Einmal bei den Angels und wieder zurück


Abschied SigridDem Ende im Angels Home sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits hatte ich mich  darauf gefreut, endlich etwas von der Insel zu sehen und zu erleben, andererseits war klar, ab dem 1.2.2014 ist die gemeinsame Zeit mit den Kindern vorbei.

Egal, ob die ganz Kleinen, die mit ihrem Lächeln und gezielten Charme Offensiven in jeder Situation, die nötige Aufmerksamkeit bekommen, oder die, die eher verschlossen oder andere, die vergleichsweise anstrengend waren, sie alle sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Die Zeit im Angels Home, hat mich gelassener gemacht.
Feste Uhrzeiten gibt es innerhalb des Angels Home, überall wo es Verbindungen nach aussen gab, waren es eher „Zeitempfehlungen“.

In Sri Lanka findet sich auch immer eine Antwort, die muss natürlich nicht unbedingt auf eine spezielle Situation passen, aber mit „hurry“ und Kopfwackeln ist erstmal ein Konsens erreicht. Der Rest findet sich ...

Unser Leben im Heim war ein sehr einfaches Leben, früh mit den Hühnern aufstehen, klar strukturierter Tagesablauf und abends müde und sehr früh ins Bett fallen. Also Konzentration auf das Wesentliche, z. Bsp. zwei Monate ohne Schuhe und nur mit Batik Uniform, erledigt auch die tägliche Frage, was ziehe ich heute anSmile

Siri SigiriyaNach dem Ende meines Einsatzes bin ich noch ca. zwei Wochen gereist. Diese Zeit war auch sehr spannend und für mich ein neuer Abschnitt. Ich habe einige der Highlights der Insel abgereist und konnte feststellen, dass Sri Lanka weit weniger rückständig ist, als das, was ich in Marawila gesehen und erlebt habe.

Siri-StrandBesonders im Süden hat der Tourismus das Land schon fest im Griff. Sri Lanka ist sehr abwechslungsreich: Kultur, Berge, Regenwald, Wildlife und Traumstrände und das alles auf einer Fläche, so gross wie Bayern.

Inzwischen bin ich seit  knapp einer Woche in Deutschland und schaue immer mal wieder auf die Seite des Angels Home und stelle mir die Frage, ob mich die Mädchen bereits vergessen haben?

Siri-Good-byeSie sind es gewöhnt, dass regelmässig neue „Students“ da sind, die nach einer gewissen Zeit auch wieder gehen. Bei meinem Abschied waren die Mädchen recht souverän, selbst ich hatte ja schon zwei Abschiede von Vorgängerinnen miterlebt und wusste, wie es abläuft.

Jetzt bin ich wieder in Deutschland, der Februar hat zwar ungewöhnlich warme Temperaturen, allerdings hat mich gleich eine dicke Erkältung diese Woche erwischt. Ich vermisse also nicht nur die Mädels und das Leben im Angels Home, sondern auch die warmen Temperaturen.

Morgen geht es erstmals nach ca. drei Monaten zur Arbeit. So richtig vorstellen, kann ich mir das noch nicht. Für mich war die Zeit im Angels Home eine ganz besondere, die ich bereits vor Ort als etwas sehr Wertvolles schätzen konnte. Es wird sich zeigen, inwiefern ich meine derzeitige Gelassenheit in meinem Alltag anhält.

Viele Grüße

Sigrid