Eine Weltreise oder war es wirklich nur Sri Lanka?


Busfahrt durch Sri LankaGrade verbringe ich meine letzte Woche im Angels Home, aber davon möchte ich euch erst mehr in meinem nächsten Bericht erzählen. Hier möchte ich jetzt vom Reisen berichten.

Am 21.1 hab ich mich morgens um 6 auf die Socken gemacht... Wie jede gute Reise begann auch diese mit einer Portion Stress. Am Tag zuvor war ich gut eingespannt und mit den Mädchen beschäftigt gewesen, sodass ich abends noch Englischunterricht vorbereiten, meinen Tagebucheintrag fertigstellen und packen musste.

So saß ich dann um 6.30 Uhr mit nur drei Stunden Schlaf im Bus und pendelte Richtung Colombo. Wie auch immer habe ich während dieser Fahrt mein Handy verloren oder es wurde mir gemopst. Ich weiß es nicht, kann aber nicht abstreiten, dass ich kreativ bin im „Sachen-auf-merkwürdige-Art-verschwinden zu lassen“. Für den nächsten Bus habe ich mir dann, mittlerweile hungrig, ein leckeres Brot geholt. Eingepackt wurden mir aber 2 Scheiben und dazwischen herrlich dicke Soße mit Zwiebeln. Mh, das ging dann morgens im Bus doch noch nicht so gut runter, also habe ich mich hungrig 7 Stunden Busfahrt in die Berge von Nuwara Eliya gestellt.

Da angekommen, wurde ich natuerlich gleich von einem Touristenfischer in Empfang genommen. Ganz nett hat er mich zu einem Internetshop gefuehrt, wo ich erst einmal die Nummer vom Heim ausfindig machen konnte und dann vom Handyladen aus, dort anrufen konnte, um Julias (Praktikantin) Nummer zu erfragen. Irgendwie stimmte aber keine dieser Nummern und so machte ich mich mit dem Touristenfischer auf den Weg, die Stadt nach einer Julia zu durchforsten. Passanten wurden befragt und auch eine Schweizer Seniorengruppe hat total mitgefühlt. Nach einer Stunde haben diese Julia tatsächlich vor mir entdeckt und sich mit uns gefreut.

Polizisten spielen VolleyballDen Tag haben wir dann ertseinmal gemütlich in unserer Unterkunft und der Stadt verbracht. Am nächsten Tag sind wir ein bisschen die Straße durch die Berge entlang gelaufen und konnten die Teeplantagen bewundern.  Mittags sind wir dann aufgebrochen und durch eine malerische Landschaft (Seen, Wasserfälle, Teeplantagen) nach Hatton gelangt. Weil wir dort noch ca. eine Stunde auf den Bus warten mussten, wurden wir von der Polizeistation eingeladen, ihnen beim Volleyballspiel zuzugucken.

Rahel auf dem Berg vor BergenUnser eigentliches Ziel war dann Dalhousy, wo wir erst einmal kleine hässliche Zimmer für überteuerte Preise gefunden haben. Letztendlich haben wir ein kleines, WIRKLICH hässliches Zimmer für 2 Euro die Nacht gefunden! Das war zu verschmerzen, weil wir schon um 2 Uhr morgens aufgebrochen sind und den Kampf mit dem Adams Peak aufgenommen haben. Dies ist ein Berg, der von vielen Pilgern oder mittlerweile auch Touristen bestiegen wird. Die Touristen machen dies nachts, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Die Pilger machen dies abends und kamen uns dann früh morgens entgegen. Eine einmalige Erfahrung und beim Abstieg ist die Aussicht der Wahnsinn. Aber auch der Wadenmuskelkater, welcher allerdings erst am nächsten Tag einsetzt. Zu dem Zeitpunkt waren wir dann aber schon zum relaxen in Hikkaduwa an der Südwestküste. Ja Wahnsinn, nach dem wir um 9 Uhr morgens vom Berg runter waren, haben wir eine 12-stündige Busfahrt auf uns genommen, um so schnell wie möglich an den Strand zu kommen. Aber es hat sich gelohnt und wir hatten 2 wunderschöne und entspannte Tage dort. Rahel unter Deutscher Flagge Die Wellen waren der Hammer, aber die Strömung hat schon so manch einen um Rettung schreien lassen, sodass wir gar nicht erst dazu kamen, diese zu unterschätzen. Wie das im Urlaub so ist, lernt man viele interessante Leute kennen und ich muss schon sagen, dass die Touristen hier wesentlich cooler und entspannter sind, als die dicke, grollende Masse auf Malle.

Manche würden allerdings vom Alkoholspiegel und den Blödeleien her eher auf die andere Insel passen... Eines Nachts um halb 3, wurde ich von Schreien geweckt und merkte dass das Julia neben mir war. Solidarisch wie ich bin habe ich auch eine Schreiattacke bekommen und bin aus dem Bett gehüpft. Ich wollte das Licht anmachen, aber nein, neeeeeeeeiiiiin „Lass das aus!“ Oh man, erst dachte ich es ist eine Spinne im Bett, da können wir und beide nämlich ganz gut anstellen. Dann dachte ich, nein, es muss was größeres noch hässlicheres sein, aber was...? „Raaaahel, da ist ein Mann am Fenster!“ Okay, alles klar. Es stellte sich heraus, dass irgendein Clown mit einem Besen an unseren offenen Fenstern stand und Julia damit wach gepikst und dann durch die Holzstäbe, die Gott sei Dank noch vor unserem Fenster waren, angestarrt hatte. Oh man, ein Shock auch für unsere Nachbarn. 2 ganz liebe Pärchen haben dann erst einmal die Umgebung abgecheckt und unsere Stimmengewalt gelobt. Also schlaftechnisch wollte es in diesem Urlaub nicht so recht klappen.

Fischverkaufer am Strand werden geflutetJulia oder das gelbe BootDie nächste Nacht haben wir dann in Marissa verbracht, wo der Strand noch schöner war, aber die Wellen auch noch stärker.  Zweimal hat es mich echt so weggehauen, dass ich jegliche Orientierung unter Wasser verloren habe und ein bisschen vorsichtiger geworden bin. Morgens um 5.30h haben wir dann eine Bootstour raus aufs Meer gemacht und viele Blauwale gesehen. Schön, dass stand auf meiner Wunschliste für den Urlaub ganz oben!

Dann haben wir noch 2,3 Stündchen am Strand verbracht und festgestellt, dass die Wellen noch heftiger geworden waren. Bis ich mal über den Punkt, wo sich die Wellen brechen, heraus war, war ich schon so außer Atem, dass ich gar keine Kraft mehr zum schwimmen hatte. Allerdings konnte man auch nicht so schnell wieder an Land, weil man ja dann doch wieder in die Wellenbrecherzone geriet. Hui hui, irgendwann haben wir und doch lieber für einen Milchshake unter einen Sonnenschirm gesetzt und wurden auch gleich erneut Zeuge, weil ein Mann aus den Fluten gerettet werden musste, weil er sich bei einer Welle das Bein verletzt hatte.

Dann sind wir nach Tissa aufgebrochen, von wo aus wir uns am nächsten Morgen den Yala Nationalpark ansehen wollten. Schlau, wie ich bin, habe ich wegen der Wal tour und den Strandstunden etwas zu viel für eine Bustour getrunken und da die Busfahrt noch 3 Stunden dauern sollte, musste ich mir, meiner Blase und Julia eingestehen, dass ich das nicht aushalte. Mh, zu dem Zeitpunkt wurden wir schon von so einem charmanten Touristenfischer zugetextet, der auch mit uns zum Nationalpark wollte und bla bla bla, natürlich alles gelogen. Habe ihn gefragt, ob er dem Busfahrer Bescheid geben könnte, dass ich aussteigen möchte. Oh man, im Bus stand wieder alles dicht an dicht und der Typ musste auch noch fragen warum. Hier sei noch nicht Tissa! Ach wirklich? Na gut, dann hat der ganze Bus mitbekommen, dass die bekloppte Weiße aussteigen muss, weil sie muss. Peinlich. Der komische Typ ist dann mit uns gekommen und hat uns bei angeblichen Bekannten eine Toilette besorgt.

Safari im Yala National ParkSafari im Yala National ParkDann konnte es endlich losgehen und das Hotel was wir mehr oder weniger von ihm vermittelt bekommen hatten, stellte sich als sauber, schön und günstig heraus (ok, wir mussten ordentlich handeln, sonst hätten die uns ausgenommen). Um 23 h waren wir schon total erschöpft und am schlafen, da ging im Hotel eine gewaltige Schlägerei los. Und schon wieder eine Nacht in der der Schlaf nicht im Vordergrund stand! Na ja, irgendwann hatten sich dann alle beruhigt oder wurden rausgeschmissen und wir konnten um 5 Uhr zu unserer Safari aufbrechen. Für mich war das was ganz Besonderes, für die Touristen die schon viel in diesem Land gereist waren, war es nur so lala. Ich hab mich über jeden Elefanten gefreut und wie sie alles kaputt machen, das Gras, die Bäume. Und die Affen fand ich auch super. Ein bisschen dämlich fand ich unseren Fahrer, der mit dem Gas gespielt und den Motor aufheulen lassen hat, damit die Affen rumspringen. Hat aber funktioniert!

Wilde Küste bei KirindaZurück haben Julia und ich uns an einem einsamen, wilden Strand mit riesen Felsen absetzen lassen (Kirinda) und einfach nur für ein paar Momente die Stille und Einsamkeit dieses Ortes bewundert.  

Um 12 mittags sind wir zurück in unser Hotel, wo uns der Hotelbesitzer als Entschädigung für die Nacht auf ein „Frühstück“ eingeladen hat, sodass wir dort doch noch einen schönen Abschluss fanden.

Den Rest des Tages haben wir dann in Tangalle verbracht, wo relativ wenige Touristen waren, dafür aber eine schöne, weite Küste. Unser Hotel lag genau am Strand und die Leute waren super freundlich. Dort haben wir dann auch den nächsten, meinen letzten Urlaubstag verbracht. Irgendwie konnte das Personal vom Hotel mir kein Tuk Tuk für die Nacht bestellen, sodass mir einer von ihnen anbot mich zum Bahnhof zu fahren. Hätte ich ja auch angenommen, wenn nicht dieser abends neben uns mit seinen Freunden ein Glas Arrack nach dem anderen gekippt hätte. Wollte den Weg dann einfach schnell gehen. Einfach schnell gibt es aber nicht. Da saßen 5 blöde Hunde mit aufgestellten Ohren auf dem mir bekannten Weg. Na gut, dann bin ich mit klopfendem Herzen halt einen Umweg gegangen und irgendwie wurde der immer länger und dunkler. Irgendwann waren da dann 3 Männer auf einem Motorrad und ich hab so ganz naiv gefragt, wo denn der Busbahnhof wär. Angriff ist die bester Verteidigung! Auf jeden Fall kam dann noch einer mit seinem Motorrad und die meinten, dass wären noch 2 Kilometer, sie würden mich da absetzen können. Blöde Situation, aber wenn ich gelaufen wäre, hätten die mir immer noch was tun können und wenn nicht die, dann jeder andere der mir entgegenkommen wäre (Hunde und Männer). Und sie haben mir einen Helm angeboten... Also erschien es mir sicherer darauf zu vertrauen, dass sie nicht nur vertrauenswürdig scheinen, sondern auch sind. Und das waren sie. Um 1 Uhr nachts saß ich im Bus, eingequetscht, bei lauter Musik, damit der Fahrer nicht einschläft.

Was für ein Trip?!

Ich würds immer wieder tun