Geburtstag unter Palmen


So viele_GeschenkeEs gibt Leute für die ist der eigene Geburtstag ein Tag wie jeder andere und im klassischen Sinn ist das ja auch der Fall. Wenn in einem Kinderheim mit fast 60 Kinder beinahe wöchentlich jemand in ein neues Lebensjahr startet, so kommt es einem auch schon mal vor, als sei dies ein unspektakuläres und alltägliches Ereignis. Wenn man aber gerade als Praktikantin im unter Palmen gelegenen Angel’s Home seinen Geburtstag zelebrieren darf, ist das allerdings doch irgendwie spektakulär.

Den ersten breiten und überraschten „Grinser“ bekomme ich, nach dem freiwilligen Pipidienst. Um Punkt 12 werde ich mit Kerze, Kuchen und Vanilleeis empfangen. Dazu singen meine beiden Mädels „Happy Birthday“ und haben es auch noch geschafft meine Lieblingsschokokekse als Überraschungsgeschenk auf den Gabentisch zu legen. Nach der ausgelassenen Mitternachts-Geburtstagsschlemmerei komme ich dazu die ersten Geburtstagswünsche via Handy zu beantworten. Ein paar Freunde haben es wirklich fertig gebracht der Zeitumstellung zu trotzen und so bin ich bis in die frühen Morgenstunden damit beschäftigt alle Nachrichten zu beantworten und mich für die lieben Wünsche zu bedanken.

Hoppla ist_das_für_mich_gNach einer etwas kürzeren Nacht als gewöhnlich, jetzt bin ich doch froh, dass Katrin darauf bestanden hat die Kinder zu wecken damit ich ausschlafen kann, freue ich mich über das Gebrumme meines Handys, dessen Posteingänge schon fleißig mit weiteren elektronischen Wünschen gefüllt worden sind. Nach dem Morgenkaffe, neben Schokokeks einer der wenigen Luxusartikel die ich mir in dieser Zeit auf Sri Lanka gönne, suche ich die Zutaten für die Geburtstags-Muffins zusammen, die ich zum Tee spendieren werde.
 
Auf dem Weg nach unten stolpere ich buchstäblich über die ersten Geburtstagswünsche in Billet Form und ein weiteres breites Lächeln huscht unwillkürlich über mein Gesicht. Meine Lachfalten kommen wohl doch nicht von irgendwoher lächelnd
Am untersten Treppenabsatz angekommen werde ich nach der Reihe von der gesamten „Frauschaft“ des Angel’s Home geherzt und gedrückt. Mein Lächeln und meine Freude an so viel Anteilnahme ist nicht mehr weg zu löschen und so werden nach der Reihe auch all die Mädels umarmt, die nicht die Möglichkeit haben ihre Ferien mit ihrer Familie zu verbringen und schon aufgeregt auf mein Erscheinen gewartet haben.

Viele neue_GlücksfaltenGleich nach dem Frühstück finden sich zahlreiche kleine Küchenfeen rund um mich ein und helfen tatkräftig und mit voller Begeisterung mit, den Mango-Kokos-Muffinteig vor zu bereiten. Die Mädchen waren kaum zu bremsen und trotz des kleinen Missgeschicks mit der vergessenen Butter war die Arbeit durch die vielen helfenden Hände weniger chaotisch, als gedacht.

Meine bezaubernden_Küchenfeen_bei_der_ArbeitLeider ist der, wohl auch deshalb, kaum benutzte Ofen der Küche kein Küchengerät, auf dessen Einstellungen man sich hundertprozentig verlassen kann. Mit nur einem Blech ausgestattet müssen die Muffins auf drei Durchgänge aufgeteilt werden und schon die erste Backzeit beträgt über eine Stunde, statt der üblichen 20 Minuten. Dazwischen ist Zeit genug für die allmorgendliche Besprechung mit Frank und, trotz seiner geburtstagsmuffeligen Art, gratuliert auch er mir herzlich zum neuen Lebensjahr.

Auch am_Nachmittag_wird_noch_geherzt_und_gedrücktAls die Glocke zum Vier-Uhr Tee klingelt werde auch zuerst von den Kindern gedrückt, die bis dahin im Unterricht waren und bekomme dann noch ein Geburtstagsständchen von Frank und den Kindern, zuerst auf Englisch und dann auf Singhalesisch ehe die fleißige Meute sich artig für die etwas klebrigen Muffins bedanken und zur Gartenarbeit eilen. Bei dieser nicht bei allen Mädchen beliebten Arbeit im Freien haucht mir die heißblütige Harischa ein „Alles Guuute, für diiiich,…“ im Marilyn Monroe Style zu und bekommt dafür noch eine extra Umarmung.  

Danke

Und am Abend nach der heißgeliebten Serie lassen wir Praktikantinnen uns dann schließlich noch zu einer „Partyyyyyy!“ überreden und schwingen im Fernsehraum ausgelassen das Tanzbein. Es wird zu „Tamil-“ und „Sinhala“ Disco Musik herumgehüpft und gesprungen, bis die Schweißperlen auf den freudigen Gesichtern stehen. Die Kinderdisco wird schlussendlich um 21 Uhr mit dem „Hocky Pocky“ Song beendet. Diesmal finden sich dazu nicht nur die kleinen Mädchen, sondern auch alle großen Tanzmäuse im Kreis ein und runden einen wunderschönen Geburtstag ab.

Ach ja! Da die meisten elektronischen Geburtstagswünsche von meinen Lieben zuhause den einhelligen Wunsch beinhalten ich möge so bleiben wie ich bin, werde ich euch den Gefallen von ganzem Herzen erfüllen und mich auf diesem Wege noch einmal bei allen bedanken, die an meinem 29b an mich gedacht haben. Viele Drücker und Küsse zu euch!  lächelnd

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