Los geht`s


 Angels Fashion ShowNach ϋber elf Stunden Flug, zwölf Stunden Wartezeit und mit viel Vorfreude im Gepäck erwarten mich Julia und vier unserer Mädels schon am Flughafen. Los geht`s also, aber noch bevor wir im “Angelshome” ankommen, wird noch einen Zwischenstopp eingelegt – die Mädels schlecken eine Runde Eis am Stiel und ich arbeite, mit meiner wohlersehnten Flasche Wasser ,der Dehydration entgegen.

Ich kann es eigentlich kaum glauben, jetzt wirklich “angekommen” zu sein, und merke auch, dass ich zwar physisch im heiß-schwϋlen Sri Lanka bin, mein Kopf aber noch irgendwo in den Wolken ist. Fϋr die Mädchen aber gibt es keine halben Sachen, und so reicht es auch nicht, wenn ich mich mit “Sara” vorstelle. Prompt wird nach meinem “full name” gefragt, und die lieben Kleinen zerbrechen sich nun seit meiner Ankunft an “Kellerer-Pirklbauer” die Zunge. Aber genau durch diese Aufmerksamkeit, die ich von der ersten Sekunde hier völlig frei geschenkt bekomme, merke ich, auch wenn ich mich noch nicht ganz zuhause fϋhle, dass ich in einem Zuhause bin.

 Angels Fashion ShowBegleitet von Kopfschmerzen und Hitze versuche ich also meinen ersten Tag hier zu bestreiten, und schon wird so einiges von mir abverlangt. SmileDie 24 Mädels, die auch während der Weihnachtsferien hier im Heim geblieben sind, sind schon fleißig am Tänze einϋben und so habe ich durch meine “Vorgeschichte” als Animateurin die Ehre mir eine Choreographie auszudenken und sie dann mit den begabten Tänzerinnen hier im Haus einzustudieren. Ich bin also voll in meinem Element und merke Schritt fϋr Schritt wie auch ich hier meine Rolle finde.

 Angels Fashion ShowDoch nicht nur Bϋhnen- sondern auch Catwalkshows stehen während der Weihnachtszeit hier auf dem Programm und so tänzeln Große und Kleine gemeinsam den langen Flur vor den „Sleepingrooms“ hinunter und schwingen gekonnt die Hϋften. Nach dem Motto „hauptsache crazy“ staune ich nicht schlecht, als ich bemerke wie kreativ hier alle geworden sind. Socken als Handschuhe sowie Palmenblätter als Röcke, Kravatten verkehrt herum und Flip-Flop kombiniert mit Turnschuhen ist an diesem verrϋckten Morgen Trend in Marawila. Und natϋrlich wurde auch fleißig von den Models sowie vom Publikum gevotet, um am Ende dieser Performance unsere „Miss Angels-Home“ zu kϋren. Wir schließen diese morgentliche Darbietung ab und tanzen alle gemeinsam zu dem lieblings Tamillied der Mädels und ich bin wiedereinmal begeistert, wie viel Spontaneität Kinder in sich tragen und auch vor mir, dem Frischling der Runde, keinerlei Anzeichen von Scheu zeigen.

Ich werde hier richtig gut von jedem einzelnen integriert und mit einbezogen, wenn nötig gefϋhrt und geleitet und das von Groß oder Klein, Matrons oder Praktikantin. Diese ganze Mannschaft hier macht mir das einleben wirklich leichter, denn man darf nicht vergessen: Ich bin ganze 7.627 km von Familie und Freunden entfernt, doch vielleicht habe ich nach meinen zweieinhalb Monaten auch in Marawila, in der Bowatta Temple Road genau das, was ich bislang doch noch ganz schön vermisse.

Bis bald,

eure Sara

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