Eine Runde Mitleid


Ohrenschmerzen?Wenn ich eins in Sri Lanka gelernt habe, dann dass man auf keinen Fall Ohrenstäbchen zum Reinigen der Ohren benutzen sollte! Dass meine jahrelange Ohrstäbchen-Erfahrung mir irgendwann mal zum Verhängnis wird, sollte ich wohl in Sri Lanka erfahren. Gleichgesinnten möchte ich also diesen Tagebucheintrag widmen, um vor bevorstehendem Leid und Schmerz im Ohr zu bewahren.

Die erste Tatsache, die man sich vor Augen führen sollte, ist,dass hier wirklich alles leicht entzündlich ist. Damit meine ich schon die kleinsten Kratzer, die man in Deutschland überhaupt nicht wahrnimmt und die hier zwischen Eiter und Schmerz zu einer großen Angelegenheit werden können. Das betrifft erst recht die noch größeren Angelegenheiten, wie das Schwimmerohr (so bezeichnet man eine Gehörgangsentzündung im Ohr, weil sie meistens aufgrund von verunreinigtem Wasser, das im Ohr landet, entsteht). Mich hat es gleich zwei Mal getroffen – warum auch nur das linke Ohr, wenn man es genauso am rechten haben kann? Ja, warum nur? Dies scheint in Sri Lanka aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit gar keine seltene Erkrankung zu sein, wie ich gehöDas Krankenhausrt hatte. Allgemein ist es auch als Urlaubs-Erkrankung ausgeschrieben, weil man sich in solchen Fällen ja meistens am Strand oder am Pool und somit oft im Wasser aufhält. Und vom Arzt weiß ich nun, dass Wattestäbchen gar nicht dazu geeignet sind, Ohren zu reinigen, da diese die Ohren eigentlich, wenn auch gaaanz leicht, aufschürfen. In Verbindung mit unreinem Wasser kommt es häufig schließlich zu diesem Leid. Blöd, wenn es dann im Ausland bzw. im Urlaub passiert.

So kam ich um einen Arztbesuch wohl nicht drum herum. Um den zweiten und dritten scheinbar auch nicht, wie ich später feststellten sollte. Mit Shakina und Claudia im Schlepptau machte ich mich also eines Abends, noch vollgedröhnt mit Schmerztablette, auf den Weg zum Arzt. Die schlimmsten Vorstellungen von den medizinischen Instrumenten schwirrten in meinen Gedanken und auch die Fähigkeiten des Dorfarztes, der eigentlich gar kein Dorfarzt war, stellte ich erstmal in Frage. Mit dem pochenden Ohr saß ich dann eine kurze Weile im Wartezimmer des Krankenhauses und ließ es mir nicht nehmen, meine mentale Unterstützung, Claudia und Shakina, mit ins Behandlungszimmer kommen zu lassen. Kurzerhand wurde die Sache diagnostiziert, die Medikamente verschrieben und ich war sehr zufrieden. Widererwarten war mein HNO-Arzt absolut kompetent und freundlich und lud mich dazu ein, ruhig immer wieder reinzuschauen, sobald mir wieder etwas fehlte.

Meine MedizinDas ließ ich mir nicht zwei Mal sagen und nahm die Einladung eine Woche später auch schon an. So machte ich mich also mit dem anderen Ohr wieder auf den Weg zu meinem Arzt. Diesmal ging ich jedoch mit viel Vertrauen ins Behandlungszimmer und wieder wurde die Sache nach kurzem Small Talk schnell diagnostiziert und behandelt. Und was meinen dritten Arztbesuch betrifft, den erspare ich euch gerne.  Der ÄrzteplanLeider hat es aber auch Claudia am Fuß erwischt, da sie sich zwei Verletzungen zugezogen hatte, die sich schnell entzündete, sodass auch sie vor zwei Arztbesuchen nicht gefeit war. Nun sind wir aber gesund und munter und schließen dieses Kapitel mit den Worten „Shit Happens" ab und lassen uns von den kleinen Strichen, die uns das Leben in Sri Lanka durch die Rechnung machen wollte nicht abhalten, die Mädels weiterhin durch den Hof zu jagen, mit ihnen Brennball und Volleyball zu spielen oder mit ihnen im Meer in Marawila und im Fluss in Kandy zu planschen.

Liebe Grüße

Alicia

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