Richtung Abschied


Sara und Samaposha oder wie wir beiden auch schon genannt werden "Saraposha"Es geht für mich also mit Vollgas Richtung Abschied hier im Angel's Home und ich denke  natürlich an die vielen Dinge die ich hier vermissen werde. Ganz klar und offensichtlich werden mir vorallem unsere lieben Kleinen und Großen fehlen aber etwas, mit dem so manche Praktikantin schwer zu kämpfen hat, wird mir wohl unter anderem am meisten abgehen, wenn ich wieder in Österreich bin:

All die singhalesischen Leckerein, angefangen von Dahl, Coconut-Sambol, jede einzelne Gemüsevariation, über Fish-Curry, singhalesisches Omlett, jede Form von Rotti und natürlich mein Samaposha (ein Mais-Soja-Grünkorn-Mehl Gemisch mit Honig und Kokos). Ich muss mich wohl oder übel Outen und offen und ehrlich sagen: "liebe österreichische Küche so gern ich dich auch habe, mein Herz schlägt für die Gaumenfreuden die mich hier jeden Tag in den Kesseln über der Feuerstelle erwarten, bei denen mir nicht nur warm ums Herz wird sonder die mir auch so richtig einheizen (denn wenn es um die Dosierung von Chili geht, bin ich eher für mehr als für weniger).meine feurigen Freunde – Chilis

Und weil ich meine Leidenschaft auch nur ganz schwer Verstecken kann, höre ich so manches mal von der Fraktion Gabelesser die mir am großen Esstisch gegenüber sitzt (denn ich habe mich hier nach wenigen Tagen auch dazu entschieden mit der Hand zu essen) "Gut, Sara, dass du jeden Tag laufen gehst" "Und du bist dir sicher, dass du hier nicht zugenommen hast, versteh mich nicht falsch, ich mein nur es wirkt nur als gleichst du die Miniportionen von Maggi und Vera aus" "Dir schmeckts heute aber wieder"... Und ich steh mit ganzem Herzen dahinter, mir schmeckt es und zwar so richtig gut.

Um micht dann doch im Zaum halten zu können, ist einer meiner Neujahrsvorsetzte auch gewesen, mir keinen Nachschlag mehr nehmen zu dürfen (und meistens bin auch recht konsequent, und schaufelt mir halt schon die zweifache Menge auf mein Teller) und auch meine tägliche Dosis Samaposha wurde auf maximal 2 Kugeln reduziert.

gemeinsam mit Suunitha und Mallika beim Honeyhopper machenAber wer nun denkt, ich esse hier den Mädchen, Matrons und Praktikantinnen das Essen nur weg, der liegt falsch, denn ich bin eigentlich auch jeden Tag in der Küche und schnippelt fleißig Gemüsen, rasple Kokosnuss, schäle Krabben, ziehe Hühner die Haut ab, wende Honeyhopper, und verletzte mich dabei mindestens einmal wöchentlich. ;) Hier wird es eben sichtbar, nicht nur als Praktikantin sonder auch als Küchenlehrling fließt mein Herzblut in meine Arbeit.

Vorallem aber bin ich so gern Sunnithas (unsere Köchin) "Sous-Chef" weil ich einfach einen unheimlichen Spaß habe neue Schneidetechniken zu lernen, zu sehen wie hier gewürzt wird und den einen oder anderen Trick mit zu kriegen um so viel wie geht auch zuhause nachmachen zu können. Und eines darf man auch nicht vergessen, die Küche ist hier, genauso wie in Österreich ein Punkt wo alle zusammenkommen.

Krabbenschälkurs von unserer KöchinAuch wenn ich nur wenig verstehe, wenn unsere Matrons auf Singhalesisch einfrig schnacken, in der Küche unseres Angel's Home hat sich für mich wieder einmal bewiesen, "Wo ein Wille da ein Weg" und trotz sprachlich scheinbar unübergängliche Barrieren, bis jetzt bin ich noch immer zu jedem Rezept gekommen, habe jede lustige Geschichte die ich wiedereinmal morgens beim Joggen erlebt hab "erzählen" können und hab auch (so denk ich auf alle Fälle) immer verstanden, wenn sie mal wieder einmal Scherze auf mich und meine Kosten gemacht haben!

In diesem Sinne kulinarische Grüße,

Sara

 

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