Ein Mittagessen im Tempel


Wir haben uns in Schale geschmissenDie Zeit vergeht wie im Flug. Jetzt bin ich schon vier Wochen hier und es gibt immer noch viele neue und spannende Dinge zu erleben, auch wenn mich der Heimalltag mittlerweile gepackt hat und die alltäglichen Aufgaben zur Routine geworden sind. Doch auch hier gibt es spontane Planänderungen. So sind wir heute mit allen Mädels, den Matrons und Julia zum Mittagessen in den nahegelegenen Tempel gegangen. Das besondere daran ist, dass es dort einmal im Jahr ein kostenfreies Essen für die ärmere Bevölkerung gibt. Das ließen wir uns ja natürlich nicht entgehen und wir Praktikantinnen als temporärer Teil des Angels Homes durften auch mit, was uns sehr gefreut hat. Für mich war das gleichzeitig der erste Besuch in einem buddhistischen Tempel.

Gegen 12 Uhr ging es also los zum fußläufig etwa 15 Minuten entfernten Tempel. Vorher war es schön zu beobachten wie sich die Mädels in Schale geworfen haben Smile denn so ein „Ausflug" ist für sie etwas besonders Schönes. Von Armbändern über Ketten, Haarspangen und Haarreifen wurde alles ausgepackt. Die bunte und glitzernde Schlange setzte sich dann in Bewegung und war wohl schon von weitem zu erkennen. Manche Mädels haben dann noch ihren Regenschirm als Schattenspender ausgepackt. Ein lustiger Anblick, wenn man daran denkt, dass Regenschirme in Deutschland eigentlich ausschließlich bei Regen zum Einsatz kommen. Auf gehts zum Mittag in den Tempel

Am Tempel angekommen ging es dann weiter, an verschiedenen kleinen Buddha Statuen vorbei, auf das Gelände. Je näher wir dem Stand der Essenausgabe kamen, desto mehr Menschen saßen rechts und links am Weg verteilt und haben sich das Essen schmecken lassen. Bevor es für uns jedoch so weit war hieß es erst einmal sich am Ende der Schlange anzustellen. Nach ein paar Minuten Wartezeit konnten auch wir zu Mittag essen. Annika und ich wurden in der Schlange von einem fleißigen Helfer zu sich gewunken, um direkt unser Essen zu bekommen. Hier zeigt sich die Gastfreundlichkeit der Singhalesen besonders. Dankend und das ganze zu schätzen gewusst haben Annika und ich dann aber genauso wie die anderen Leute gewartet bis wir an der Reihe waren. Wir sind schließlich zusammen mit den Mädels dort gewesen. Eine Sonderrolle wollten wir nicht bekommen, auch wenn es eine nette Geste war.

Es gab Reis, Fischcurry, Möhren, Zwiebeln, Ananasgemüse, Kürbis und Ladyfingers (eine Art grüne Schoten). Was ich nur ganz vergessen hatte war die Tatsache, dass hier in Sri Lanka üblicherweise mit den Fingern gegessen wird. Was natürlich dazu führte, dass es kein Besteck gab. So musste ich zwangsläufig mit der Hand essen, was generell kein Problem darstellen sollte, allerdings hat man doch gemerkt, dass ich absolut kein Profi auf diesem Gebiet bin und wohl die nächsten Mahlzeiten wieder mit Besteck essen werde Wink Annika war darin mit der Hand zu essen schon geübter. Das mischen der einzelnen Beilagen war dabei die kleinste Herausforderung. Aber den Reis samt Gemüse von den Fingern appetitlich und vollständig in den Mund zu bekommen gestaltete sich dann doch schwieriger als gedacht. Ich habe mir von einem der Mädels noch Tipps geben lassen, wie sie man das am besten macht. Das ganze hat dann auch gut geklappt, auch wenn ich sehr lange gebraucht habe bis der Teller leer war. Das ein oder andere Grinsen der Mädels ist natürlich auch nicht ausgeblieben. Trotz allem hat es mir und auch den anderen sehr gut geschmeckt.

Nach dem Essen ging es dann zurück ins Angels Home, wo alle nach der kleinen Wanderung durch die Sonne erstmal ein Wasser genossen haben, bevor es dann für die Mädels mit den Hausaufgaben und dem Lernen für die Prüfungen Ende des Monats weiter ging.

Liebe Grüße aus dem Angels Home.

Bis bald,

Nadine