Die Zeit verfliegt und meine Gedanken kreisen


Buddhistischer TempelSo, nun bin ich schon über einen Monat hier und die Zeit vergeht wie im Flug. In den letzten Wochen habe ich hier so viele Erfahrungen gesammelt und Eindrücke gewonnen, die ich teilweise noch garnicht wirklich verarbeiten kann.

Die Arbeit hier im Angels Home macht mir sehr viel Spaß. Da ich aber momentan die einzige Praktikantin bin, ist es auch sehr anstrengend. Ich genieße die Zeit hier mit den Mädchen in vollen Zügen. Egal ob ich mit ihnen spiele, sie unterrichte oder ihnen dabei helfe, ihre täglichen Aufgaben zu verrichten. Die Dankbarkeit, die die Kinder einem hier entgegenbringen,  und sei es auch nur für eine winzige Kleinigkeit, ist unfassbar. In den letzten Jahren habe ich viele Praktika in Schulen absolviert und Unterrichtsstunden in verschiedenen Klassen gehalten, aber das hier ist was völlig anderes. Die Kinder nehmen mit einer Freude an meinen Unterrichtsstunden teil und kommen danach zu mir und bedanken sich herzlich dafür, dass ich sie unterrichtelächelnd.

Ein paar der MädchenDie Mädchen wachsen mir von Tag zu Tag mehr ans Herz. Neben den vielen schönen Momenten in den letzten Wochen habe ich aber auch einige negative Eindrücke gewonnen. Es ist wirklich traurig zu sehen, unter welchen Umständen die Mädchen hier aufwachsen und welche Zukunftsperspektiven sie haben. Das Angels Home ist ein schönes Zuhause für die Mädchen und ihnen wird viel geboten, was andere singhalesische Kinder verwehrt bleibt. Für mich war es nur bislang immer selbstverständlich, dass ich bei meiner Familie aufgewachsen bin und meine Mutter mich gewollt hat. In Sri Lanka wächst ein Großteil der Kinder in Kinderheimen auf und es ist sozusagen „normal“ sein Kind wegzugeben.

Der Buddha von innenNa gut, genug davon. Ich möchte euch auch noch ein bisschen von meinem letzten freien Tag berichten – den verbrachte ich in Chilaw. Chilaw ist ein kleine Hafenstadt mit einem schönen, langen und unverschmutzten Strand, einem kleinen Fischmarkt am Hafen und einem Stadtzentrum, in dem wie überall in Sri Lanka Chaos herrscht.  Nach erfolgter Stadtbesichtigung  fuhr ich noch mit einem TukTuk zu den nahegelegenen Tempeln. Die beiden direkt nebeneinander liegenden Tempel, einer buddhistischer und ein Hindutempel, sind sehr beeindruckend. Viele Gläubige beteten dort und brachten Opfergaben für ihre Götter.

So viel bis jetzt von meiner Seite!

Liebe Grüße

Eure Tamara