Meine aufregende Ankunft im Angels Home for Children


Ankunft von Julia BleyerAm Nachmittag des 14.11.2011 startete ich nach Sri Lanka. Am Hamburger Flughafen habe ich noch einmal die kalte Luft eingeatmet und dann ging es auch schon mit großer Spannung in den Flieger.

Da dieser jedoch erst 2 Stunden später losgeflogen ist, habe ich den Anschlussflieger in Dubai verpasst, sodass ich mit der nächsten Maschine noch einen Zwischenhalt auf den Malediven gemacht habe. Aber hey... jetzt kann ich sagen, ich war schon einmal auf den Malediven.

In Colombo gelandet funktionierte natürlich mein Handy nicht, sodass es zumacht schwierig war Kontakt zu Frank aufzunehmen. Aber diese erste Hürde habe ich gut gemeistert.

Nach einer Achterbahnfahrt mit dem Taxi bin ich mit großer Verspätung am Abend des 15.11.2011 im Angels Home for Children angekommen. Hier in Sri Lanka nimmt man es nicht so genau mit den Verkehrsregeln, dem Gegenverkehr und vor allem mit dem Sicherheitsabstand. Es wird laut gehupt, damit das andere Fahrzeug, sei es ein Tuck Tuck, ein Bus, ein Roller oder ein Fahrrad, ein wenig zur Seite fährt. Da dies jedoch nicht immer möglich ist, besteht beim Überholen eigentlich gar kein Sicherheitsabstand. Mal wird auf der rechten und dann mal wieder auf der linken Seite gefahren und wenn vor einen ein anderes Fahrzeug fährt wird bis zur letzten Minute gehofft, dass das Fahrzeug plötzlich verschwindet. Falls dies zufällig nicht der Fall ist, gibt es halt ein lautes Gehupe und eine Vollbremsung.

Im Angels Home wurde ich schon sehnsüchtig erwartet. Jedoch haben die meisten Kinder schon geschlafen. Ich konnte es kaum erwarten die 44 Kinder am nächsten Tag kennenzulernen.

Am nächsten Morgen bin ich mit der derzeitigen Praktikantin, Sandra, mit dem Tuck Tuck ins Zentrum von Marawila gefahren. Dort haben wir einige Erledigungen getätigt. Das Tuck Tuck hat uns von Laden zu Laden gefahren. Das war sehr praktisch und ich finde, luxuriös. Allerdings war ich von den vielen neuen Eindrücken (das Tuck Tuck fahren, die kleinen Geschäfte, die vielen Menschen, die einen ansehen etc.) so begeistert und abgelenkt, dass ich Sandra die ganze Zeit wie ein Hund hinterhergelaufen bin.

Ich muss mich wohl daran gewöhnen, dass ich hier als Weiße ständig angesehen und angelächelt werde. Wobei ich das Anlächeln als sehr freundlich und herzlich empfinde. Diese Freundlichkeit gibt es in Deutschland einfach nicht.

Ich freue mich schon sehr auf meinen nächsten kleinen Ausflug ins Zentrum.

Auf dem Rückweg habe ich die ersten Kinder kennen gelernt. Wir haben Sajani vom Kindergarten und Kumari und Achini von der Schule abgeholt. Somit saßen wir alle fünf mit den Einkaufstüten im Tuck Tuck.

Julia beim spielen mit den KidsIm Angels Home angekommen, nahmen mich die drei Kinder sofort an die Hand und zeigten mir ihre persönlichen wertvollen Dinge, wie Fotos oder Seifen. Sie waren sehr stolz darauf. Anschließende habe ich mit den Mädchen auf der Terrasse Memory gespielt. Jedoch musste ich schnell feststellen, dass die Girls hier ziemlich offensichtlich schummeln. Es wird einfach ein Pärchen aufgedeckt, wobei die Karten zuvor noch nicht umgedreht wurden. Die Kinder kennzeichnen die Karten auf der Rückseite.

Um 13:30 Uhr sind die anderen Kinder von der Schule gekommen und sie haben mich sehr herzlich mit „Good afternoon, Julia.“ begrüßt. Ich fühlte mich sofort wohl und ich wusste, dass ich sehr froh darüber bin, mich für das Praktikum entschieden zu haben.

Den Nachmittag habe ich mit den Mädchen gespielt. Die Mädchen riefen andauernd „Komm, Julia, komm!“ oder „Ende, Julia!“ („ende „ist Sinhala und bedeutet „komm“). Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen. Es ist schon niedlich, wie die kleineren Mädchen einen an die Hand nehmen und einen zeigen, was sie spielen wollen.

Mit den vielen unterschiedlichen Namen fühle ich mich noch überfordert. Ich weiß, dass ich noch länger brauchen werde, mir die verschiedenen sehr ähnlich klingenden Namen (wie z.B. Sajani und Sashini) merken zu können. Mir ist aufgefallen, dass ich mich beim Merken der Namen an der Kleidung der Kinder orientiert habe. Am Abend fiel es mir daher besonders schwer die Namen der Kinder zuzuordnen, da sie jetzt alle in ihren Schlafsachen herumliefen.

Ich bin einfach froh hier zu sein.

Ganz liebe Grüße,

Julia

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