Norbert ist wech :-(


Norberts letzte RuhestätteNorbert ist von uns gegangen. Es war eine sehr turbulente Zeit mit ihm, und wir sind uns alle auch noch nicht so ganz sicher ob wir ihn vermissen, oder das Schnappen der Falle einfach als Geschenk ansehen  sollten. Wer sich nun fragt von wem denn nun hier die Rede ist hier ein paar Details zu unserem kleinen Freund.

Er war gute 30 cm groß, hatte eine Vorliebe für Obst- und Gemüseabfälle, kippte sich nächtens gern mein teures Argan-Haarpflege-Öl rein und erwartete uns Abwesenheit am Dach immer mit großer Freude um sich bei uns in Küche und Bad richtig austoben zu können. Doch eines schönes Nachmittages kam ich wohl ganz unerwartet um die Ecke gebogen und da haben wir das erste mal Bekanntschaft gemacht.

Ich bin ja eigentlich wirklich nicht zimperlich (so dachte ich auf alle Fälle), aber als mich Norbert, unsere Ratte, mit seinen schwarzen Stecknadelkopfaugen ansah, wurde unseren Putzfrauen, die gerade bei uns am Dach durchfegten, ordentlich etwas geboten. Als ich dann mit Händen und Füßen erklären wollte, was für ein großes, gefährliches Monster bei uns in der Küche eben unter den Kühlschrank geflohen ist, guckten sich die Beiden an und meinten fragend "Mia, Mia" und kamen gemächlich zum Ort des Geschehens.

 Unser rattiger FreundKurzerhand wurde von unserem Haus und Hof Reperateur/Tuktukfahrer/Rattenfallenmonteur eine Falle gestellt und es dauerte keine zwei Tage und wir Praktikantinnen feierten eine kleine Party im Andenken an unseren noch nicht so ganz lieb gewonnen Norbert.

Ich rannte also voller Freude runter in den Garten um die frohe Botschaft zu verkünden und zack wurde er auch schon sehr zeremoniell beerdigt. Wieder übernahm unser "Mädchen-für-Alles" Samantha das Komando, in der einen Hand Norbert, in der anderen, passender Weise, eine Kokosnussschale mit Glut um den Müll, so wie es hier auf Sri Lanka üblich ist, anzuzünden und verbrennen zu können.

Und so marschierte ich, gefolgt von einer anschaulichen Gruppe Mädels, Samantha, der große Rauchschwaden mit sich zog, hinterher. Ziemlich amüsiert über diese Prozession hörte ich von den Mädels nur "pau, pau, pau" was so viel bedeutet wie sehr traurig und arm. Angekommen an Norberts letzter Ruhestätte schnappte sich eine unserer Mädchen gekonnt die Hacke und hob noch schnell ein Grab aus, welches mit Blättern ausgelegt wurde. Hier ruht nun unser ehemaliger Mitbewohner und wenn ich bei der Gartenarbeit manchmal vorbeikomme an seinem Grab, dass Dank des selbstgebastelten Kreuzes gut erkennbar ist, dann muss ich wieder einmal sagen: "Hier in Sri Lanka – ja da erlebt man schon was".

Liebe "ratten-freie" Grüße aus dem Angel's Home,

Sara