Gartenarbeit und andere Kuriositäten


Ich konnte den begehrten Besen ergattern!Ich muss zugeben, für mich als Deutsche gibt es hier immer noch täglich etwas zu entdecken, das so ganz anders ist als zu Hause - manchmal sogar ziemlich kurios. Für die Mädchen der normale Ablauf, kann für mich teilweiße ein völlig unverständliches Vorgehen bedeuten. Wie zum Beispiel bei der Gartenarbeit. Kann mir bitte mal einer erklären warum die Mädchen ihren Besen vor der Arbeit verstecken, um ihn dann als erste wieder zu haben, wenn die Glocke den besagten Tagespunkt einläutet? Dinge, vor denen wir uns gerne drücken, sind hier der normale Alltag und selbst bei diesem gibt es beliebtere und unbeliebtere Aufgaben - das Kehren zählt wohl augenscheinlich zu den begehrteren.

Disna Kumari bekommt bei ihrem big girl Ritual Ohrringe geschenkt Noch nicht kurios genug? Es gibt selbstverständlich auch in dieser Kultur viele Rieten, die man so nicht kennt. Am meisten beeindruckt hat mich bisher das „big girl Ritual“. Wenn ein Mädchen ihre Tage bekommt, lebt sie für eine bestimmte, genau errechnete, Zeit in einem Raum, in den sie dann auch alle wichtigen Utensilien wie z.B. Essen und Trinken gestellt bekommt. Endet diese Zeit, wird sie unter einem Tuch zum Waschen geführt  (wobei  in der Dusche ein Ast deponiert sein muss)  und es gibt ein feierliches Festessen, das verzehrt werden darf, nachdem das Mädchen etliche Male darum herum gelaufen ist.

Es fasziniert mich sehr, solche Dinge über meine aktuelle Heimat zu erfahren. Andere Länder, andere Sitten. Dieses Sprichwort bekommt plötzlich eine völlig reale Bedeutung. Auch in alltäglicheren Situationen macht sich das bemerkbar. Ich denke dabei in erster Linie ans Essen. Während wir Praktikantinnen über jegliche Abwechslung zum Reis jubeln , können die meisten hier diese Freude über Brod,  Pfannkuchen oder Nudeln kaum teilen.“ Wieso nicht?“, denken wir, aber diese Frage ist wohl mittlerweile überflüssig.

Völlig zufriedene Kinder beim Reis essen SmileEs ist eben wie es ist, die Mädchen lieben ihren Reis. Es ist wie es ist, manchmal werden hier sogar Lebensmittel  in Blätter gepackt. Es ist wie es ist, die Kinder lieben ihren weißen Puder, den sie sich vor der Schule aufs Gesicht auftragen.
Man gewöhnt sich an so viel, das ist ja das Schöne. Lila Creme zur Wundheilung (die wochenlang ihre Farbe auf der Haut hinterlässt) wird von uns schon lange nicht mehr argwöhnisch beäugt und dass man sich selbst wegen einer kleinen Beule nicht die Haare waschen darf mag verrückt klingen, ist hier aber eine feste Regel.

Ach, ich könnte wohl noch eine Weile so weiter machen! Ich liebe diese Unterschiede, ich liebe es, so oft überrascht zu werden von dieser anderen Kultur. Und trotzdem freut es mich auch sehr, wenn ich die etlichen Gemeinsamkeiten bemerke, vor allem auch wenn es sich um ein ganz bestimmtes Thema dreht… Jungs natürlichWink. Ich erinnere mich nur zu gut an ein Zitat der kleinen Piumi: „When Merlin (der meist umschwärmte Serienstar) visits Angels Home, all girls are very very happy!... And then, Dinesha can marry him!“ Muss ich dazu noch was hinzufügen? Ich glaube nichtSmile

Und damit liebe Grüße aus dem wunderbar kuriosen Sri Lanka,

Marlena.