Gar nicht so einfach.


Little Adams Peak  Elf Wochen Sri Lanka liegen nun hinter mir und ich bin nun seit zwei Wochen wieder zurück in Deutschland. Ich versuche auf diese Zeit zurückzublicken, doch dies ist gar nicht so einfach. Der Abschlussbericht für das Dry Lands Project hilft mir meine Gedanken zu sortieren.

Seit meinem Abschied aus dem Angels Home und meiner zweiwöchigen Reise auf Sri Lanka hatte ich kaum eine ruhige Minute. Nun sitze ich hier in meinem WG Zimmer in Holzminden und versuche die Gliederung für meine Bachelor Arbeit zu erstellen und Literatur zu finden. Ständig werde ich von Freunden und Bekannten gefragt, wie es auf Sri Lanka war, doch diese Frage kann ich gar nicht in einem Satz beantworten. Meistens versuche ich jedoch in meinen Gesprächen zu beschreiben, dass die Monate auf Sri Lanka eine Mischung aus vielen Höhen und Tiefen waren. Während meines Praktikums gab es Tage an denen ich sehr glücklich und zufrieden war, aber es gab auch einige Tage an denen ich traurig war und sehr viel nachgedacht habe. Glücklich hat es mich beispielsweise gemacht, wenn ich in meinen Englisch Stunden das Gefühl hatte, dass die Mädchen etwas gelernt haben oder ihnen die vorbreiteten Aufgaben Freude bereiteten. Nachdenklich machten michan einigen Tagen die Gegebenheiten vor Ort, da es einfach sehr viele Menschen auf Sri Lanka gibt die in extrem ärmlichen Verhältnissen leben.

Die schöne Stadt Kandy von obenNach einem Jahr in Australien war ich mir komplett sicher, dass 11 Wochen Sri Lanka mir nichts ausmachen würden, jedoch war das Land einfach so anders und ungewohnt, dass ich anfangs Schwierigkeiten hatte so richtig anzukommen. Ich kann jedoch sagen, dass mich das Praktikum im Angels Home sowie meine Reisestärker,gelassener, selbstbewusster und mutiger gemachthaben. Ich glaube die Zeit auf Sri Lanka hat mich sehr verändert und ich habe nun eine Sichtweise auf viele Dinge, die ich aber momentan noch gar nicht so richtig benennen kann.

An meine ersten Tage kann ich mich noch besonders gut erinnern. An diesen Tagen konnte ich mir nicht vorstellen alleine durch Sri Lanka zu reisen. Ich hatte mir dies zwar im Vorfeld vorgenommen und reiste auch alleine durch Australien, doch dann war ich mir irgendwie nicht mehr so ganz sicher. Als es dann letztendlich nach neun Wochen Praktikum im Angels Home soweit war entschloss ich mich dazu, „es einfach zu machen“.

Auf dem Weg nach EllaMeine ersten Tage verbrachte ich in der schönen Stadt Kandy, dann ging es weiter nach Ella und anschließend besuchte ich den Nationalpark Yala und die Touristenorte Mirissa und Unawatuna. Ich muss sagen, dass diese zwei Wochen ein sehr schöner Abschluss meines Sri Lankas Aufenthaltes waren. Vor allem die Zugfahrt nach Ella und die umliegende Landschaft dort beeindruckten mich sehr. Außerdem habe ichsehr viele tolle Menschen auf meiner Reise kennengelernt mit denen ich schöne Erlebnisseteile, wie beispielsweise das Surfen in Mirissa. All meine Unsicherheiten, dass ich mich auf meiner Reise verfahren oder verlaufen werde waren völlig unbegründet. Ich habe beim Reisen gelernt, die Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen, da ich am liebsten alles im Voraus bis ins Einzelne geplant hätte. Doch ich bin sehr froh dies nicht getan zu haben, da ich somit alles spontan entscheiden konnte und mich einfach „treiben“ ließ.

Unterwegs im Yala NationalparkAuch die letzten zwei Wochen meines Praktikums im Angels Home waren noch einmal sehr schön. Da ich in den letzten eineinhalb Wochen die einzige Praktikantin war konnte ich diese Zeit noch einmal sehr intensiv im Umgang mit den Mädchen erleben. Insbesondere die Gespräche mit den älteren Mädchen, bei denen wir über Themen sprachen, welche sie gerade so beschäftigten, zeigten mir, dass sich eine Beziehung zwischen mir und den Mädels entwickelt hatte. Umso schwieriger fielen mir meine Abschiedsworte an dem Morgen als ich fuhr. Die Lebensfreude sowie die offene und herzliche Art der Mädchen haben mich sehr beeindruckt. Manchmal schaue ich zur Uhr und überlege, was die Mädchen wohl gerade so machen. Ich hoffe, dass ich vielleicht eines Tages die Möglichkeit habe Sri Lanka noch einmal zu bereisen und einige Mädchen aus dem Angels Home wiederzutreffen. Auf jeden Fall bin ich sehr dankbar für diese unvergessliche Zeit im Angels Home!

Bis dahin sage ich Tschüss Marawila.
Nadine