Immer Freitags...


 Blick aus einem fahrenden Tuk-TukImmer Freitags machen sich Sarath, unser Tuk-Tukfahrer und Hausmeister, wie man seine Tätigkeit in Deutschland beschreiben würde, Dinesha, eines der älteren Mädchen und unsere Spitzenköchin Suneetha mit dem Tuk-Tuk über Schlaglöcher und einsame Höfe, an denen Hühner abgeholt werden, auf den Weg zum Markt in Marawila, um die knapp sechzig Kinder eine weitere Woche mit frischen Reisgerichten zu versorgen. Natürlich ist es nicht ein Markt wie in Deutschland, indem die Verkäufer nett lächelnd hinter ihren angebotenen Sachen verweilen und warten bis jemand des Weges kommt und sich vielleicht dafür interessiert. Markttreiben in MarawilaNein, der Markt hier ist bunt, laut und aufregend. Die vollkommene Reizüberflutung für einen ruhigen, gesitteten Deutschen wie mich. Hier wird angepriesen, dort wird über den Preis gefeilscht und alles wird --wie man es vielleicht am ehesten aus dem Museum kennt- mit altertümlichen Waagschalen abgewogen.

Sofort zücke ich meine Kamera, was von Dinesha nur belächelt wird - warum fotografiert man auch einen Bananenstand?? Manchmal komme ich mir doch schon vor wie ein Bilderbuch-Tourist, der mit der Kamera um den Hals rumläuft und vergnügt quickt, wenn er sein zehntes Foto von der gleichen Heiligenfigur am gleichen Altar in der gleichen Kirche macht.

Stand mit verschiedenen GewürzenWie Pflastersteine sind die verschiedensten Stände von Gemüse und Obst über Gewürze, Klamotten bis hin zu Haarspangen und Plastikschüsseln aneinandergereiht. Kurz und gut, alles was das Herz begehrt!

Ausgestattet mit fünf Äpfeln, Chips (natürlich scharf) und einem neuen Läusekamm, um zu verhindern, dass eine große Läusefamilie bei mir einzieht, neuen Gerüchen in der Nase, nachklingenden Schreien im Ohr, bunten Bildern im Kopf verlassen wir den Markt, um pünktlich zum Abendessen im Angels Home zurück zu sein.

Die neue SoundmaschineBeim Betreten des Angels Home hören wir auch schon das Gedudel des neuen Radios, das Frank am Nachmittag unter vielen großen Augen und erstauntem Gemurmel angeschlossen hatte. Sofort wurde es von aufgeregtem Geschnatter umringt, vielen tastenden Fingern erforscht und natürlich gleich lautstark ausprobiert. Wer jetzt denkt, es werden die neuesten Charts aufgelegt, liegt falsch. Während früh am Morgen Gebetsgesänge die Mauern des Angels Home erfüllen, sind es zur Dämmerungszeit singhalesische Klassiker. Diese sorgen für gute Laune und lassen nicht nur die kleinen Engel das Tanzbein schwingen, wodurch wir in den Genuss kommen, die eine oder andere Tanzeinlage bewundern zu dürfen, sondern auch uns Praktikantinnen singhalesischen Rhythmus in den Hüften spüren. Wir finden das Radio ist eine Spitzenidee! Cool

Bis bald

Claudia