Mal raus aus der kleinen heilen Welt


Ball spielen, Kinder umherwirbeln, Waschen, ins Bett bringen, PC Arbeit…ab und zu braucht man auch mal eine kleine Pause. Die nutzen die Praktikantinnen hier gerne um ein wenig mehr von Sri Lanka zu sehen als das beschauliche Marawila.

Galle StadtMich verschlug es zu erst in die Südspitze Sri Lankas nach Galle und Mirissa. Wenn man in Galle ankommt fühlt man sich in ein kleines italienisches verschlafenes Städtchen versetzt. Kleine Häuser, enge Gassen, alles sauber und viele Touristen (die gibt es in Marawila nicht oft zu sehen). Italienisches FlairDa kam ich mir in meinen langen Sachen schon komisch vor, hier sind Shorts und Tanktops allgegenwärtig. Auch die Mentalität ist eine andere, die Menschen können meist sehr gutes Englisch sprechen und sind sowohl mit ihrem Hotelstandards als auch mit den angebotenen Souvenirs auf die Touristen eingestellt. Wenn man in einem ganz normalen Städtchen wie Marawila einkaufen geht merkt man erst, dass die angeblichen Souvenirs in den Touristenstädten gar nicht im alltäglichen Leben auf Sri Lanka auftauchen sondern einzig und allein für die Touristen arrangiert worden sind. Egal, dem Shoppingwahnsinn konnte auch ich nicht entkommen. Smile

Wallanlage Galle Jungle BeachDurch die vorhergehenden freien Tage zum Neujahrsfest hatten viele Singhalesen noch frei und verbrachten ihren Tag an der Wallanlage von Galle. Hier kam ich mit einer einheimischen Familie ins Gespräch, deren Vater sogar sehr gut Deutsch sprechen konnte. Wir saßen gemeinsam auf einer großen Wiese und aßen gemeinsam zu Abend. So eine Gastfreundschaft ist mir noch nie widerfahren. Eine halbe Stunde tauschten wir uns über unseren Alltag in den Heimatländern aus bis es dann dunkel wurde und es Zeit wurde nach Hause zu fahren.

Am nächsten Tag sollte es zum Jungle Beach und nach Mirissa gehen, ein junger Belgier nahm mich auf seinem Scooter mit. Das war eine der schönsten Fahrten die ich bisher hatte. Der Wind kühlt angenehm und man bekommt von der Umgebung viel mehr mit als es im Bus oder im TukTuk der Fall ist. Wir fuhren eine halbe Stunde an der Beachroad entlang, vorbei an bunten Fischerbooten, kleinen Städtchen und wunderschönen Stränden.

Der Jungle Beach ist atemberaubend, die Kulisse für wunderschöne Postkarten. Türkisblaues Wasser, ebenmäßiger Sand, Kokosnusspalmen, ein paar Bars und eine urwaldartig bewachsene Halbinsel mit einer Buddhastatur auf ihrem höchsten Punkt. Großartig.

Door to paradiseAuch der Strand von Mirissa ist nicht zu verachten. Hier führt eine schmale Treppe vom Strand aus auf einen Felsbrocken der 20 Meter im Meer liegt und von dem man den ganzen Strand überblicken kann. Hier findet man Surferboys die man mit ihren Dreadlocks eins zu eins nach Jamaika setzen könnte, wunderbare Bars und eine tolle Kulisse, um am Abend bei Kerzenschein und Leuchtfeuer am Strand zu Essen und zu Trinken. Hier genoss ich mein erstes Bier seit langem, ihr könnt euch vorstellen wir gut es geschmeckt hat.Smile

Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen von den neu kennen gelernten Reisenden (Spanier sind besonders oft zu finden) und zurück ins Angels Home. Es war anfangs etwas komisch zurück zu kommen, die Mädchen waren gerade beim Waschen beschäftigt so konnte ich fast ungesehen erst einmal meine Sachen ablegen und mich duschen. Als ich zum Abendbrot die Treppe heruntergelaufen kam erwartete mich an ihrem Ende die kleine Achini. Durch die Ferienzeit hatten wir uns 10 Tage nicht gesehen. Sie strahlte mich an und fiel mir um die Hüfte, das war ein sehr schöner Augenblick der mir zeigte, dass ich ja doch noch eine Weile genau hier her gehöre, ins Angels Home zu den Kids. Smile

KandyTea TimeNach 2 Wochen packte mich dann aber doch wieder die Lust etwas Neues von Sri Lanka zu entdecken. Der Süden war abgedeckt, nun wollte ich in die Berge. Kandy stand auf dem Plan. Kandy ist etwas historischer und sein Erscheinungsbild ist etwas älter als das von Galle. Der Weg dorthin führt durch eine urwaldartig bewachsene Hügellandschaft mit kleinen Bergdörfern zu jeder Seite. Das Klima war sehr angenehm nachdem es in Marawila wochenlang immer heißer geworden ist. 

Meine Stadtbesichtigung startete ich mit dem Tee Museum. Es war ganz schön anzusehen und interessant zu erfahren was die einzelnen Teesorten ausmacht aber die Maschinen und die ganze Anlage waren nur arrangiert und hatten nichts Originales mehr vorzuweisen. Dafür hat die Tasse Tee am Ende sehr gut geschmeckt.

Anschließens ging im im TukTuk im strömenden Regen (ganz normal in Kandy) zu einer riesigen weißen Buddhastatur, die man von ganz Kandy aus bewundern kann. Atemberaubend.

Auch die Vorführungen des Kandy Dance und die Abendzeremonie im „Zahntempel“ sind ein Reise wert.
Bild 9 Temple of ToothKandy DanceAffenzirkus

Botanischen GartenMein persönlicher Favorit war aber der Besuch des Botanischen Gartens am nächsten Tag. Beeindruckende Pflanzen, tausende Fledermäuse, die etwas tagaktiver sind als normal und ein paar zutrauliche Affen. Was die Natur doch manchmal für Formen und Farben an den Tag legt, toll!

Nachdem mein zutraulicher TukTuk Fahrer noch winkend neben meinem langsam abfahrenden Bus hergelaufen ist, ging es für mich wieder Richtung Marawila. Smile Diesmal war es sehr einfach wieder anzukommen, vielleicht weil ich weiß, dass ich nur noch 2 Woche hier sein werde und die Mädchen mir fehlen werden.