Angels in the dark


Angels in the darkSeit nun mehr 4 Wochen bin ich jetzt hier im Angels Home und der Alltag der Engel ist auch zu meinem geworden. Die Zeit mit den Mädchen vergeht wie Flug. Dies liegtwohl vor allem an dem durchstrukturierten Tagesablauf, nachdem Anna und ich meistens nur noch ins Bett fallen. Jeder Tag hält seine eigenen Herausforderungen für uns bereit, doch diese halten sich die Waage mit kleinen kostbaren Momenten zwischen uns und den Mädchen.lächelnd

In der Zwischenzeit ist viel passiert: Audrey hat sich von uns verabschiedet, Frank war drei Wochen außer Gefecht und die Kokosnüsse wurden mal wieder spektakulär geerntet.

KokosnusspflückerAußerdem hatten die Mädchen Prüfungen und schließlich durften einige von ihnen über die Ferien nach Hause zu ihren Angehörigen fahren. Die hiergebliebenen Mädchen können sich bis Weihnachten nun jeden Tag über schöne Aktivitäten wie Ausflüge zum Strand, Frisuren-Wettbewerbe oder eine Schnipsel Jagd freuen.

Eine besonders amüsante Erfahrung war der fast zwei tägige Stromausfall hier im Angels Home. Eigentlich sind Stromausfälle hier in Marawila keine Seltenheit, oftmals wird sonntags mal eben unangekündigt der Strom abgeschaltet, um ein wenig an den Leitungen zu arbeiten.

Doch an einem Tag blieb der Strom länger als üblich aus. Schnell wurde der Elektriker des Vertrauens angerufen, der dann irgendwann am Nachmittag in singhalesischer Gelassenheit auf seinem Mofa gefahren kam. Auf so ein Mofa passt natürlich nicht viel Equipment, vor allem dann nicht wenn der Kollege noch hinten drauf sitzt. Deswegen musste sich der Elektriker kurzer Hand meiner Stirnlampe bedienen um sich überhaupt erst einmal auf die Suche nach dem Problem begeben zu können.

Nach einigen Stunden und ratlosen Gesichtern später war immer noch kein Licht im Dunkeln. Oftmals schien es so als wüssten die beiden selbst nicht so genau was sie grade eigentlich machen und der Strom war immer wieder nach kurzer Zeit verschwunden.

Da es hier schon gegen 18 Uhr dunkel wird, mussten wir daher vorerst auf Handylicht und Kerzen umsteigen, um wenigstens das Abendessen vorbereiten zu können. Zu allem Überfluss zeigte sich auch der Monsun von seiner besten Seite und es fing heftig an zu regnen und zu gewittern.

Doch die Mädels haben wacker ausgeharrt, auch wenn einige von den kleineren noch Angst vor der Dunkelheit haben.Die älteren von ihnen mussten immer wieder als Dolmetscherinnen ran um zwischen Julia und den Fachmännern zu übersetzten, die nun auch langsam ins schwitzen kamen.Sonnenuntergang hinter Palmen

Wenigstens in einigen Teilen des Hauses gab es noch hier und da ein Lämpchen das leuchtete, doch für Anna und mich hieß es eine Nacht ohne Strom und ohne Wasser.

Am zweiten Tag wurde das Rätsel schließlich doch noch gelöst. Eine kleine Rattenfamilie hatte es sich in einem Stromkasten bequem gemacht und natürlich dabei ein paar Kabel angenagt. Zusätzlich ist eine Kokosnuss auf ein außen liegendes Kabel gefallen. Es könnte also nicht typischer für Sri Lanka sein.lächelnd
Der Schaden konnte behoben werden, die beiden Singhalesen machten sich zufrieden mit ihrem Mofa auf den Weg und der Alltag im Angels Home konnte wieder wie gewohnt seinen Gang gehen.

Sonnige Grüße und bis bald,

Julia

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