die Mitarbeiter des Ladens waren sehr nett und als sie merkten, wie interessiert wir an der Batik-Kunst waren, haben sie uns angeboten uns anzusehen, wie die Batiken hergestellt werden. Sie führten uns in den Hinterhof, wo in einem kleinen Flachbau ca. zehn Damen damit beschäftigt waren Stoffe zu bemalen, sie zu waschen und zu nähen. Wir konnten unser Glück kaum Glauben, so spontan die Produktion dieser Kunstwerke betrachten zu können. Die Frauen haben wirklich wunderschöne Muster entworfen und diese freihand gezeichnet. Später haben wir von Julia erfahren, dass genau aus diesem Laden auch unsere Uniformen stammen, die wir Praktikantinnen im Angels Home tragen. Also wenn das kein Zufall ist! lächelnd

Ihr seht also: Ich habe schon jetzt sehr viel erlebt und bin mehr als gespannt, was mich in den nächsten Wochen erwartet. Ich freue mich euch daran teilhaben zu lassen und hoffe, ich kann euch einen Teil meiner Begeisterung für das Land Sri Lanka und seiner Kultur übermitteln.

Eure Louisa