Es gibt immer etwas zum Feiern


Sajani, immer ein lachen im GesichtAm vergangenen Wochenende war eine sehr ausgelassene Stimmung, denn hier im Kinderheim hieß es „It´s partytime.“ Mein Fazit dieses Wochenendes ist: Um die Mädchen aus unserem Angels Home glücklich zu machen, braucht man eigentlich nur eines – eine Musikanlage und eine Menge an CD´s.
Bereits am Samstagvormittag wurden die ersten Vorbereitungen für den Abend getroffen, an dem die Geburtstage der Mädchen, die im Oktober Geburtstag hatten, gefeiert wurden. Mit Emesha und Anne fuhr ich in die Stadt um Getränke und Snacks zu besorgen. Knabbersachen für die Party. Oft eine scharfe Angelegenheit :-)Natürlich mussten die Lieblingsgetränke der Kinder, Necto und Coca Cola, zuerst im Einkaufskorb landen. Zurück im Heim hieß es dann die Bühne schmücken. Viele bunte Luftballons waren hier unser einziges aber auch ausreichendes Mittel, denn die Mädchen, ohne Ausnahme, lieben Luftballons. Mit der sehr hilfreichen Unterstützung von Dilini und Ayesha schafften wir es schließlich nach unzähligen Versuchen und einigen geplatzten Luftballons, die Bühne  für den Abend herzurichten.

Nachdem Julia und Frank am Abend eintrafen, wurden die Lautsprecher platziert und dann wurde auch schon die Lautstärke voll aufgedreht. Sofort füllte sich die Bühne mit fröhlich hüpfenden und lachenden Kindern. Die singhalesischen und indischen Tanzlieder waren bestimmt noch einige Grundstücke weiter zu hören. Unermüdlich tanzten unsere kleinen und großen Mädchen auf der Bühne, während die anderen unten begeistert zuguckten und mit klatschten. Es war wirklich schön, die Mädchen so unbeschwert und ausgelassen tanzen zu sehen. Ab geht die Party. Hier wird getanzt was das Zeug hält!Man hat das Gefühl in diesem Moment vergessen sie alles um sich herum und sind einfach nur Kind. Nach einiger Zeit wurden alle hungrig, denn die normale Zeit des Abendessens war schon längst um. Nachdem wir die leckeren Snacks und süßen Getränke verzehrt hatten, wurde der von Deepani zubereitete Hühnchenreis aufgetischt. Alle Kinder aßen genüsslich und danach ging es mit vollen Bäuchen wieder zurück auf die Tanzbühne. Es wurde ziemlich spät, sodass die kleineren Mädchen ins Bett mussten. Während die großen Mädchen noch vergnügt auf der Bühne herumalberten, gingen im Angels Home schon einige Lichter aus. Schon bald mussten alle Mädchen zu Bett gehen, denn morgen hieß es  für alle Kinder früh aufstehen um in die Kirche bzw. in den Tempel zu gehen. Es war ein wunderschöner Abend für alle Beteiligten und ich hoffe noch eine Geburtstagsfeier im Angels Home miterleben zu dürfen.

Am nächsten Morgen um 6.30 Uhr machten Johanna und ich uns mit den katholischen Mädchen zu Fuß auf den Weg in die etwa halbstündig entfernte Kirche.Morgendlicher Fußmarsch am Strand entlang in die Kirche Liebend gerne wäre ich als Buddhistin auch mit den Tempel gegangen, wo die Mädchen heute ihre Tempelprüfung hatten, jedoch war heute für eines unserer katholischen Mädchen ein besonderer Tag. Sodi erhält heute eine spezielle kirchliche Segnung, die bei uns in Deutschland in etwa mit der Taufe verglichen werden kann. Um 7.00 Uhr fing erst einmal der normale wöchentliche Gottesdienst an. Die Kirche war sehr gut gefüllt, sodass sogar draußen Leute saßen und standen und aufmerksam dem Priester und den aus dem Inneren der Kirche ertönenden Klängen zuhörten. Einheitlich wurde mit gebetet. Während Johanna und ich uns draußen einen Platz suchten, verschwanden unsere 13 katholischen Mädchen in der Kirche. Als wir nach dem Gottesdienst unsere Mädchen wieder eingesammelt hatten, machten sich alle außer Sodi und Rashani, die noch Kirchenunterricht hatte, auf den Heimweg. Wir trafen Suneetha, eine katholische Mitarbeiterin aus dem Angels Home, und ihre Söhne und warteten gemeinsam mit Sodi, bis die Zeremonie losging. Da wir am Morgen noch nichts gegessen hatten, holten wir uns alle in einem nahe gelegenen Laden eine Kleinigkeit zu Essen. Pünktlich um 10.00 Uhr fing dann die Segnung an. Gemeinsam mit zwei Kleinkindern und deren Familienmitglieder stand Sodi vor dem Priester und erhielt ihren Segen. Ein bisschen schade war es schon, dass wir nichts verstanden, doch trotzdem freuten wir uns zusammen mit Sodi.Sodi und der Priester nach der Zeremonie Relativ schnell war die Messe zu Ende und wir wurden von Sarath von der Kirche abgeholt und zurück ins Angels Home gefahren, wo Sodi sofort von den Mädchen gefragt wurde, wie es war. Sie war sichtlich glücklich. Das vergangene Wochenende hat mir sehr gut gefallen und ich muss sagen, dass man nach solchen Anlässen merkt, dass einem die Mädchen näher kommen und diese auch viel offener zu einem werden. Hoffentlich erlebe ich noch viele weitere schöne Tage in meinen letzten dreieinhalb Wochen im Angels Home. Ich werdet wieder von mir hören Bis dahin, viele Grüße aus dem warmen Marawila, Sina