Reise durch ein Land der Vielfalt


SAbends am Strand von Hikkaduwachneller als gedacht vergingen die ersten fünf Wochen im Angels Home und so war es plötzlich schon Zeit, mich mit gepacktem Rucksack für meine vierzehntägige Rundreise von allen zu verabschieden. Aufgeregt und gespannt darauf, das Heimatland der Mädels außerhalb des kleinen, untouristischen Marawilas kennenzulernen, machte ich mich so auf den Weg in Richtung Flughafen, um Selina abzuholen.

 Ein Spaziergang an Galles KüsteNach einer Nacht in Colombo fuhren wir gemeinsam in Richtung Süden der Insel. Die ersten Tage entspannten wir uns an den schönen Stränden in Hikkaduwa, welche auch in der Nebensaison einiges an Touristen anlocken. Auch einen Tagesausflug nach Ambalangoda planten wir ein und besuchten das bekannte Maskenmuseum, danach ging es weiter nach Galle. Unser Spaziergang durch die gemütliche Altstadt und über den alten Wall an der Küste hat sich besonders gelohnt.

Ein wenig von der Sonne verbrannt aber entspannt verließen wir die Südküste in Richtung Tissamaharama, ein Ort im Südosten Sri Lankas, der vor allem als Ausgangspunkt für Safaris in einem der Nationalparks dient. Der wohl bekannteste unter ihnen, der Yala National Park, war bei unserer Ankunft geschlossen, aber auch im nahe gelegenen Lunuganwehera National Park konnten wir einiges an Tieren beobachten: Neben den vielen Vögeln, Affen, Wasserbüffeln und Krokodilen waren wir am Ende des Ausflugs besonders erfreut, eine Herde von Elefanten zu entdecken.

Die anschließende Busfahrt ins Hochland Sri Lankas war die längste und anstrengendste. Allerdings waren die Reisen in den vollen Bussen auch immer wieder ein Highlight: Nachdem man sich mit dem großen Rucksack auf eine der Bänke gequetscht hat, das billige Ticket bezahlt war und der Bus sich rumpelnd in Bewegung setzte, konnte man oft einen herrlichen Ausblick aus dem Fenster genießen.

Faszinierende Landschaft im Hochland Sri LankasVor allem die Fahrt nach Nuwara Eliya war spektakulär, immer höher, vorbei an Wasserfällen und riesigen Teeplantagen, mit einer beeindruckenden Aussicht in die Täler.

Diese Stadt war für mich besonders faszinierend: Der höchste und somit auch kühlste Ort des Landes zeigt sich von einer ganz anderen Seite als die restlichen Plätze der Insel: Mit den Parks, großen Golfplätzen, alten englischen Landhäusern und dem regnerischen, kühlen Wetter erinnerte Nuwara Eliya kaum an einen Ort in den Tropen. Vor allem nachts freute man sich hier über die dicke Decke im Hostel.

 Foto 6: Ein neues Zuhause für Elefanten in PinawelaWeiter ging es nach Kandy, eindeutig ein Höhepunkt der Rundreise.  Nicht nur die Besichtigung des heiligen Zahntempels und der Ausflug zum Elefantenwaisenhaus in Pinawela, wahrscheinlich die beliebtesten Touristenattraktionen des Landes, haben sich gelohnt. Auch Kandy selbst mit dem künstlich angelegten See und einem bunten und lebhaften Stadtzentrum war die Reise wert.

Bevor es für die restlichen Tage zurück nach Negombo ging, um vor den kommenden Wochen die freie Zeit noch einmal am Strand zu genießen, fuhren wir nach Dambulla, um die berühmten Höhlentempel zu besichtigen. Die unzähligen Buddha-Statuen und beeindruckend schöne Wandmalereien in den fünf Höhlen erklären die Beliebtheit der Sehenswürdigkeit.

Figuren des meditierenden Buddha und Wandmalereien in DambullaIn den zwei Wochen konnte man Sri Lanka vor allem als Land der Gegensätze und Vielfalt erleben. Wahrscheinlich findet man auf der Welt wenige Länder, welche auf kleinem Raum so abwechslungsreiche Landschaften zu bieten haben. Während sich an der Süd- und Westküste unter der prallen Sonne kilometerlange Sandstrände am Ozean erstrecken, sieht es im Bergland Sri Lankas einige Kilometer nördlich schon wieder völlig anders aus und die grünen und wasserreichen Nationalparks sind nicht zu vergleichen mit dem trockenen und heißen Dambulla.

Auch die großen Touristenstädte zeigen sich von ganz verschiedenen Seiten, beispielsweise wird Colombo mit seinem lauten und lebhaften Zentrum von Reisenden genauso gern besucht wie die ruhige, idyllische Altstadt Galles.

Die malerische Altstadt von Galle Neben der beeindruckenden Landschaft und Kultur des Landes fällt auch das freundliche und offene Wesen der meisten  Einheimischen auf. Auch wenn es nicht selten anstrengend wurde, das gefühlt hundertste Tuk Tuk abzulehnen oder die zahlreichen Händler höflich abzuwimmeln, wurde einem meist freundlich und hilfsbereit zur Seite gestanden.

Abgesehen von einer gerissenen Hose und hin und wieder leichten Sonnenbränden, haben wir unsere Tour gut überstanden. Zurück im Angels Home durfte ich erleichtert feststellen, dass die Mädels sich an mich und meinen Namen noch erinnern. Hier beginnt für uns nun wieder der Alltag und trotz der tollen, manchmal anstrengenden Reise voll neuer Erlebnisse und Erfahrungen freue ich mich, wieder hier zu sein.

Gruß aus Sri Lanka,

Nina