Gehen wenn es am schönsten ist


RumalbernKrass, kaum zu glauben, dass meine schöne Zeit hier im Angels Home in wenigen Tagen schon zu ende ist. Vor ein paar Wochen saß ich doch noch zuhause?!

Ab Freitag schaue ich mir dann wahrscheinlich die ganzen Bilder an, die ich von den Kindern habe und erinnere mich an die schönen Momente und das Leben mit den Mädels zurück.

Im Moment jedenfalls bin ich noch voll und ganz dabei und hab auch noch keinerlei Aufbruchsstimmung in mir. Denn für viel Nachdenken, über das was danach kommt oder über den Abschied ist hier nicht viel Zeit bei dem was hier immer so ansteht.

Bald sind PrüfungenDie Mädels müssen nämlich jetzt anfangen für ihre Examen zu pauken, da in zwei Wochen ihre Prüfungen in der Schule beginnen. Daher hatte ich auch schon meine letzten Nachhilfestunden, was ich sehr schade finde, weil mir das Unterrichten mit den Mädels echt total Spaß gemacht hat. So ganz abgeschlossen habe ich mit den Nachhilfestunden dann aber doch nicht, weil ich noch einige Sachen erledigt haben muss, bevor ich hier weg bin. Die Kinder schreiben nicht nur Tests in der Schule, sondern sie werden auch im Heim abgefragt. Nämlich werden die Themen die im letzten Jahr in den Englischnachhilfestunden behandelt wurden abgefragt um zu schauen, ob sie in eine bessere Unterrichtsklasse können. Diese Tests müssen dafür aber erst noch von uns Praktikantinnen erstellt werden.

Immer um mich rumDass die Kinder hier so viel lernen müssen, finden sie bestimmt nicht so cool, zeigt aber wie viel Wert das Angels Home auf die Ausbildung der Mädels legt.

Jetzt wo ich am Ende meiner Zeit hier bin, fällt mir auf, wie schnell die 2,5 Monate doch vergangen sind. Das was vorher so ungewohnt und fremd für mich war, wurde so schnell alltäglich und normal für mich. Es gibt einige Situationen, wo ich dann doch merke dass ich schon lange da bin, mich richtig eingelebt habe und das ungewohnte, gewohnt für mich ist.

Das fällt vor allem in Situationen auf wenn...

 - das frühe Aufstehen um 5 Uhr, nicht mehr ganz so hart ist wie es am Anfang mal war. 

- die Kinder die am Anfang alle gleich aussahen, unterschiedliche Gesichter bekommen und sich plötzlich doch unterscheiden. 

- ich die Namen der knapp 50 Kinder alle kenne und sie sogar den neuen Praktikantinnen beibringen kann, was Anfang echt unvorstellbar für mich war.

 - Kinder, die am Anfang alle so fremd für mich waren und plötzlich wie meine Schwestern geworden sind. 

 - das scharfe Essen mich plötzlich doch nicht mehr so umhaut und zum schwitzen bringt wie am ersten Tag.

 - wenn die Natur im Garten und die tollen Palmen die uns umzingeln normal für mich werden. Als Sophie und Louise (zwei Praktikantinnen, die nach mir gekommen sind), ankamen, waren sie genau so beeindruckt wie ich an meinem ersten Tag. Das macht mir dann nochmal klar, wie alltäglich das alles geworden ist.

 Das ich mich so gut eingelebt habe und mich so wohl fühle, merke ich auch dran, dass ich jetzt gehen muss. Denn wie man doch so schön sagt...
Gehe dann wenn es am schönsten ist.

Bis bald, Hanna lächelnd

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