Tierisch neue Erkenntnisse


Gesa mit Sandiya und KumariNun bin ich seit einer Woche im Angel's Home for Children und ich staune immer wieder darüber, was es hier Neues zu entdecken und über das Land zu lernen gibt. Während der ersten Tage in Sri Lanka habe ich auch schon die eine oder andere, mehr oder weniger überraschende Begegnung mit Tieren gemacht.
Schon als ich von Flughafen abgeholt wurde und wir nachts Richtung Angel's Home fuhren, fielen mir die vielen Straßenhunde auf und sobald wir das Grundstück betraten, wurden wir auch schon vom Heim-Schäferhund Tom begrüßt, der regelmäßig Besuch von seinem Bruder Jerry bekommt.

An einem meiner ersten Tage kamen einige kleine Mädchen während der Gardenwork ganz Sandiya mit ihrem neuen Kumpelaufgeregt auf mich zugerannt: „Come Gesa, come!“. Schließlich bekam ich auch den Grund für die Aufregung zu sehen: ein Katzenbaby war auf eine Palme geklettert und – wie auch immer es da hinauf gekommen war - der Weg nach unten stellte sich wohl als schwierig heraus. Nach kurzer Zeit begann die Katze, die Palme kopfüber herunter zu rutschen, bis ich sie schließlich auf den sicheren Boden befördern konnte. „Sicher“ ist eine Frage der Betrachtung, denn voller Freude über die gelungene Katzenrettung wurde das arme Ding sofort von vielen kleinen Händen gestreichelt und herumgetragen, bis es dann im „Katzenhaus“ landete, das auch sofort verschlossen wurde, sodass keine Fluchtgefahr mehr bestand.

Hund und Katze, das klingt alles nicht besonders exotisch. Dabei hatte ich mit Lebewesen wie Spinnen, Schlangen und Unmengen von Moskitos gerechnet.
Letzteren begegne ich natürlich regelmäßig, durch das Moskitonetz über meinem Bett bin ich aber zumindest nachts weitgehend vor ungewollten Besuchern geschützt. Spinnen und Schlangen habe ich bisher (glücklicherweise) wirklich noch nicht gesehen, der Ratschlag, nachts immer darauf zu achten, dass man nicht auf eine Giftschlange tritt, lässt mich aber regelmäßig an die Tierchen denken. Lediglich kleine Geckos verirren sich ab und zu ins Zimmer oder auch mal in die Dusche, gegen sie lässt sich aber nicht viel einwenden.

Strand von MarawilaSonntag Vormittag gehen die Mädchen entweder in die Kirche oder in den Tempel. Dies bedeutet für die Praktikantinnen, dass sie etwas Freizeit haben, was Yvonne und ich für einen kurzen Ausflug zum Strand genutzt haben. Gebadet haben wir dort nicht, denn trotz einzelner Touristen in Badekleidung begegnet man hier fast nur Einheimischen. Dennoch haben wir uns in den Sand gesetzt und den Blick aufs Meer genossen, bis plötzlich eine Kuh in mein Blickfeld schwamm. Nachdem ich ein zweites Mal hingesehen hatte, vergewisserte ich mich: Es war wirklich kein Gummitier, sondern ein echtes Rind-artiges Lebewesen, dass durch die Wellen schwamm. Dabei wurde es von einem Einheimischen an der Leine gehalten. Hier also meine neue Erkenntnis: Man bekommt in Sri Lanka nicht nur Kühe zu sehen, die im Wald zwischen den Bäumen grasen oder langsam über die Straßen spazieren, sondern auch welche, die an der Leine baden gehen.

Hm, nix mehr drinn :-(Ich selbst hatte auch weiterhin den Wunsch, endlich mal bei der täglichen Hitze schwimmen gehen zu können, diesen erfüllte ich mir an meinem ersten wöchentlichen „Off-day“. Der Pool eines Sternehotels ist zwar nicht vergleichbar mit dem Meer, die Erfrischung hat sich dennoch mehr als gelohnt. Zu Beginn fühlte ich mich etwas unwohl in meinem Bikini, denn bereits nach einer Woche hatte ich mich daran gewöhnt, immer knielang und nicht schulterfrei zu tragen. Was denkt das einheimische Hotelpersonal, das tagtäglich leicht bekleidete Europäer bedient, wobei dieses Verhalten gegen ihre eigene Kultur verstößt?
Wie die anderen Urlauber, die sich auf ihren Liegen sonnten, schreckte ich regelmäßig auf, weil plötzlich eine angeknabberte Frucht auf mich fiel. Als Übeltäter stellte sich dieses niedliche Tier heraus, von dem ich Dank meines Schokoriegel Papiers sogar einen Schnappschuss machen konnte.

Ich bin gespannt, was mich in den nächsten Tagen in Sri Lanka noch alles zum Staunen und Lachen bringen wird!

Bis dahin, Gesa