Wir feierten alle zusammen das Vesakh-Fest 2012


Auf den Weg zum Tempel in MudukatuwaGestern, Samstag dem 05.05.12, war es soweit. Wir konnten das erste Mal an einem der höhst gefeierten buddistischen Feiertagen teilnehmen. Es war das Vesakh-Fest. Es ist eine Feier in Form einer Puja, welche an die Geburt, Erleuchtung und Verlöschung des Buddah Siddhartha Gautama erinnern soll. Es sind wohl alle drei Ereignisse an dem gleichen Tag geschehen. Die Puja ist wie die Andacht bei den Christen, welche immer einen bestimmten Ablauf und Umfang haben kann. Mal ist er kürzer und mal geht er über mehrere Stunden, wie am Samstag.

Viele Menschen besuchen zum Vesak-Fest den Tempel.In aller Früh ging es morgens um 07.00 Uhr los. Das hieß für uns alle sehr frühes Aufstehen. Die Mädchen holten ihre Kinder-Saris heraus und machten sich hübsch. Die richtige Haarfriseur und der schönste Schmuck machten das Outfit perfekt. Wir gingen alle zusammen zum Botwana-Tempel, an dem schon viele Menschen waren. Auf dem Weg dorthin sahen wir an der Straßenseite unzählig, schöne selbstgebaute Laternen, natürlich auch welche von unseren Mädchen. Das Fest begann mit einer Rede des Mönches. Die Kinder und Erwachsenen betteten und stimmten den Tag fröhlich an. Schon am Morgen war es wiedermal sehr heiß und wir saßen schweißgebadet da.

Danach gab es in einer Halle ein großes Frühstück für alle. Für uns (Linda, Caro und ich) war es auch wieder sehr amüsant, denn es hieß mit FingBlumengaben zur Ehrung Budhhasern essen. Caro und Linda waren schon halb „Profis“, doch für mich war es eine nicht richtig neue aber andere Erfahrung. Doch es klappte ganz gut. Nach dem Frühstück versammelten wir uns alle wieder im Tempel draußen um den Mönch herum und hörten ihm zu. Verstanden haben wir zwar nichts, aber es war dennoch interessant. Später gab es eine kleine Teepause, bevor wir zur Meditation übergestiegen sind. Diese ging ca. 1 Stunde und machte es Linda und mir sehr schwer nicht einzuschlafen, aber wir hielten uns tapfer im Vergleich zu anderen. Dann gab es auch schon Mittag. Die Zeremonie in dem Tempel ging bis ca. 17.00 Uhr.

 

Warten auf den BusAnsturm auf den BusDanach hieß es, fix frisch machen und neue Abendkleidung anziehen, bevor der Bus um 18.00 Uhr kommt und mit uns allen (30 Kindern, Matron und Lattha (Personal) und uns 3 Praktikantinnen) zum Vesakh-Fest in die Stadt Marawila fährt.

Gespannt, aufgeregt und voller Vorfreude warteten wir am Tor auf den Bus. Kaum war er angekommen, stürmten alle Mädchen in den Bus um schnell loszufahren.

Aufgrund des Feiertages, besaßen alle Menschen die Möglichkeit an verschiedenen Ständen und Orten umsonst essen und trinken zu können. Die Chance wollte sich natürlich keiner entgehen lassen. Wir haben uns alle sehr darüber gefreut, dass es heutzutage noch Menschen, mit einem besseren Lebensstandard, gibt, die den anderen Menschen der Bevölkerung etwas Gutes wollen und für sie unentgeltlich eine Vielzahl von diversen Nahrungsprodukten zubereiten und „verschenken“.

Große Freude, Eis für alle :-)Die Fahrt führte uns als Erstes zu einem Eisladen. Bevor es jedoch zum Eis essen ging, stand ein Straßenwechsel mit ca. 20 kleinen Sprösslingen und 10 größeren Mädchen auf dem Plan. Die indische Verkehrslage und Mentalität der Frauen begünstigte diesen jedoch nicht. Es war einfach nur chaotisch und wir dachten, dass in der nächsten Sekunde ein Kind unter einem Bus oder einem Tuk-Tuk liegen würde. Dies war zum Glück nicht der Fall, dennoch nutze Linda danach die Chance um allen Beteiligten kurz zu erklären, wie das eigentlich abzulaufen hat und das vor allem in Zweierreihen gegangen wird. Endlich beim Eisladen angekommen, ließen wir es uns richtig schmecken und genossen die Abkühlung. Schlangestehen. Hier wird Essen gratis an alle verteilt.Danach fuhren wir zum nächsten Stand, an dem gefühlte 1000 Menschen standen. Meine ersten Gedanken waren: „ Wo kommen all diese Menschen her? Und kommen alle nur wegen dem Essen?“ Da wir mit einer Gruppe mit vielen Kindern waren, sind wir an der Seite vorbei gekommen, wie die VIP-Stars bei Veranstaltungen, und mussten uns zum Glück nicht anstellen. Das Essen war wieder mal super lecker und hat uns alle glücklich gemacht. Diesmal lief es auch besser bei dem Essen mit meinen Händen, dank den Tips von Caro und Linda. Wer wollte, konnte sich danach wieder ein Eis holen, aber wir drei verzichteten darauf, denn die Portionen, die wir bekommen haben, hätten auch für mehrere gereicht.

Warten auf das DansahlDansahl ZeltZufriedene Kinder

Unser freundlicher BusfahrerGestärkt und zufrieden fuhren wir mit unserem Bus und unserem super netten Busfahrer in einen Nachbarort Nattandiya. Auch hier türmten sich die Menschen auf den Straßen und von überall her kam Musik.

Ingwertee für alleDie nun folgenden Straßenüberquerungen verliefen besser und die Mädchen haben gelernt mit ihrer Partnerin zusammen in einer Reihe zu gehen. Nun hieß es wieder tea-time. Wir gingen in Nattandiya zum nächsten Teestand. Voller Freude tranken wir den ersten Schluck. Doch es war nicht das was wir erwartet haben. Ein völlig anderer Geschmack machte sich in unserem Gaumen auf. Wir tranken den nächsten und konnten uns dann auch langsam an den Tee-Kaffee-Ingwer- Geschmack gewöhnen. Ich frage mich immer noch, wie so etwas den Mädchen überhaupt schmecken kann. Anschließend wechselten wir aus undenkbaren Gründen unseren Bus. Ja! Das war eine Situation, die wiedermal erneut Stress hervorgerufen hat.

Nachdem wir den neuen Bus besetzten und der alte auch schon mit Menschen besetzt war, fiel doch einigen Mädchen von uns auf, dass sie ihre Flip-Flops in dem alten Bus gelassen haben. Und nun ging das Gerangel los. Die kleinen Mädchen versuchten im vollen Bus ihre Schuhe zu suchen. Die Dunkelheit erleichterte dies natürlich nicht im großen Maße. Nachdem dann doch alle vermissten Sachen gefunden worden sind, folgte ein kleiner Spaziergang durch die mit überfüllten Menschen und Autos kleine Stadt. Wir gingen zu einem Platz, der sehr hell beleuchtet war. Wie fühlten uns wie in der Weihnachtszeit.Überall bunte LaternenViele schöne Figuren die beleuchtet wurden. Es war alles so schön bunt und alles voller Lichter/Laternen. Um 21.00 Uhr sollten dort zwei große Figuren beleuchtet werden. Die Wartezeit mit übermüdeten, kleinen Mädchen machte es uns nicht leichter. Wir versuchten sie in einem Kreis zu behalten und passten auf das sie nicht auf Straße liefen. Mittlerweile fühlten sich die großen Mädchen auch dafür verantwortlich, dank Linda´s Ansage. Und dann war es soweit. Die zwei Figuren leuchteten bunt auf und wir schauten sie uns an. Nach kurzem Betrachten ging es dann auch wieder in den Bus, der nun unser „Partybus“ war. Unser Busfahrer schaltete laute Musik an. Die Mädchen waren alle wieder fit. Sie fingen an zu singhalesischer Musik zu tanzen. Dies war sehr schön anzusehen und bereitete allen ein Lachen ins Gesicht.

Der Patybus wieder on Tour :-)Auf dem Rückweg wurden extra Runden gedreht, um das Tanzen zu verlängern. Doch trotz der schöner Musik war es ein sehr anstrengender Tag für alle und viele wurden nun richtig müde. Die kleinen schliefen im Bus, während die Großen immer noch tanzten. Kurz nach 22.00 Uhr im Angels Home angekommen, neigte sich der schöne Tag und Abend dem Ende zu und alle gingen völlig geschafft zu Bett.