Der erste Einblick in die Welt der Tuk-Tuks


Tuk TuksErfahrungen lassen sich nicht an einem einzigen Ort sammeln und somit startete am 28. Juli mein Flieger von Düsseldorf in Richtung Colombo. Nach einem längeren Zwischenstopp in Dubai hatte ich endlich mein Ziel erreicht!

Nachdem mein Reisepass über einen weiteren Stempel reicher wurde und ich meinen Koffer vom Gepäckband abgeholt hatte, begab ich mich zum Eingang des Flughafens. Der Umschwung des Wetters machte sich sogleich bemerkbar. Der Klimawechsel von regnerischen 19°C in Deutschland zu schwülen 32°C in Colombo war durchaus zu spüren. Die große Menschentraube, welche sich vor dem Flughafen angesammelt hatte, ließ mich wahrscheinlich zuerst ziemlich verloren wirken. Die Singhalesen wollten mir erste Taxis anbieten, doch ein „No“ schreckt hier zunächst keinen zurück. Nachdem meine Blicke über einzelne Gesichter schweiften, in der Hoffnung vielleicht eine der Praktikantinnen aus dem Heim dort zu erblicken, hörte ich von weitem meinen Namen und Melanie, die ich von den Fotos der Praktikumsberichte wiedererkannte. Sie lief auf mich zu und begrüßte mich. Gemeinsam liefen wir zur Straße, von wo aus uns Frank einsammelte.

Nachdem wir den Koffer im Van verstaut hatten, begann die Fahrt in Richtung Angels Home. Der Linksverkehr kam mir noch aus meiner Zeit in Australien bekannt vor, obwohl auf den Straßen Sri Lankas wieder eine ganz eigene Welt zu herrschen scheint. Rollerfahrer und dreirädrigen Autos, welche hier liebevoll als „Tuk-Tuk“ bezeichnet werden, dominieren die Straßen. Ein kurzes Hupen vor jedem Überholvorgang lässt den Verkehr zunächst ziemlich laut und chaotisch wirken. Als uns schließlich noch ein Rind auf der Straße entgegen lief, staunte ich nicht schlecht. Die schlaflosen Stunden, die ich hinter mir hatte, schienen plötzlich wie vergessen. Die neue Umgebung und die zahlreichen Eindrücke, die binnen weniger Minuten schon auf mich einwirkten, reichten aus, meine Müdigkeit völlig hinter mir zu lassen. Die neue Umgebung nahm ich mit Spannung wahr.

Orangefarbene-Kokosnüss oder auch King Coconut genannt

Der erste Stopp wurde an einem Stand mit frischen Melonen und Kokosnüssen gemacht, welche sich zahlreich an den Rändern der Straße aufreihen. Melanie wollte das Willkommensritual aufrechterhalten, sodass mein Aufenthalt in Sri Lanka mit dem Trinken aus einer frischen orangefarbenen Kokosnuss begann. Ich kann nur sagen: Erfrischung pur! Nachdem wir unsere Kokosnuss schließlich ausgetrunken hatten, schnitt uns der Verkäufer die Nuss in zwei. Obwohl diese Kokosnusssorte dafür eher untypisch ist, lässt sich vom Inneren dennoch etwas Fruchtfleisch auslöffeln.
Angels Home Eingang

Nach einer knappen Stunde erreichten wir das Gate mit der Aufschrift „Angels Home for Children“. Hinter dem Gate tat sich vor mir eine eigene kleine Welt auf, die einen völligen Kontrast zu dem zurückgelegten Weg auf den holprigen Straßen Marawilas darstellte. Als ich durch den gepflegten Außenbereich weiter in Richtung Heim lief, wurde ich von einer Horde kleiner Kinder liebevoll begrüßt und in Empfang genommen. Alle Mädchen strahlten über beide Ohren, obwohl sie anfangs noch etwas schüchtern zu sein schienen. Meine Anreise hatte ich somit gut gemeistert und mein neues Zuhause für die nächsten Wochen und Monate gefunden.

Liebe Grüße,

Stephanie.