Alles neu im Westen


monika2Nach nunmehr einer Woche bin ich immer noch nicht so ganz angekommen im kalten, nassen, winterlichen Westen. Und wie neu hier alles ist. Wie ruhig und ordentlich und leise und leer. Belustigt denke ich immer wieder an die vollgestopften Straßen, die langsamen Transportwege und die lauten Verkehrsteilnehmer; die nun leeren Autobahnen, dahinfliegenden Zügen und lautlosen Hybridautos gewichen sind. Wie vermutlich vielen bereisten Menschen, fiel mir natürlich auch wieder einmal auf, dass die Deutsche Fröhlichkeit, um nicht zu sagen Freundlichkeit teilweise schon eher "vereinzelt" wahrzunehmen ist.

Meine letzten Tage auf "der Schönen" Sri Lanka, waren geprägt von der Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen dort, die mir auf meiner Rundreise zu Hauf begegnet sind. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann ich nun zurückschauen auf neun Wochen, die sich mit Sicherheit auf immer in mein Gedächtnis gebrannt haben.

monika3Wie sicherlich schon dutzenden Praktikanntinen vorher erging es auch mir ähnlich, als ich mir in einer ruhigen Minute nach Verlassen des Heims die Karten und kleinen Geschenke angeschaut habe, die die Mädchen für mich gemacht haben. Bilder, Schmuck und Kärtchen werden mich von nun an immer an die Zeit im Angels Home erinnern. Jetzt habe ich nicht mehr allzu lange Zeit, um all die Eindrücke und neuen Freundschaften zu verarbeiten und richtig wahrzunehmen, bevor für mich schon das nächste Abendteuer beginnt, das Teil meines "SabbatJahres" werden wird und mich in einen weiteren Teil der Welt führen wird. Bis dahin allerdings werd ich mich erst mal noch dran gewöhnen müssen, an den Anblick der leicht bekleideten Damen die die Uferpromenade entlangflanieren, die leeren Kirchen die nicht mal ansatzweise derart fregmentiert sind wie die Tempel in Sri Lanka und die sauberen Straßen und Gehwege auf denen man so mir nichts dir nichts barfuß entlang spazieren kann; zum Glück, denn an das Schuhe tragen hätte ich mich nicht unbedingt gewöhnen wollen.

Und TschüssWie auf allen meinen bisherigen Reisen habe ich mit Sicherheit auch auf dieser Dinge gelernt, die ich jetzt noch gar nicht benennen kann und die sich dann im Laufe der Zeit herausstellen werden, natürlich immer dann wenn man es am wenigsten erwartet. Am ende bleibt mir nur noch das unübliche Bohoma Stuti zu sagen, dass ich auf meiner Reise so überraschend wenig gehört habe. Diese Worte des Dankes und viele viele andere Wörter, die mir die Verständigung auf der Straße leichter gemacht haben, werden mich nun immer an die Zeit erinnern, in der der wichtige Satz ("karurakara mata denna roti ekai - Bitte geben sie mir einen Roti") zu meiner Überlebensgrundlage gehört hat. Die Fröhlichen Gesichter mit ihrem ansteckenden Kinderlachen die mir im Angels Home for Children begegnet sind, zieren jetzt meine Zimmerwand um mich jeden morgen mit einem Lächeln zu begrüßen, dass mich an die lustigen Dinge erinnert, die ich mit meinem Praktikum in Verbindung bringe. Federball, Vollayball, Puzzels und jegliche Art von Gesellschaftsspielen haben nun eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Jetzt heisst es dann wohl auch für mich endgültig Goodbye Sri Lanka, Ayubovan Germany.

 

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