Mit dem Partybus nach Kandy


Partybus goes Angels HomeNun war es endlich soweit – das Ende der Ferien nahte, was mir einmal mehr bewusst werden ließ, dass meine Tage mit den Engeln gezählt sind, und damit stand der legendäre Trip, der krönende Abschluss der Ferien, unmittelbar bevor. Schon am Vortag wurde eifrig kontrolliert, ob alle Schuhe niet- und nagelfest sind und die Kleidung sollte doch möglichst keine Löcher haben sowie glatt und frisch gebügelt sein.

Ich hatte an diesem Tag die Ehre alle Kinder um halb vier nachts zu wecken. Nachdem ich mich aus dem Bett geschält, den kurzen Schlaf aus den Augen gerieben hatte, machte ich mich auf in die Küche. Was ich dort antraf, war ein gut gelauntes, tanzendes Personal, das seit zwei Uhr nachts in der Küche stand, um unsere hungrigen Mäuler auf dem Trip zu versorgen. Hut ab, würde ich sagen! Wider Erwarten schlugen die Kinder schon bei einem sanften „goodmorning" die Augen auf, sahen mich ganz erwartungsvoll an und von überall her ließ sich ein Flüstern namens „Trip, Trip, Trip" vernehmen. Nachdem alle Zähne geputzt, aller Tee geschlürft und alle Kleidung angezogen war (wenn das zu Schulzeiten nur auch so schnell ginge...), waren die Kinder um fünf Uhr pünktlich wie die Maurer in unserem privaten Partybus verstaut.

So fuhren wir also in den Tag hinein und nach Kandy hinauf. Wenn anfangs noch vor sich hin gedöst wurde, drehte der Busfahrer schon bald die Partymusik laut, was die Mädchen von ihren Sitzen lockte und zum Abtanzen animierte. Selbst als Julia mit einem Lächeln auf den Lippen mitteilte, dass nun die Kotzstrecke beginne, hielt das die Mädchen von ihrer guten Laune nicht ab. Ja, die Kotzstrecke: es ging in geschlängelten Straßen nach Kandy hinauf und bei dem ein oder anderen riskanten Überholmanöver seitens unseres Busfahrers konnte ich auf einmal ganz gut verstehen, warum die Mädchen alle Tabletten gegen Übelkeit genommen hattenSmile

 Die Mädels vor dem Zahntempel in KandyNach genau drei Stunden Fahrt um 8 Uhr begrüßte uns Kandy mit seinem ganz eigenen Charme, denn die letzte Königsstadt ist wunderschön um einen See herum gelegen. Barfuß und in gleicher Uniform pilgerten die Mädels zum Zahntempel, dem Sri Dalada Maligawa. Wie der Name vermuten lässt, birgt er einen Zahn, genau genommen den linken Eckzahn Buddhas. Aufbewahrungsort des heiligen ZahnsDiese Reliquie ist einem goldenen Schrein und dieser wiederum in einem herrlichen Altar aufbewahrt. Insgesamt lässt der Tempel mit seinem prachtvollen Bau sowie zahlreichen pompösen Altären den ehemaligen Glanz des Königreiches spüren. In den beiden oberen Stockwerken stöberten wir durch ein Museum, das uns die Geschichte Kandys und seiner Könige erzählte. Und einmal mehr wurde deutlich, welch außergewöhnliche Rolle der linke Eckzahn Buddhas spielte: Er galt als Regenbringer und Herrschaftssymbol. Wir erfuhren auf welche Weise dieser Zahn verehrt sowie geschmückt wurde und letztendlich konnten wir den ausgestopften Elefanten bewundern, dem über 50 Jahre die ehrenvolle Aufgabe zu Teil wurde, eben diesen Zahn bei Umzügen und Festen zu transportieren.

So genug mit Kultur und Religion! Nachdem ganzen geistigen Input, sollte nun auch für das leibliche Wohl gesorgt werden Smile Wir suchten nach einem lauschigen Plätzchen, um im Fluss zu baden und anschließend unsere hungrigen Bäuche zu stopfen. Unsere Badestelle am Fluss HulugangaUnd was wir fanden war ein Plätzchen etwas abseits von Kandy in wunderschöne Natur gebettet. Die Kleider wurden in Windes eile gewechselt und im Fluss wurde gebadet, geplanscht, gesonnt und letztendlich alles nass gespritzt bis kein Haar mehr trocken blieb. Die Mädels beim Plantschen und WaschenDabei hatten wir alle so richtig viel Spaß! Wie es in Sri Lanka üblich ist wuschen sich die Mädchen mit Seife im Fluss, wodurch ich einmal mehr bemerkte welch unterschiedlicher Kultur wir doch angehören.

Die dritte und letzte Station war der botanische Garten in Kandy. Hier ließen wir im Schatten uralter, hoher Bäume unseren Trip ausklingen. Wir betrachteten Baumarten aus den verschiedensten Ländern der Erde, sahen zahlreiche Fledermäuse –so groß wie ich sie noch nie gesehen habe- in den höchsten Baumwipfeln hängen, besichtigten ein Orchideen- sowie Kaktushaus und teilten unseren Weg mit Affen.

Im botanischen Garten von KandyBambusstrauch im botanischen GartenNach einer kleinen Stärkung namens Eis ging es zurück in den Bus und die dreistündige Fahrt nach Marawila konnte beginnen. Wer jetzt aber denkt, aus die Maus, das war's – liegt daneben!! Let´s get the party started!Smile Nichts hielt Groß und Klein mehr auf den Sitzen, im Mittelgang des Busses wurde gesungen und getanzt bis der Arzt kam. Dabei wurden auch wir Weißnasen nicht verschont und durften das Tanzbein zu singhalesischer Musik schwingen Smile

Ein rundum gelungener Trip, wie wir fanden. Allerdings so schön und aufregend es war, so anstrengend war es auch und so fielen wir alle hundemüde, aber mit einem Lächeln auf den Lippen ins Bett.

Lieben Gruß aus dem Angels Home,

Claudia