Glitter, Glanz, Gloria


Kirchenfest in Mudukatuwa„You come to church. We have festival!“. Mit diesen Worten wurde ich Anfang letzter Woche eingeladen, sonntags mit den katholischen Mädchen in die Kirche zu gehen. Was für ein Festival es ist und zu welchem Anlass es stattfindet erfuhr ich nicht. „You come, you see!“ war die schleierhafte Antwort die ich bekam. Der einzigen Hinweis, den ich noch bekam, war, dass auch die Kirche besonders schön geschmückt sei. Und so sagte ich zu.

Schon am Abend zuvor beginnen die Vorbereitungen für den besonderen Kirchentag.Die etwas größere Prinsessin Hiruni :-)

Als ich, nach getaner Arbeit, zu den Kleiderschränken der Mädchen komme, erwartet mich dort ein riesiger, glitzernder und schimmernder Kleiderhaufen, der von unseren kleinen und großen Girls begutachtet wird. Noch bevor ich nachfragen kann bemerkt Premalattha meinen Blick und beantwortet mit einem knappen „for church“ meine Fragen. Doch die nächste drängende Frage folgt sogleich: Soll ich so etwas etwa auch tragen, wenn ich sie in die Kirche begleite? Obwohl die kleinen Mädchen die Kleidchen mit leuchtenden Augen betrachten, so bleiben die Großen und ich doch skeptisch. Denn mit den Kleidchen aus Satin, die über und über mit Steckblumen und Glitter verziert sind, gleichen auch unsere Mädchen den alljährlichen Faschingsprinzessinnen in Deutschland.

Zwar werde ich nicht in eine königliche Hoheit verwandelt, doch auch ich bekommen genaue Anweisungen bezüglich meiner Garderobe. Bitte ein schöner Rock und bloß kein weites T-Shirt!

Doch am nächsten Morgen halte ich dem prüfenden Blicken der Mädchen und der Matrons stand.

Mit Glanz und Glitter durch den Matsch zum Kirchenfest :-)Obwohl am Abend bereits alles vorbereitet wurde, machen wir uns zu spät auf den Weg und kommen typisch singhalesisch 20 Minuten zu spät. Die Kirche ist bereits voll besetzt als wir ankommen. Doch leichtfüßig nutzen die Mädchen jede Lücke und schlängeln sich so geschmeidig durch die Menge, dass wir am Ende fast in der ersten Reihe auf dem Boden sitzen. Um ihren Outfit den letzten Schliff zu geben tragen unsere Mädchen weiße oder schwarze Schleier und schauen aus wie kleine Bräute.

Nach zweieinhalb Stunden ist die Messe zu Ende und wir kommen endlich zu dem Teil, auf den sich die Mädchen die ganze Zeit freuen und der diesem Kirchgang wohl auch dem Namen „Festival“ eingebracht hat: SHOPPING!

Auf die Plätze fetig los, schoppen!!!Hinter der Kirche sind einige kleine Stände mit allerlei buntem Zeug aufgebaut, die sofort mit leuchtenden Augen unter die Lupe genommen werden.

Süßigkeiten, Spielsachen, Schmuck, Haarspangen - alles was das Mädchenherz begehrt. Für die Mädchen gibt es kein Halten mehr und sie stürzen sich in die Menge.

Verhandeln um jeden RupieWie die Weltmeister verhandeln sie, um möglichst viele Schätze mit nach Hause nehmen zu können. Als alle Stände besucht sind, kommen sie mit voll gepackten Taschen und einem fetten Grinsen im Gesicht zurück und präsentieren mir, sichtlich stolz, ihre Einkäufe.

Leider haben nicht alle Mädchen Geld um etwas zu kaufen, aber auch sie genießen es bei den Einkäufen der Anderen in beratender Rolle tätig zu sein und überall ihren Senf dazuzugeben.

Auch mir sind sie eine große Hilfe, wenn es um die Frage geht, welche Süßigkeiten denn jetzt die besten sind.

So machen wir uns glücklich, zufrieden und mit vollen Taschen auf ins Angels Home. 

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