In Weiß zur Erstkommunion


Erstkommunion mit Maduwanthi, Subashini und Lisa Marie BaumannAm Samstag war wieder einmal ein besonderes Ereignis für zwei unserer Kinder: Maduschika und Subashini hatten ihre Erstkommunion. Da Madushika das Patenkind meiner Familie ist, hat es mich natürlich besonders gefreut dabei sein zu dürfen. Smile

Um 06.30 Uhr ging es für die zwei Mädels, Premalattaha, Antonia und mich, alle in weiß gekleidet, mit dem Tuk Tuk zur Kirche. Dort angekommen, haben die Mädchen eine blaue Krawatte, einen weißen Schleier und einen Blumenkranz ins Haar gesteckt bekommen. Leuten der KirchenglockeDann haben wir wieder eine ganze Weile gewartet, was hier in Sri Lanka nicht gerade unüblich ist. Wink Als eine große Glocke läutete, haben sich alle Mädchen und Jungen in zwei Reihen getrennt aufgestellt, rechts und links neben ihnen der Vater und die Mutter. Bei unseren Mädchen war es leider so, dass auf der „Mutterseite“ unsere Matrons Premalattha und Judith standen und auf der „Vaterseite“ niemand. Eigentlich sollte der Onkel der beiden kommen, aber auf das Einhalten von Versprechen, selbst wenn es um die eigene Familie geht, wird hier in Sri Lanka wenig Wert gelegt. Die zwei Mädchen waren sehr traurig darüber, das merkte man ihnen die ganze Zeit an.

Aufstellung der Mädchen und Jungen vor ihren ElternNachdem sich alle Mädchen und Jungen aufgestellt hatten, liefen sie hinter den Ministranten bis zum Eingang der Kirche. Die Kinder knieten vor der Mutter und dem Vater nieder und gingen gemeinsam in die Kirche. Dort saßen alle Kommunionskinder in den ersten Reihen, in der Mitte dahinter die Eltern und auf den Bänken links und rechts weitere Angehörige und Besucher. Nachdem Maduwanthi und noch zwei Mädchen aus dem Heim uns gezeigt hatten wo wir uns hinsetzen können, fing die eineinhalbstündige Messe an. Einige Kinder haben geredet, dann wurde aber die meiste Zeit gebetet. Wir standen, saßen, knieten und standen wieder, alles im stetigen Wechsel Die Kinder bekamen eine Kette mit einem Bild von Jesus und eine Kerze. Nachdem die Zeremonie zu Ende war, frühstückten die Kommunionskinder neben der Kirche Kuchen und Tee. Ein paar letzte Worte wurden gesprochen und die Kinder erhielten zwei große eingeschweißte Bilder von Jesus.

Anschließend schossen wir noch ein paar schöne Fotos in der Kirche. Gemeinsames Foto mit den Ersatzeltern Judith und Prema LattaMadushika und Subashini  haben beide sogar etwas lachen können. Kurz bevor wir gehen wollten, kam dann doch noch der Onkel von den beiden. Mit ihm wurde dann ein Foto gemacht, er begleitete uns zum Tuk Tuk und ging dann auch wieder genauso schnell, emotionslos und ohne Verabschiedung wie er gekommen war...     

Wieder zurück im Angels Home und einem special Frühstück :-)Gegen 11.00 Uhr waren wir dann wieder im Angels Home. Zur Begrüßung der beiden hat es dann traditionell ein paar mal geknallt. Wir haben noch mal ein paar Bilder mit den hübschen Mädchen gemacht. Zum Schluss gab es für die zwei Mädchen ein besonderes Frühstück mit Milchreis, Kuchen und Bananen. Da ich unreligös bin und noch nie eine Erstkommunion besucht habe, war die Messe eine neue und spannende Erfahrung.

Ich kann nicht genau sagen, ob der Tag für die Mädchen ein trauriger oder schöner war. Mir ist aber an diesem Tag aufgefallen, dass die Singhalesen in ihrer Art und Weise ihre Religion auszuüben, sehr diszipliniert und perfektionistisch sind. Ich glaube, wenn sie diese Disziplin auch in ihrem Alltag umsetzen könnten, würde es vielleicht dem Einen oder Anderen gelingen seine Versprechen einzuhalten und, wie an diesem Tag, zwei Kinder etwas glücklicher zu machen.