Nach der Arbeit ist vor dem Urlaub.


los geht esDie Koffer sind gepackt, die Unterkunft gebucht. Mein letzter Arbeitstag ist angebrochen. Jetzt kann ich endlich Urlaub machen. Warum freue ich mich nicht so sehr, wie ich es mir eigentlich erhofft habe!? Ich bin verwirrt. 2 Monatelang habe ich mit den kleinen Tag ein Tag aus viel Zeit verbracht. Ich war selten alleine. Ich wollte mal alleine sein. Jetzt werde ich es sein und möchte es nicht! Ich bin traurig und glücklich zugleich. Nach einer förmlichen Verabschiedungszeremonie, haben sich die Engel mit vielen herzlichen Umarmungen noch einmal verabschiedet. Ich wollte sie gar nicht mehr loslassen. Ich hasse Verabschiedungen…! Ich gehe aus dem Angels Home und werde die Zeit hier nie vergessen. Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte und so herzlich von allen aufgenommen wurde!

Jetzt gehe ichIch kann tun und lassen was ich will, aber was soll ich denn jetzt überhaupt machen? Erst einmal nach Dambulla. Ich bin überwältigt…. überwältigt von all den Eindrücken, welche ich von Minute zu Minute erlebe. Ich hatte neben der Arbeit nicht viel Zeit, die Einheimischen (nicht nur Kinder) ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Nun tue ich das im vollen Umfang. Sie sind hilfsbereit, freundlich und jederzeit zu einem Gespräch bereit. Jeder möchte mein Freund sein, jeder möchte, dass ich mit nach Hause zu der Familie komme. Gefragt – getan. Das wahre Familienleben zu erleben zeigt mir, wie Sri Lanka wirklich ist. Indikes FamilieBei Indike z.B. habe ich mit seinen Kindern Englischhausaufgaben gemacht (irgendwie riechen die Kinder das ich das hier wohl öfters gemacht habe… lächelnd. Bei einer anderen liebevollen Familie gab es ein leckeres Abendessen, wo ich auch noch reichlich beschenkt wurde (vielleicht war es ja die Mitgift für die Heirat? lächelnd). Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt, im Gegenteil, ich habe es genossen, mal nicht über den Tisch gezogen (wie z.B. von Tuk Tuk Fahrern) zu werden…!

 Piegon Island

Mein absolutes Highlight in Sri Lanka– Pigeon Island (Nilaveli). Das Schnorchel Paradies schlechthin! Blauer Himmel, türkisenes Meer, weißer Korallenstrand, eine bunte Unterwasserwelt mit vielen Fischen, Schildkröten, Haien und Korallen. Ich liebe es! Am liebsten würde ich für immer hierbleiben, wenn dies nur nicht so teuer wäre…! Bei einer Bootstour konnte ich hier sogar Wale, Delfine und fliegende Fische sichten. Auch Trincomalee ist mit seinen bunten hinduistischen Tempeln und dem blauen Strand sind zu meinem Favoriten geworden. Glücklicherweise konnte ich während meinem Aufenthalt den letzten Tag das hinduistischen Festivals miterleben. Sowas verrücktes habe ich noch nie gesehen! Verrückt find ich toll! Sollte einfach jeder einmal erleben!! Es wird getanzt, Musik gemacht und es werden Rituale (auch das durchspießen von Körperteilen gehört hier dazu) durchgeführt. Ich verstehe zwar nur Bahnhof, fühle mich aber zu keinem einzigem Zeitpunkt fehl am Platz.          

Hindu Festival Auch andere wichtige Reiseziele wie Kandy, Anuradhapura, Mihintale, Sigirya, Minneriya Nationalpark, Pinnawella und Polonnaruwa sind wunderschön und sicherlich auf die To-Do Liste zu setzen. Auch hier könnte ich unzählige Geschichten erzählen, was allerdings den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde! Es ist auch alles andere als einfach, sich für 5 Bilder zu entscheiden, wenn man rund 5000 tolle Bilder hat! lächelnd

Viele fragten mich vor meiner Reise, wieso ich das mache. Sie könnten es nicht.  Ich sagte „wieso nicht“?! Warum immer über alles viel nachdenken, wieso nicht einfach machen und das Leben genießen bzw. so nehmen wie es kommt!? Schließlich entwickelt man sich doch erst weiter, wenn man was Neues in seinem Leben erfährt. Ich habe dieses Erlebnis in Angriff genommen um denen zu helfen, die Hilfe brauchen. Um Momente zu erleben, welche ich noch nicht erlebt habe. Um mich selber kennenzulernen. Ich konnte während meines Aufenthaltes ins Sri Lanka definitiv über mich selbst wachsen und bin glücklich darüber, dass ich hier nicht nur Tourist sein konnte.

TeeplantagenHeute sitze ich im Zug vom kaltem Nuwara Eliya ins wärmere Ella. Eine der berühmt berüchtigsten Zugfahrten Sri Lankas. Ein grünes Meer an Bäumen, Gemüse- und Teeplantagen rauscht an mir vorbei. Hin und wieder kommt ein Verkäufer durch den Zug und verkauft in Papier gewickelte gewürzte Erdnüsse (super lecker!). An den Bahngleisen springen einheimische (nachdem der Zug vorbeigedackelt ist) wieder auf die Bahngleise, welchen sie als Fußweg nutzen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht winken sie uns zu. Auch ich kann mir das Grinsen nicht verkneifen und winke zurück. Es ist herzzerreißend schön! Heute will ich nicht im Türrahmen sitzen, denn es ist einige paar Grad kälter als die Zugfahrt zwischen Colombo und Galle.

Jeder Ort hat seinen eigenen Charme. Keiner ist gleich. Sri Lanka ist so vielseitig. Mir wird nie langweilig, im Gegenteil, ich komme garnicht hinterher. So atemberaubend. Ich bin verliebt… Meine Reise ist noch lange nicht zu Ende und ich bin gespannt, was mich noch alles erwartet. Bereits jetzt habe ich schon viele Freunde in Sri Lanka gefunden und täglich klingelt mein Telefon heiß (puh…. lächelnd). Aber bereits jetzt ist mir klar – ich komme definitiv wieder!

Servus, eure Olga.           

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